Club | 06.11.2021

Mitgliederrat gewählt

So lief die FC-Mitgliederversammlung

Auf der hybriden Mitgliederversammlung des FC ist am Samstag ein neuer Mitgliederrat gewählt worden. Alle Gremien wurden entlastet. Zudem wurde über zahlreiche Satzungsänderungsanträge abgestimmt.

Während der Mitgliederversammlung diskutierten die FC-Mitglieder lebhaft über diverse Themen, ehe sie einen neuen Mitgliederrat wählten. 526 in der LANXESS arena anwesende und 1.829 digital zugeschaltete Mitglieder gaben dabei ihre Stimmen ab. Nachdem sich die 23 Kandidaten vorgestellt und die Fragen der in der LANXESS arena anwesenden Mitglieder beantwortet hatten, wurden Walther Boecker, Josef Derkum, Fritz Guckuk, Frank Hauser, Johannes Hochstein, Christian Hoheisel, Ho-Yeon Kim, Harald Konopka, Frank Leifer, Robin Loew-Albrecht, Susanne Metzler, Fabian Schwab, Michael Trippel, Mario Valentino und Benjamin Vrijdaghs in den nun 15-köpfigen Mitgliederrat gewählt.

Erstmals führte der FC seine ordentliche Mitgliederversammlung unter Leitung von Karl-Ludwig Kley als hybride Veranstaltung durch: Die FC-Mitglieder konnten entweder digital oder persönlich in der LANXESS arena teilnehmen.

Ehrungen und Danksagungen

Nach dem Gedenken der verstorbenen FC-Mitglieder standen zahlreiche Ehrungen und Danksagungen an. Karl-Heinz Läpple und Ady Osterspey wurden für 60 Jahre Mitgliedschaft, Bernd Johannwerner, Wolfgang Scheibel, Wilhelm Schmitz und Anton Wengler für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Zudem wurde Dr. Bodo Jost, der sich als Justiziar und Mitglied diverser FC-Gremien im Verein engagiert hat, zum Ehrenmitglied ernannt.

Ein sportlicher Erfolg des FC feiert in diesem Jahr Jubiläum: Vor 40 Jahren holte die Mannschaft von Trainer Erich Rutemöller im Franz-Kremer-Stadion durch einen 2:0-Sieg gegen den FC St. Pauli die deutsche Amateurmeisterschaft. Erich Rutemöller und sein damaliger Spieler Udo Abels wurden stellvertretend für das gesamte Team von FC-Präsident Werner Wolf ausgezeichnet und standen Moderatorin Jana Wosnitza während eines kurzen Interviews Rede und Antwort. Werner Wolf dankte anschließend Nicole Bender, Engelbert Faßbender und Stefan Müller-Römer, die nicht erneut für den Mitgliederrat kandidierten, für ihren Einsatz.

Jahresbericht des Vorstands

Während des Jahresberichts des Vorstands ließ Werner Wolf die Zeit, die seit der virtuellen Mitgliederversammlung im Juni vergangen ist, Revue passieren: „Es ist nicht einmal sechs Monate her, dass wir uns zuletzt in dieser Runde hier auf dem Podium getroffen haben. In dieser kurzen Zeit hat sich Gott sei Dank sehr viel verändert. Wir durften einen Saisonstart erleben, der Spaß macht und stolz macht. Dafür sage ich herzlichen Dank an unsere Spieler, an das Team hinter dem Team, an die sportlichen Verantwortlichen und ganz besonders an unseren Trainer Steffen Baumgart.“

Zudem gab der Präsident einen Ausblick und sprach unter anderem über die Zukunft, die Nachhaltigkeitsoffensive und den FC-Matchplan: „Wenn wir über Strukturen sprechen, ist der FC-Matchplan die zentrale Grundlage, um die Zukunft systematisch und strategisch anzugehen – so systematisch und strategisch, wie das im Fußballsport geht. Beim FC-Matchplan geht es neben der wirtschaftlichen Grundlage auch um Nachhaltigkeit. Die furchtbare Flutkatastrophe im Juli hat uns gezeigt, wie dramatisch die Klimakrise schon heute in unser Leben eingreifen kann, und wie wichtig es ist, sich schnell und zielgerichtet für die Umwelt und für andere einzubringen.“

