Profis | 08.01.2022

Mittelfeldspieler geht ambitioniert in den Afrika-Cup

Skhiri: „Für Afrika ist das Turnier enorm wichtig“

Ellyes Skhiri gehört zu den Spielern, die mit einer Pferdelunge ausgestattet wurden. Der Mittelfeldspieler läuft und läuft. Nach einer erfolgreichen Hinrunde will der Dauerläufer nun mit Tunesien beim Afrika-Cup angreifen.

Nicht nur beim 1. FC Köln weiß Ellyes Skhiri zu überzeugen. Auch in der tunesischen Nationalmannschaft gehört der Mittelfeldmotor zu den absoluten Leistungsträgern. „Flaco“, wie der 26-Jährige genannt wird, wurde von der tunesischen Nachrichtenagentur TAP jüngst zum Fußballer des Jahres gekürt.

Im vergangenen Sommer stieß Ellyes Skhiri nach der kräftezehrenden Relegation gegen Holstein Kiel und einigen Freundschaftsspielen mit der Nationalmannschaft erst später zum Team des damaligen neuen FC-Cheftrainers Steffen Baumgart. „Die Spielweise der Mannschaft hat sich im Vergleich zur vergangenen Saison enorm verändert und das, obwohl sich das Personal größtenteils nicht verändert hat. Wir bringen viel Energie, Leidenschaft und Intensität auf den Platz. Steffen Baumgart lebt diese Mentalität vor und pusht uns enorm. Er fordert uns sehr und ist auch streng. Aber für einen Spaß ist er auch immer zu haben“, erklärt der Mittelfeldspieler die Unterschiede zur Spielzeit 2020/21.

Im ersten Pflichtspiel der Saison, dem DFB-Pokal-Duell beim FC Carl Zeiss Jena wurde der Rechtsfuß eingewechselt, avancierte aufgrund seines Treffers zum 1:1-Ausgleich – neben Torhüter Marvin Schwäbe, der zwei Elfmeter hielt – zum entscheidenden Mann.

In den darauffolgenden Wochen stand der Tunesier stets in der Startformationen und spulte eine starke Leistung nach der anderen ab: „Zu Saisonbeginn war ich sehr zufrieden mit meiner Leistung, weil ich dem Team dadurch helfen konnte. Die zweite Hälfte der Hinrunde lief für mich nicht optimal. Zuerst war ich verletzt, wodurch ich einige Partien verpasst habe. Für mich war das etwas Ungewohntes, weil ich zuvor keine derartige Verletzung hatte. Nach meinem Comeback bin ich Ende des Jahres mit einem Infekt ausgefallen.“

Das Jahr 2021 schloss der FC mit starken 25 Zählern auf Tabellenplatz acht ab. „25 Punkte nach der Hinrunde sind sehr gut, vor allem im Vergleich zur letzten Saison. Ich bin sehr zufrieden mit der Ausbeute bislang.“ Darauf ausruhen will sich der Mittelfeldmotor jedoch nicht: „Es gibt immer Raum für Verbesserungen. Ich bin während des Spiels viel unterwegs und laufe sehr viel. Ab und an wäre es aber sinnvoller, die Position zu halten. Auch am Ball kann ich mich sicherlich noch verbessern, um die besten Entscheidungen zu treffen.“

Aktuell befindet sich Skhiri mit der Nationalmannschaft in Kamerun, wo der Afrika-Cup am Sonntag, 9. Januar, startet. Die Vorbereitung gestaltet sich etwas anders als sonst. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen wurden alle Freundschaftsspiele abgesagt. „Wir versuchen, uns bestmöglich auf das Turnier vorzubereiten, obwohl das unter den zurzeit herrschenden Umständen wegen der Corona-Pandemie durchaus schwierig ist. Normalerweise würden wir ein paar Freundschaftsspiele absolvieren. Diese wurden jedoch allesamt abgesagt. Das macht die Vorbereitung etwas schwieriger. Viele Teams haben Spieler, die aufgrund einer Corona-Infektion ausfallen. Dementsprechend sind die Mannschaften während der Vorbereitung sehr vorsichtig“, sagt Skhiri.

