Profis | 16.04.2018

FC-Stürmer Zoller im Interview

„Wir wissen, was wir verbockt haben“

Die Partie in Berlin endete für Simon Zoller früher als erwartet. Im Interview spricht der FC-Stürmer über seine Beschwerden, den drohenden Abstieg und die Unterstützung der Fans.

Zolli, gegen Hertha BSC musstest du bereits nach 20 Minuten ausgewechselt werden. Was war passiert?
Ich habe gemerkt, dass ich vom Platz muss. Im linken Oberschenkel habe ich plötzlich ein Stechen gespürt. Ich wusste, dass es letztlich nichts Schlimmes sein wird, aber ich konnte nicht mehr richtig sprinten. Es hätte keinen Sinn gemacht, weiter zu spielen. Es ging in diesem Spiel um so viel und dann sollte man auch nur spielen, wenn man alles geben kann. Es ist bitter, dass ich nicht weitermachen konnte, denn ich glaube, dass ich bis dahin ein gutes Spiel gemacht habe und dass über die Seite noch etwas hätte gehen können. 

Wie geht es dir jetzt?
Ich war am Sonntag zur Untersuchung in der MediaPark Klinik, wo es zum Glück Entwarnung gab. Es ist nichts Strukturelles. Wir schauen jetzt von Tag zu Tag, wie sich die Beschwerden entwickeln. Ich bin zur Behandlung am Geißbockheim und hoffe, dass ich vielleicht schon wieder am Sonntag spielen kann.

Der Abstieg droht. Es sind nur noch vier Partien zu spielen. Wie nehmt ihr die kommenden Wochen an?
Wir sind Sportler. Natürlich wollen wir erfolgreich sein, in dem was wir tun. Es wäre aber vermessen, Durchhalteparolen rauszuhauen. Die Situation ist klar. Wir sollten uns jetzt in den verbleibenden Spielen anständig präsentieren. Für uns selbst und für die Fans wollen wir noch ordentliche Spiele abliefern. Außerdem geht es für unsere Gegner Schalke, Wolfsburg und Freiburg noch um viel.

Ihr spielt am Sonntag wieder vor den eigenen Fans. Die Unterstützung im RheinEnergieSTADION war trotz des Saisonverlaufs immer sehr groß. Wie erlebst du den Support?
Obwohl wir viele Spiele unglücklich verloren haben, war die Unterstützung der Fans im Stadion großartig. Seit ich hier bin, ist der Support der Fans fast immer positiv – auch jetzt in schlechten Zeiten. Wo wir stehen, steht kein Spieler von uns gerne. Die Fans honorieren Spieler, bei denen sie das Gefühl haben, dass sie alles für den Verein geben und sich auch dann zerreißen, wenn es aussichtslos scheint und nicht alles funktioniert. Nichtsdestotrotz haben die Fans das Recht dazu, auch ihren Unmut zu zeigen. Sie bezahlen Geld, nehmen viele Reisen auf sich und erleben dann eine solche Saison.

Wie geht man mit dieser Kritik um?
Man kann die Kritik verstehen und man nimmt sie auch an. Vereinzelte Reaktionen sind aber nicht angebracht. Wenn Spieler beleidigt werden, die in den letzten Jahren sehr viel für diesen Verein geleistet haben, dann ist es über der Grenze. Wir wissen, was wir verbockt haben. Es macht aber keiner mit Absicht. 

Am kommenden Spieltag geht es gegen Schalke weiter. Wie blickst du auf die Partie gegen den Tabellenzweiten?
Schalke spielt eine gute Saison. Die Mannschaft steht dieses Jahr dort, wo man sie erwartet. Sie haben gegen Dortmund gewonnen und jetzt noch mehr Rückenwind. Es wird sehr schwer, aber gegen gute Teams haben auch wir meist gut ausgesehen. Wir wollen auch dieses Spiel unbedingt positiv gestalten.

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1 Hamburger SV 37
2 1. FC Köln 33
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