U21 | 04.12.2020

U21-Trainer Mark Zimmermann

Talente für die Profis entwickeln

Die U21 des 1. FC Köln spielt bisher eine hervorragende Saison und tritt am Samstag beim Regionalligaspitzenreiter Rot-Weiss Essen an. Im Interview spricht Trainer Mark Zimmermann über die Ziele und die Herausforderungen in einer von Corona geprägten Saison.

Mark, ihr steht mit der U21 nach 17 Spieltagen auf dem vierten Tabellenplatz und habt 30 Punkte geholt. Da dürftest du zufrieden sein, oder?

„Ja, das sind wir bisher. Wenn man bedenkt, dass wir in der Corona-Pause ein knappes halbes Jahr keine Ligaspiele bestritten haben und in der aktuellen Saison von den Ergebnissen her keinen guten Start hatten, dann ist es schon bemerkenswert, wie sich die Jungs entwickelt haben. Wir schauen dabei allerdings nicht auf die Tabelle oder sind nur ergebnisorientiert, sondern wir bewerten die Leistungen, die die Jungs zeigen. Wir möchten in erster Linie unsere jungen Spieler an den Seniorenfußball gewöhnen und für den Profifußball ausbilden. Einfach gesprochen, wollen wir, dass unsere Spieler defensiv aggressiv und offensiv kreativ spielen und das dann auch konstant. Aber natürlich wollen wir auch mit dem Abstieg in der Regionalliga nichts zu tun haben, da sind wir auf einem guten Weg.“

In den vergangenen zwei Spielzeiten haben viele junge Spieler wie Ismail Jakobs, Noah Katterbach, Tim Lemperle oder Sava Cestic ihr Debüt in der Bundesliga gegeben oder sind sogar mittlerweile wichtige Spieler des Lizenzkaders geworden. Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Profimannschaft?

„Die ist sehr eng. In erster Linie läuft die Zusammenarbeit hauptsächlich über Co-Trainer André Pawlak. Er kommt selbst aus dem Nachwuchs, kennt sich bestens aus und hat einen guten Blick für junge Spieler. Mit ihm tauschen wir uns regelmäßig aus, machen Videoanalysen oder Einzelschulungen mit unseren Spielern. Wir sind sehr dankbar, dass das so hervorragend funktioniert. Das Trainer-Team der Profis interessiert sich natürlich für die Leistungen von den Jungs, die sie als Verstärkung zu uns schicken und von den Talenten, die eine Option für die Bundesliga werden können. Ich bin überzeugt, dass den Jungs wie Iso, Noah oder zuletzt Sava die Spielpraxis in der Regionalliga gut getan hat. Das Training mit den Profis ist wichtig, aber junge Talente brauchen auch Spiele, um sich zu entwickeln. Diese Möglichkeit bieten wir ihnen durch die zweite Mannschaft.“

Ihr habt in den vergangenen drei Wochen von vier Partien drei gewonnen und ein Remis geholt. Wie ist euer guter Lauf zu erklären?

„Es ist schön zu sehen, dass die Jungs mittlerweile so konstant ihr Potenzial zeigen. Natürlich hilft uns auch die Unterstützung von den Profis wie zum Beispiel durch Christian Clemens. Aber ausschlaggebend ist, mit welch einem Siegeswillen die Jungs in die Spiele gehen – und mit jedem Erfolg wächst auch das Selbstbewusstsein. Wir haben eine gute Mischung von jungen und erfahrenen Spielern, die eine Stütze für unsere Talente sind und an denen sie wachsen können. Zudem habe ich in dieser Saison noch keine einzige Trainingseinheit erlebt, in der die Jungs lustlos waren. Manchmal fehlt ihnen die Ruhe oder die Genauigkeit, aber das Engagement ist immer zu spüren. Diese Einstellung zeigen sie auch in den Ligaspielen und die fordern wir auch immer ein. Selbstverständlich wollen wir einen spielerischen Ansatz sehen, aber es gehört auch dazu, um jeden Meter zu kämpfen. Manchmal reicht die feine Klinge nicht, dann muss man Feuer mit Feuer bekämpfen.“

Am Samstag tritt eure Mannschaft bei Rot-Weiss Essen an. Was ist drin beim Tabellenführer?

„Das werden wir sehen. Essen hat noch kein Spiel verloren, das ist ein Ansporn für uns. Dieses Spiel ist auch für die Jungs ein guter Gradmesser, was sie schon drauf haben und in welchen Punkten wir Nachholbedarf haben gegenüber einer erfahrenen Spitzenmannschaft. Die Jungs wissen, dass sie die Spiele mutig angehen sollen,  wir möchten auch in Essen etwas holen. Wenn es klappt, haben wir für eine Überraschung gesorgt. Falls nicht, haben wir etwas gelernt.“

War es für euch eine Erleichterung, dass ihr auch im November den Ligabetrieb in der Regionalliga fortsetzen konntet?

„Ja, auf jeden Fall. Die Jungs leben vom Fußball und halten sich streng an die Hygienevorgaben, um die Risiken zu minimieren. Wir machen vor unseren Spielen Corona-Schnelltests, wir fahren nicht mehr in einem Mannschaftsbus, sondern in mehreren Autos, teilen uns in verschiedenen Kabinen auf, halten uns bei Besprechungen kurz, halten Abstände und tragen Masken. Das sind dann auch für ein Trainer-Team Herausforderungen, um eine Mannschaft bestmöglich auf die Spiele und die Gegner vorzubereiten. Aber wir wissen, dass die Maßnahmen notwendig sind. Wir sind uns bewusst, dass einige Branchen ihrer Arbeit aktuell nicht nachkommen dürfen, deshalb sind wir dankbar, dass wir weiter trainieren und spielen dürfen. Unser Spielplan ist ohnehin schon vollgepackt mit 40 Spielen und vielen Englischen Wochen, eine Unterbrechung hätte diese Situation noch schwieriger gemacht.“

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
15DSC Arminia Bielefeld17
161. FC Köln15
171. FSV Mainz 057