Nachdem das Turnier im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, gehen die 24 Mannschaften im Jahr 2022 auf Titeljagd. Für Skhiri ist es die zweite Teilnahme an dem kontinentalen Fußballturnier. 2019 wurde er mit Tunesien Vierter. Der Mittelfeldspieler hält es für die richtige Entscheidung, das Turnier auszutragen. „Für Afrika ist das Turnier enorm wichtig. Es gab andere Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Europameisterschaft, die aufgrund eines guten Hygiene- und Sicherheitskonzepts gut funktioniert haben. Dementsprechend sollten wir den Veranstaltern das Vertrauen schenken, dass alles glatt und ohne Probleme verläuft.“

Trotz der Pandemie fühlt sich Skhiri keinesfalls unwohl, ganz im Gegenteil: „Ich fühle mich wohl und sicher. Wir leben als Mannschaft isoliert in einem Hotel und haben keinen Kontakt zu anderen Personen. Ich sehe hier nicht mehr Risiken als anderswo. Wir tun alles Notwendige, um uns bestmöglich zu schützen. Bei der tunesischen Nationalmannschaft ist die Impfqoute zudem sehr hoch.“

Die tunesische Nationalmannschaft bekommt es in der Gruppenphase mit Mali, Mauretanien und Gambia zu tun. Skhiri rechnet sich mit seiner Mannschaft gute Chancen auf das Erreichen der K.o.-Phase aus. „Die Gruppe ist mit der beim letzten Afrika-Cup 2019 vergleichbar. Damals hatten wir es in der Gruppenphase mit Mali, Mauretanien und Angola zu tun. Wir haben dreimal Unentschieden gespielt und hatten unsere Schwierigkeiten zu Beginn. Wir haben gute Chancen, uns zu qualifizieren. Wahrscheinlich sind wir zusammen mit Mali der Favorit in der Gruppe. Aber wir dürfen niemanden unterschätzen, jedes Spiel wird uns vor Herausforderungen stellen.“

Die Ziele und Aussichten vor Turnierstart zu beschreiben, seien für die 26-Jährigen schwierig, da „durch den Wegfall der Freundschaftsspiele die Referenzwerte fehlen. Nichtsdestotrotz gehen wir ambitioniert in den Afrika-Cup. Wir wollen ein erfolgreiches Turnier spielen. Beim letzten Afrika-Cup sind wir unglücklich im Halbfinale ausgeschieden und am Ende vierter geworden. Ich denke, dass es einige Überraschungen geben wird.“

Neben der eigenen Mannschaft sieht der tunesische Fußballer des Jahres neben Gastgeber Kamerun, Algerien und Senegal in der Favoritenrolle. Für Tunesien startet der Afrika-Cup mit der Partie am Mittwoch, 12. Januar, gegen Mali – ein wegweisendes Duell: „Wir kennen Mali gut und haben ja bereits 2019 gegen sie beim Afrika-Cup gespielt. Vor einem Jahr gab es zudem ein Freundschaftsspiel gegen sie. Mali hat eine gute Mannschaft, die starke individuelle Spieler in ihren Reihen haben. Wir wollen gut in das Turnier starten. Die Partie gleich zu Beginn ist schon ein erster Härtetest.“

Skhiri, der sich für keinen Weg zu Schade ist, hat sich für das Jahr 2022 hohe Ziele gesetzt, nicht nur für die Zeit bei der Nationalmannschaft, sondern auch beim FC. „Ein wichtiges Ziel für das laufende Jahr ist einen erfolgreichen Afrika-Cup mit Tunesien zu spielen. Das hat für mich einen hohen Stellenwert. Danach möchte ich für den FC mein Bestes geben. Wenn wir weiter hart an uns arbeiten, können wir als Mannschaft weiter erfolgreichen Fußball spielen. Am Ende werden wir schauen, wofür es reicht“, so der 26-Jährige.

Beim FC gibt es viele Komponenten, die sich in der laufenden Saison wahrscheinlich nicht verändern werden. Energie und Leidenschaft werden unter FC-Cheftrainer Steffen Baumgart intensiv gelebt, Anthony Modeste trifft häufig per Kopf. Und Ellyes läuft unermüdlich, erst beim Afrika-Cup und dann wieder in der Bundesliga für den FC.

Viel Erfolg beim Afrika-Cup, Flaco! Wir drücken dir die Daumen.

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