Club | 29.11.2021

Statement am Geißbockheim

Wehrle: „An die Fakten halten“

Nach dem Derbysieg gegen Gladbach sprach FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle in einem Mediengespräch am Geißbockheim über die Entscheidung, 50.000 Fans im RheinEnergieSTADION zu empfangen, über die Situation der Fußballvereine in der vierten Coronawelle und die Einordnung von Infektionszahlen bei Bundesligaspielen.

Alexander Wehrle über…

…die Entscheidung, das Derby vor 50.000 Zuschauern auszutragen und die kurzfristig verkündete Maskenpflicht am Platz: „Wir haben eine Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen und die hat besagt, dass wir 50.000 Zuschauer im Derby begrüßen durften. Daran haben wir uns gehalten. Wir haben ein tragfähiges Hygienekonzept, das wurde uns am Donnerstag vor dem Derby vom Gesundheitsamt bestätigt. Vier Stunden vor Spielbeginn haben wir erfahren, dass wir die Maskenpflicht auch am Platz durchsetzen müssen. Dies haben wir innerhalb dieser vier Stunden mit allen Mitteln kommuniziert – mittels Stadiondurchsagen, Hinweise der Ordner und bei Social Media. Es haben sich erfreulicherweise viele Fans darangehalten. Nicht an jedem Standort in Nordrhein-Westfalen gab es an diesem Wochenende eine Maskenpflicht, aber wir haben uns daran gehalten und sie in kurzer Zeit umgesetzt.“

…Kritik in Bezug auf ein volles Stadion: „Wenn es eine Verordnung gibt, die besagt, dass wir unter Berücksichtigung des Hygienekonzepts – also mit der Nachvollziehbarkeit der Infektionskette, mit unterschiedlichen Einlass-Zeitabschnitten, um den Zuschauerandrang zu entzerren, mit Masketragen am Platz – 50.000 Zuschauer empfangen dürfen, dann ist es aus meiner Sicht als Verein natürlich legitim, diese Verordnung umzusetzen. Denn wir hatten schon 50.000 Tickets an den Mann und an die Frau gebracht.“

…Ansteckungen im Fußballstadion: „Es gibt Fakten, an die man sich halten sollte. Ich möchte betonen: 3,7 Millionen Fußballfans waren seit August bei den Spielen in der Bundesliga. Unter ihnen gab es im Nachgang zehn positive Tests und daraus abgeleitet 72 Nachverfolgungen, die negativ waren. Dies bestätigt, was die Aerosolforscher sagen: Unter freiem Himmel gibt es ein geringeres Infektionsrisiko, wenn man das Hygienekonzept befolgt und umsetzt. Ich finde es in einer solch wichtigen Debatte wichtig, dass man diese Fakten berücksichtigt.“

…die An- und Abreise am Spieltag: „An- und Abfahrt ist sicherlich ein Punkt, den man regeln und positiv beeinflussen kann. Wir arbeiten mit besagten Timeslots, also Zeit-Korridoren: Jeder Fan bekommt mit seinem digitalen Ticket auch eine Einlasszeit mitgeteilt. Da halten sich unsere Fans sensationell dran und es ergibt eine Entzerrung. Natürlich haben wir auch mit den Verkehrsbetrieben gesprochen, dass die Bahnen eine engere Taktung haben. Das sind Dinge, die man berücksichtigen muss, bei einer solchen Situation und das ist uns in den bisherigen Spielen gelungen. Wir haben durchweg positives Feedback bekommen, was die Einlasssituation angeht.“

…die 2G-Regel im Stadion: „Wir haben uns im August für 2G entschieden und das auch durchgezogen. Das war die richtige Entscheidung, wenn man überlegt, wer jetzt alles mit 2G nachgezogen ist. Ich hätte mir von der Politik im August schon flächendeckend 2G gewünscht. Dann würden wir heute vielleicht eine andere Diskussion führen.“

…Schutz-Maßnahmen für die Zukunft: „Perspektivisch muss man sich aus meiner Sicht weiterhin an der Hospitalisierungsquote orientieren. Hier in Nordrhein-Westfalen stehen wir mit 3,84 gut da, weil wir eine hohe Impfquote haben. Wir werben seit August für die Impfung und in Köln haben wir eine verhältnismäßig hohe Quote, bedingt sicherlich auch durch die 2G-Entscheidung. Im Karneval gab es 2G-plus, daran haben sich die Feiernden am 11.11. auch überwiegend gehalten. Heute haben wir den 29.11. und es ist in Bezug auf den 11.11. kein großer Anstieg an Infektionsketten entstanden. Insgesamt müssen wir uns an den Verordnungen orientieren. Ich plädiere schon dafür, dass man in Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, wo die Hospitalisierungsrate geringer ist, erst über Maskenpflicht am Platz und eventuell auch über 2G-plus nachdenkt, bevor man über Geisterspiele spricht. Darüber hinaus werden wir kontinuierlich dafür werben, sich impfen zu lassen. Nur eine höhere Impfquote kann der Weg zu einer neuen Normalität werden.“

…wirtschaftliche Folgen von Geisterspielen: „Natürlich sind wir auch ein Wirtschaftsunternehmen, so ehrlich muss man sein. Jedes einzelne Geisterspiel bedeutet 1,8 Millionen Euro Verlust für den 1. FC Köln. Alle Traditionsclubs, die eine hohe Auslastung haben – ob Köln oder beispielsweise Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, Gelsenkirchen oder Dortmund – sind natürlich stärker betroffen. Trotzdem muss die Stabilität des Gesundheitssystems über allem stehen. Da wird auch der Fußball einen Schritt zurück gehen müssen. Dennoch sage ich immer: Lasst uns die Maßnahmen bitte an den Fakten orientieren. Bundesligaspiele als Großveranstaltungen sind nicht die Hotspots. Und deswegen: Mit einem Hygienekonzept, das vernünftig ist, mit einer Nachvollziehbarkeit der Infektionskette, mit Masken, mit 2G-plus, sollten wir Lösungen finden, um eben nicht direkt und zwangsläufig von Geisterspielen zu sprechen.“

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PL.VereinPkt.
31. FC Union Berlin3
31. FC Köln3
61. FSV Mainz 053

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