Club | 23.01.2019

Modeste-Transfer 2017

Stellungnahme zum Petralito-Prozess

Der 1. FC Köln nimmt Stellung zu Berichten über einen möglichen Transfer von Anthony Modeste im Januar 2017.

In der Verhandlung über angebliche Ansprüche des Spielervermittlers Giacomo Petralito gegen den 1. FC Köln vor dem Kölner Landgericht sind am gestrigen Dienstag diverse Zahlen öffentlich geworden, die unter FC-Fans für Irritationen gesorgt haben. Der FC stellt deshalb den Sachverhalt wie folgt klar.

  1. Über einen Spielervermittler wurde dem FC im Januar 2017 konkretes Interesse des chinesischen Erstligisten Tianjin an einer sofortigen Verpflichtung von Anthony Modeste mitgeteilt. Dass es ein solches Interesse gab, hat der FC seinerzeit seinen Fans offen kommuniziert.

  2. Dabei standen unterschiedliche Summen als mögliche Ablöse im Raum. Dass diese möglicherweise bis zu 75 Millionen Euro hätten reichen können, hat FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle in der Gerichtsverhandlung erwähnt. Hintergrund ist, dass Alexander Wehrle damit in dem Prozess klarstellen konnte, dass unabhängig von Herrn Petralito bereits ein anderer Spielervermittler Anthony Modeste mit dem chinesischen Verein in Verbindung gebracht hatte.

  3. Ein schriftliches Angebot eines chinesischen Clubs über 75 Millionen Euro Ablösesumme für Anthony Modeste gab es jedoch zu keinem Zeitpunkt.

  4. Unabhängig davon hatte der 1. FC Köln zum damaligen Zeitpunkt kein Interesse an einem Transfer. Für Vorstand, Geschäftsführung und sportliche Leitung des FC war klar, dass wir die außergewöhnliche Chance, den Europapokal zu erreichen, nicht durch den Verkauf unseres Topstürmers zu einem Zeitpunkt gefährden wollten, zu dem kein Ersatz mehr möglich gewesen wäre. Wir hätten mit dem Wechsel zu diesem Zeitpunkt ein sportlich verheerendes Signal gesetzt. Zudem hätten wir den großen Jahresüberschuss für die Saison 2016/17 nicht rechtzeitig reinvestieren können, so dass ein hoher Anteil der Transfersumme als Steuer hätte abgeführt werden müssen.

  5. Die Ablehnung des Transfers im Januar 2017 beruhte also auf genau jener Philosophie, die dem Fußballgeschäft hier und dort verloren zu gehen droht: Das Erzielen von Profit sollte in einem Fußballclub immer dem Zweck untergeordnet sein, sportliche Erfolge zu erzielen. Das Erreichen von Platz 5 war für unsere Fans, die Stadt, den gesamten Club und damit nicht zuletzt die Mannschaft inklusive Tony Modeste im Frühjahr 2017 ein großer Traum. Und den wollten wir wahrmachen.

  6. Im Sommer 2017 wurde ein Transfer dann abgewickelt – zu den nach wie vor mit Abstand besten Konditionen in der Vereinsgeschichte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der chinesische Verband jedoch unerwartet eine Sondersteuer eingeführt. Die Möglichkeiten von chinesischen Clubs zur Zahlung extrem hoher Ablösesummen für ausländische Spieler wurden damit bewusst deutlich reduziert. Vor diesem Hintergrund war der Transfer von Tony Modeste der einzige in der Sommertransferperiode 2017, bei dem ein Spieler aus der Bundesliga für eine hohe Transferentschädigung nach China gewechselt ist. Einige andere geplante Transfers dieser Art sind bekanntlich geplatzt. Daher war der Wechsel für alle Seiten im Sommer 2017 ein großer Erfolg.

  7. Im Zuge des Transfers sind an beteiligte Vermittler Provisionen gezahlt worden. Sie betragen insgesamt deutlich weniger als zehn Prozent des Volumens und bewegen sich damit am unteren Ende des branchenüblichen Rahmens.

  8. Herr Petralito war an dem Transfer nicht wesentlich beteiligt und hat aus Sicht des 1. FC Köln deshalb auch keinerlei Ansprüche gegen den Club.
  • empfehlen

Tabelle

Menu
Gesamttabelle
PL. Verein Pkt.
14 SC Paderborn 07 0
15 1. FC Köln 0
16 SV Werder Bremen 0

FC-FANSHOP