Thema Geißbockheim-Ausbau: Wolf richtet Appell an die Politik

Außerdem kritisierte Wolf den Stillstand in Sachen Ausbau des Geißbockheims: „Der Pachtvertrag für die Gleueler Wiese ist unterschriftsreif verhandelt – es fehlen nur noch das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster und Go der Politik, dann könnte es nächstes Jahr losgehen. Trotz der klaren Rechtslage haben wir in den vergangenen Monaten immer unsere Gesprächsbereitschaft gezeigt und waren sogar offen für alternative Standorte. Das Ergebnis: Ganz eventuell wäre vielleicht am Rande des Großmarkt-Geländes in Marsdorf eine Restfläche verfügbar. Marsdorf kommt darum überhaupt nicht in Frage. Die Stadt sagt also im Klartext: Es gibt in Köln keinen Platz für den 1. FC Köln. Keinen anderen Platz als das Geißbockheim. Wir haben hier keine Zeit zu verlieren. Die Konkurrenz hat vorgelegt und tut das immer weiter. Fortuna Düsseldorf hat von der Stadt Düsseldorf knapp zwei Millionen Euro Zuschuss zu den Baukosten für das NLZ bekommen und konnte innerhalb von zwei Jahren fertigstellen. Frankfurt hat seinen Profi-Campus innerhalb von zweieinhalb Jahren realisiert. Warum ist so etwas in Köln nicht zu machen? Der 1. FC Köln ist ein fester Teil dieser Stadt und will es auch bleiben.“

Zugleich richtete der Präsident einen Appell an die Politik: „Liebe Frau Reker, liebe GRÜNE, liebe CDU, liebe VOLT. Es ist jetzt an der Zeit, ein Zeichen zu setzen und den Entscheidungen und den Worten Taten folgen zu lassen. Der Fußball muss gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Das ist uns als Vorstand, dem Mitgliederrat, aber auch allen anderen Handelnden am Geißbockheim sehr wichtig. Aber wir können unseren Beitrag nur leisten, wenn die Gesellschaft an den entscheidenden Stellen auch Verantwortung für uns übernimmt.“

Vizepräsident Sauren lobt sportliche Entwicklung

Vizepräsident Eckard Sauren zog in seiner Rede ein sportliches Fazit und richtete sich mit seinen Worten unter anderem an den neuen Cheftrainer, Steffen Baumgart: „Wenn wir auf den sportlichen Bereich schauen, sehen wir natürlich erst einmal den neuen Trainer. Wir hören ihn auch sehr deutlich bei jeder Einheit am Geißbockheim. Alle Gremien waren einstimmig überzeugt davon, dass Steffen Baumgart der richtige Trainer für den FC ist. Wir durften erleben, wie er alle Erwartungen übertroffen hat. Das misst sich nicht nur in Punkten und im Spaß, den das Auftreten der Mannschaft macht. Wir spüren überall im Verein eine neue Energie, einen neuen Mut. Dafür herzlichen Dank an Dich, Steffen.“

Die Suche nach einem Geschäftsführer Sport laufe weiterhin auf Hochtouren, so Sauren. „Im nächsten Jahr wird sich der sportliche Bereich noch einmal verändern, dann werden wir einen neuen Geschäftsführer Sport haben. Wir sind auf einem guten Weg. Es bleibt bei unserem Ziel, vor Weihnachten den neuen Verantwortlichen zu präsentieren. Wir haben uns im Sommer ganz bewusst entschieden, uns Zeit zu nehmen für die Suche nach einem Nachfolger. Im Sommer wären nur die Kandidaten in Frage gekommen, die sofort verfügbar waren. Das wäre ein sehr überschaubares Spektrum gewesen”, erklärte Sauren.

Der Vizepräsident lobte in diesem Zuge die Arbeit von Jörg Jakobs in seiner Rolle als aktuell sportlich Verantwortlicher. „Ich weiß, das wird Dir nicht gefallen, Jörg. Aber ich muss Dich an dieser Stelle leider hervorheben. Wir haben es Dir zu verdanken, dass wir dieses Zeitfenster hatten. Mit großer Ruhe und Souveränität, mit vielen klugen Überlegungen und Entscheidungen hast Du den sportlichen Bereich in den vergangenen Monaten geführt. Außerdem hast Du die Suche nach Deinem Nachfolger mit mir sehr systematisch und effektiv vorangetrieben. Für Deine Flexibilität und Deinen Einsatz sage ich Dir im Namen des Vorstands und des ganzen Vereins tausend Dank.“

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle stellt Bilanz 2020/2021 vor

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle legte im Anschluss die Bilanz der KGaA für das Geschäftsjahr 2020/2021 vor und verwies auf die großen wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich der FC weiterhin durch die Corona-Pandemie gegenübersieht. Mit 140,6 Millionen Euro Umsatz und einem Verlust von 3,9 Millionen Euro nach Steuern legte der 1. FC Köln in der abgelaufenen Saison 2020/2021 eine gegenüber dem Vorjahr verbesserte Ergebnisentwicklung vor. Diese war im Wesentlichen durch die Generierung der Sondererträge möglich.

