
Brüder im selben Club: Die Vorgänger der El Malas
02.11.2026
Seit Sonntagnachmittag hat die Bundesliga ein neues Brüderpaar. Malek El Mala stellte sich der Beletage direkt mit einem Tor vor – ausgerechnet nach einer Flanke seines Bruders Said. Doch die El Malas sind längst nicht die ersten Brüder, die gemeinsam für einen Bundesligisten aufliefen. fc.de nennt zehn Beispiele – diese Brüder standen ebenfalls zeitgleich für denselben Club auf dem Platz.
Die Allofs
Das letzte und bislang einzige Mal, dass zwei Brüder gemeinsam für den FC aufliefen, liegt genau 40 Jahre zurück. In der Saison 1986/87 standen Klaus und Thomas Allofs in 18 Spielen gemeinsam auf dem Platz. Bereits zuvor hatten die beiden in Düsseldorf zusammengespielt, beim FC überschnitten sich ihre Wege allerdings nur für ein Jahr. Klaus feierte 1983 mit dem FC den DFB-Pokalsieg, Thomas wurde 1989 in Köln Vizemeister.

Die Kremers
Helmut und Erwin Kremer (hier links und rechts von Klaus Fischer) spielten gleich bei drei Bundesligisten gemeinsam: Zwischen 1969 und 1979 liefen die Brüder für Borussia Mönchengladbach, Kickers Offenbach und den FC Schalke 04 auf und beackerten dabei jeweils die linke Seite. Zusammen feierten sie zwei Pokalsiege. 1974 hätten sie sogar gemeinsam Weltmeister werden können. Doch weil Erwin am letzten Bundesliga-Spieltag den Schiedsrichter als „blöde Sau“ beleidigt hatte, verzichtete der DFB auf seine Nominierung. So darf sich heute nur Helmut im Hause Kremer Weltmeister nennen.

Die Funkels
Bevor Friedhelm Funkel zum wohl erfolgreichsten Zweitligatrainer wurde, war er selbst ein begnadeter Fußballer. Gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang lief er 173-mal für Bayer Uerdingen auf. 1985 feierten die Funkels den DFB-Pokalsieg, ein Jahr später erreichten sie das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger. Unvergessen bleibt das Wunder von der Grotenburg: Nach einer 0:2-Niederlage im Hinspiel lag Uerdingen im Rückspiel gegen Dynamo Dresden zur Halbzeit mit 1:3 zurück. Dank sechs Treffern in der zweiten Hälfte drehten die Krefelder die Partie noch und zogen mit einem 7:3 ins Halbfinale ein.

Die Rummenigges
Zwei Jahre lang gingen Karl-Heinz und Michael Rummenigge gemeinsam für den FC Bayern München auf Torejagd. In 40 Partien legten sich die Brüder gegenseitig sechs Treffer auf. Im Mai 1985 gewannen sie zusammen den DFB-Pokal. Während Karl-Heinz als Einzelspieler herausragte und 1980 sowie 1981 zweimal in Folge den Ballon d’Or gewann, sammelte Michael mehr Meisterschaften und Pokalsiege als sein älterer Bruder.

Die Kovacs
Mit keinem anderen Spieler stand Niko Kovac so häufig gemeinsam auf dem Platz wie mit seinem Bruder Robert. Insgesamt 151 Partien bestritten die beiden – zunächst für Bayer Leverkusen, später für den FC Bayern München und die kroatische Nationalmannschaft. 2003 feierten sie gemeinsam das Double. Mit Kroatien nahmen sie jeweils an zwei Welt- und Europameisterschaften teil. Auch heute sind die Brüder noch immer ein eingespieltes Team: Robert assistiert seinem Cheftrainer Niko aktuell bei Borussia Dortmund.

Die Boatengs
Deutlich seltener als die bisher genannten Brüder standen Kevin-Prince und Jerome Boateng gemeinsam auf dem Platz. Tatsächlich liefen sie nur zweimal für dasselbe Team auf: In der Saison 2006/07 kamen sie für Hertha BSC gegen Borussia Mönchengladbach und Energie Cottbus insgesamt auf 93 gemeinsame Spielminuten. Beide Partien verlor der Hauptstadtclub. Kurioserweise trafen die Brüder mit sechs direkten Duellen sogar häufiger als Gegenspieler aufeinander. Darunter waren auch zwei Begegnungen in der WM-Gruppenphase, als Deutschland auf Ghana traf.

Raffael & Ronny
Zwei weitere Brüder mit Hertha-Vergangenheit: Die Brasilianer Raffael und Ronny mischten zwischen 2010 und 2012 gemeinsam die Hauptstadt auf. Während der ein Jahr ältere Raffael vor allem als feiner Techniker glänzte, sorgte Ronny mit seinen wuchtigen Distanzschüssen für Aufsehen. Beim 2:0-Sieg der Hertha in Bochum im April 2011 traf Raffael nach Vorarbeit von Ronny. Es war die erste und einzige gemeinsame Torproduktion der beiden brasilianischen Brüder.

Die Benders
Die aus dem Nachwuchs des TSV 1860 München stammenden Bender-Zwillinge standen in 85 Bundesligapartien gemeinsam auf dem Platz. 2006 gewannen sie mit der U17 der Löwen die Deutsche Meisterschaft, ein Jahr später gehörten sie bereits zum Zweitligakader der Münchner. 2009 trennten sich ihre Wege: Sven wechselte zu Borussia Dortmund, Lars zu Bayer Leverkusen. Dort sollten sie später noch einmal zusammenspielen. 2021 beendeten beide ihre Karriere auf besondere Weise: Am letzten Spieltag in Dortmund wurde Lars für Sven eingewechselt und verwandelte wenig später einen Elfmeter zum 1:3-Endstand.

Die Eggesteins
Zwei Brüder aus dem Bremer Nachwuchs: Maxi und Johannes Eggestein schafften beide den Sprung aus der Werder-Akademie zu den Profis. Zwischen 2017 und 2021 standen sie in 41 Partien gemeinsam für die Hanseaten auf dem Platz. Danach trennten sich ihre Wege. Mittlerweile spielt kein Eggestein mehr für Werder: Maxi läuft für den SC Freiburg auf, Johannes trägt das Trikot von Austria Wien.

Die Schlotterbecks
Noch ein Brüderpaar, das sich gemeinsam zu den Profis spielte: Nico und Keven Schlotterbeck bildeten 2019 erstmals die Innenverteidigung des SC Freiburg. Insgesamt 13-mal standen die beiden gemeinsam für die Breisgauer auf dem Platz. 2022 erreichten sie zusammen das DFB-Pokalfinale, das Freiburg gegen RB Leipzig allerdings im Elfmeterschießen verlor. Mittlerweile sind die Brüder Konkurrenten: Nico läuft für Borussia Dortmund auf, Keven steht aktuell beim FC Augsburg unter Vertrag.
















