Profis | 10.12.2018

Interview

Veh: „Abgerechnet wird am Saisonende“

Am Dienstag ist Armin Veh ein Jahr beim 1. FC Köln im Amt. Im Interview spricht der FC-Geschäftsführer über die Entwicklung der Mannschaft, die Situation des FC und das große Saisonziel.

Herr Veh, Sie sind ein Jahr in Köln. Herzlichen Glückwunsch zum Dienstjubiläum. Wie emotional war das erste Jahr für Sie?
Als ich hierherkam, habe ich gewusst, dass es schwierig wird. Es war fast unmöglich, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Wir sind dann aber nochmal rangekommen. Deswegen war es schon emotional. Das war kein normales Jahr. Ich bin in meinem Leben noch nie abgestiegen.

Sie sind lange im Geschäft und kannten den FC bisher nur von außen. Wie sah er von innen aus?
Wir hatten nach 16 Spieltagen nur drei Punkte. In dieser Situation denkt man eigentlich, dass im Verein alles den Bach runtergehen muss. Aber das war nicht so. Der FC ist gut organisiert. Es war der krasse Gegensatz zum sportlichen. Es war absolut hilfreich, dass der FC gut geführt ist. Darauf konnten wir aufbauen und mussten außerhalb des Spielbetriebs und der Mannschaft nicht viel ändern.

Wie macht man das als Geschäftsführer, wenn man weiß: Es geht wahrscheinlich runter, aber es ist wichtig, sauber abzusteigen. Worauf kommt es da an?
Es ist wichtig, dass man Ruhe bewahrt und dass man nicht in Aktionismus verfällt. Das passiert sehr häufig – und daran können Clubs zerbrechen. Das war bei uns nicht der Fall. Jetzt haben wir ein großes Ziel, das wir alle erreichen wollen.

Sie sind hierhergekommen und wussten, dass der FC am Boden liegt. In welchem Zustand befindet sich der FC im Moment? 
Allein über den Zustand möchte ich nicht sprechen. Wir haben ein großes Ziel. Und wir rechnen nicht im Jahresrhythmus, sondern im Saisonrhythmus ab. Für mich ist entscheidend, was am Ende rauskommt. Wir haben ein gewisses Etappenziel erreicht. Wir befinden uns auf einem Platz, den wir mindestens auch am Ende belegen wollen. Am Ende würden wir damit unser Ziel erreichen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich will noch kein Resümee ziehen. Abgerechnet wird am Saisonende. Wir haben noch viele Spiele.

Sie haben gesagt, dass Sie den Anspruch haben, hier etwas zu bewegen. Können Sie sagen, was Sie schon bewegt haben?
Es nützt nichts, wenn ich jetzt etwas bewegt habe und am Ende schaffen wir es nicht. Mein großes Ziel ist, den Verein wieder dahin zu bringen, wo er hingehört. Wir stellen jetzt die Weichen, aber entscheidend ist, was am Ende rauskommt.

Können Sie etwas über die Weichen sagen, die sie gestellt haben?
Ich glaube schon, dass wir gut aufstellt sind, was die Mannschaft und den Kader anbelangt. Wir können die Rolle, die wir haben, annehmen. Wir haben einen guten Schnitt, was Größe und Qualität des Kaders anbelangt. Jetzt geht es darum, es auf den Platz zu bringen und das große Ziel zu erreichen.

Wie schwer war es, den Kader zusammenzustellen, während man dem Abstieg entgegensieht?
Der einzige Vorteil, den wir hatten, war, dass wir relativ früh planen konnten. Wir hatten unseren Kader früh zusammen und konnten früh mit den Spielern über ihre Zukunft sprechen. Das geht aber nur, wenn der Spieler mitmacht. Wenn er das Herz dafür hat und es nicht nur sagt, sondern auch tut – wie Jonas Hector, Marco Höger, Timo Horn, Marcel Risse und so weiter. Das waren nicht nur Lippenbekenntnisse, sie haben es auch getan. Das war ein wichtiges Zeichen nach außen, dass der FC anders ist als viele Clubs. Darüber hinaus war es wichtig, frisches Blut reinzubekommen. Wir haben nicht so viel gemacht, aber die Mannschaft ist schon eine komplett andere. Wir sind gut aufgestellt, auch für die Zukunft. Dazu kommen auch Spieler aus dem Nachwuchsbereich, die es schaffen können – wie zum Beispiel Noah Katterbach.

Wie hat die Mannschaft sich im bisherigen Saisonverlauf entwickelt?
Wir haben uns anfangs in vielen Spielen schwergetan. Das liegt auch daran, dass die Mannschaft erst lernen musste, damit umzugehen, dass sie immer der Favorit ist. Jetzt sehe ich eine Weiterentwicklung. Aber natürlich wird es auch immer wieder mal Spiele geben, die dem nicht entsprechen. Je länger wir zusammen sind, desto besser wird es funktionieren.

Das ganze Interview sehen FC-Mitglieder auf NetCologne FC-TV

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PL. Verein Pkt.
1 Hamburger SV 37
2 1. FC Köln 36
3 FC St. Pauli 34

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