Wehrle sagte: „Diese enorme finanzielle Belastung konnte neben entsprechenden Kosteneinsparungen und den erneut eingeleiteten Gegenmaßnahmen wie dem Gehaltsverzicht von Spielern und Verantwortlichen nur durch Sondererträge in Form der Forfaitierung von Sponsoringerlösen oder konzerninterner Umstrukturierungen abgemildert werden.“

Wehrle bedankte sich zudem bei den FC-Mitgliedern, den Dauerkartenbesitzern, Partnern, der Stadt Köln und den Kölner Sportstädten GmbH: „Saisonübergreifend haben wir eine wirtschaftlich verträgliche Einigung hinsichtlich der Stadionpacht für die Zeit des zuschauerreduzierten Zutritts bei den Heimspielen erzielt. Auch dies hat dazu geführt, dass der handelsrechtliche Verlust für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020/2021 auf 3,9 Millionen Euro begrenzt werden konnte, so dass der 1. FC Köln zum 30. Juni 2021 weiterhin über ein sehr stabiles Eigenkapital von rund 17 Millionen Euro verfügt.“

Mehr Details zu den Geschäftszahlen gibt es hier.

Ho-Yeon Kim spricht für den Mitgliederrat 

Ho-Yeon Kim, Vorsitzender des Mitgliederrats, bilanzierte in seiner Rede: „Der Austausch mit dem Vorstand ist seit der letzten MV intensiver geworden. Dadurch können wir als Mitgliederrat unserer Aufgabe als Kontrollorgan besser nachkommen. Lieber Vorstand, eure Kommunikation hat sich deutlich gebessert. Die Mitglieder fühlen sich wieder besser mitgenommen. Wir freuen uns, dass wichtige Themen intern bleiben und nicht nach außen dringen. Die Besetzung und Findung des neuen Mediendirektors ist reibungslos abgelaufen und der Mitgliederrat wurde mit einbezogen.“

Im Anschluss an die Reden wurden Vorstand, Mitgliederrat, Wahlkommission und der Gemeinsame Ausschuss mit deutlicher Mehrheit entlastet.

Kurzauftritt von FC-Cheftrainer Steffen Baumgart

Im Anschluss daran war Cheftrainer Steffen Baumgart für ein Interview zu Gast. „Unser Ziel ist es, sportlichen Erfolg zu haben. Ich glaube, wir können eine gute Saison spielen. Es geht jetzt darum, die Ergebnisse noch besser zu gestalten. Wir wollen nicht nur Lob für unsere Leistung, sondern auch die Punkte. Wir wollen in den nächsten Jahren einen positiven Weg gehen mit dem FC. In der Tabelle wollen wir kontinuierlich klettern“, so Baumgart im Gespräch mit Jana Wosnitza.

Satzungsänderungsanträge werden vorgezogen

Aufgrund eines Verfahrensantrags, der die notwendige Mehrheit erhielt, wurden die Satzungsänderungsanträge der Wahl des Mitgliederrats vorgezogen. Der erste Satzungsänderungsantrag vom Vorstand und Mitgliederrat erhielt nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Der zweite Antrag des Vorstandes und Mitgliederrates wurde mit 92 Prozent der Stimmen angenommen. Somit entscheiden die Mitglieder in Zukunft ab dem ersten Prozent über Anteilsverkäufe - ein Notverkauf darf künftig unter Zustimmung des Mitgliederrates nur noch 12,5 Prozent umfassen.

Der Satzungsänderungsantrag von Andreas  Mews erhielt die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Alle übrigen Satzungsanträge wurden abgelehnt.

Nach siebeneinhalb Stunden schloss Versammlungsleiter Dr. Karl-Ludwig Kley die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln. Präsident Werner Wolf bedankte sich bei allen Mitgliedern für ihre Teilnahme und beim Organisationsteam vom Geißbockheim und den beteiligten Dienstleistern für den technisch reibungslosen Ablauf.

Hier gibt es den Liveticker zur Mitgliederversammlung zum Nachlesen.

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
8VfL Wolfsburg20
91. FC Köln19
10VfL Bochum 184819

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