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David Fürst: „Mein Papa sitzt zu Hause und ist ziemlich nervös“
31.07.2026
David Fürst ist einer von sechs U21-Spielern, die mit den Profis des 1. FC Köln ins Trainingslager nach Kitzbühel reisen durften. Im ausführlichen Interview spricht der 19-jährige Rechtsverteidiger über die Rolle der Younggoats in Kitzbühel, wahrwerdende Träume und Ansporn sowie den FC-Bezug in der Familie und sein Doppelzimmer mit Jonathan Friemel.
David, Dein erstes Trainingslager mit den FC-Profis. Wie läuft es?
David Fürst: Es läuft gut. Die letzten Tage waren schon etwas anstrengend, vor allem der Montag als Hauptbelastungstag. Aber ich habe gut in die Mannschaft gefunden, alle sind sehr korrekt und offen. Wir sind hier in Kitzbühel eine richtig coole Truppe.
Wann hast Du davon erfahren, dass Du mit den Profis ins Trainingslager reisen darfst?
Das war alles ziemlich spontan und wir haben es kurzfristig erfahren. Wir waren zwei Wochen vorher schon mit der U21 im Trainingslager. Zwischendurch hat man mitbekommen, dass ein paar Spieler von unten hochkommen. Als ich die Info bekommen habe, dass ich dabei bin, war ich überglücklich.
Ein kleiner Traum, der damit in Erfüllung geht?
Ja, zu 100 Prozent.

Du durftest vergangene Saison schon bei den Profis mit trainieren und warst beim Spiel in Stuttgart sogar in Kader. Was hat das mit Dir gemacht?
Das ist einfach ein Kindheitstraum. Ich bin mit dem FC groß geworden, weil meine Schwester hier auch gespielt hat. Da kann man das eigentlich gar nicht in Worte fassen. Allein das Kaderdebüt in Stuttgart war schon sehr besonders und ich hatte Gänsehaut.
Du sagst, dass Du mit dem FC groß geworden bist. Warst Du früher selbst ein kleiner Fan, der bei Trainings zugeschaut und Autogramme gesammelt hat – und schreibst heute selbst Autogramme?
Ich war zwar nicht besonders oft beim Training der Profis, habe aber natürlich als kleiner Fan immer aufgeschaut. Wenn ich im Stadion war oder Profis getroffen habe, wollte ich immer ein Trikot, eine Unterschrift, ein Foto. Dass jetzt kleine Jungs nach dem Training ein Autogramm von mir wollen, ist schon sehr besonders. Das sind die ersten kleinen Schritte, das macht auf jeden Fall etwas mit mir.
Du durftest vergangene Saison mit der U19 auch schon im RheinEnergieSTADION auflaufen. Gibt das zusätzlichen Ansporn, solche Momente mit den Profis und im Idealfall konstant zu erleben?
Auf jeden Fall. Das Spiel gegen Inter Mailand – ich weiß gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll. Im RheinEnergieSTADION vor 50.000 Zuschauern zu spielen, war schon immer mein größter Traum. Dieses Erlebnis ist ein riesiger Ansporn und es ist zu 100 Prozent mein Ziel, wieder in diesem Stadion zu spielen, die Fans im Rücken zu haben und für diesen besonderen Verein aufzulaufen.
Mit wem teilst Du solche Erlebnisse und sprichst darüber?
Vor allem mit meiner Familie und meinen Freunden. Die stehen immer hinter mir und dafür bin ich sehr dankbar. Wir sprechen heute noch oft über diese Erlebnisse und dieses Spiel gegen Inter Mailand wird mir immer in Erinnerung bleiben.
Wie sieht es nun im Trainingslager aus? Telefonierst Du regelmäßig mit zu Hause und erzählst, was Du hier erlebst?
(lacht) Ja, mein Papa ruft ständig an. Ich glaube, er sitzt zu Hause und ist ziemlich nervös. Die Anspannung bei ihm ist groß, aber er ist natürlich überglücklich, dass ich hier dabei sein darf. Wir sind ständig in Kontakt.
War Dein Papa schon immer FC-Fan?
Ja, natürlich auch durch meine Schwester. Wenn mich früher jemand gefragt hat, bei welchem Verein ich einmal spielen möchte, hatte ich keine klare Antwort. Aber wenn ich gefragt wurde, mit welchem Verein ich aufgewachsen bin und welcher mein Herzensverein ist, habe ich immer den FC genannt. So ist es auch in meiner Familie. Der FC ist unser Verein.
Nun bekommst Du die Chance, Dich bei den Profis zu zeigen. Mit welcher Einstellung bist Du als junger Spieler ins Trainingslager gereist?
Am Anfang war ich einfach nur überglücklich und dankbar, dass ich dabei sein darf. Man geht auch mit großem Respekt in so ein Trainingslager, du kommst als junger Spieler von unten hoch und bist erst einmal der Kleinere. Da gehören dann auch Aufgaben und Kleinigkeiten dazu wie die Sachen zu tragen. Einer der ersten Gedanken war aber auch: Ich will alles geben, zeigen was ich kann und dem Trainer beweisen, dass ich das Tempo bei den Profis mitgehen kann.

Klappt das bislang so wie Du es Dir vorgenommen hattest?
Mit dem Trainingsauftakt ist es wirklich gut gelaufen. Man hat uns U21-Spielern angemerkt, dass wir schon zwei, drei Wochen länger im Training waren. Mit der Zeit habe ich selbst gemerkt, dass ich immer besser reinkomme. Je öfter man mit den Profis trainiert, desto mehr passt man sich natürlich an. Deshalb würde ich sagen: Ja, bisher läuft es so, wie ich es mir vorgenommen hatte.
Ist die Intensität und diese jeden Tag zu gehen der größte Unterschied zum Nachwuchsbereich?
Ja. In der U19 oder U21 hast du manchmal noch ein paar Sekunden, in denen du kurz durchatmen kannst. Das gibt es bei den Profis eigentlich gar nicht. Hier musst du jede Sekunde zu hundert Prozent fokussiert sein und immer damit rechnen, dass der Ball sofort wieder zu dir kommt. U19 ist eben noch Jugendfußball und auch zur U21 merkt man den Unterschied.
Suchst Du auch das Gespräch mit den erfahreneren Spielern oder dem Trainerteam, um Dir Tipps zu holen?
Auf jeden Fall. Das Schöne ist, dass sogar eher die erfahrenen Spieler und die Trainer auf uns zukommen und den Austausch mit uns suchen. Das finde ich richtig gut. Auch die Co-Trainer kommen oft zu einem, geben Tipps und reden viel mit dir. Die erfahrenen Spieler sind auch absolut korrekt. Wenn dir mal ein Fehler passiert, sagen sie sofort, dass du weitermachen sollst und den Kopf oben behalten musst. Alle sind wirklich offen und unterstützen einen.
Du hast schon erzählt, dass die jüngeren Spieler mehr Sachen tragen müssen. Was zählt sonst noch zu den Aufgaben von Euch Jungen?
Beim Teamabend mussten wir U21-Spieler und die Neuzugänge singen. Ansonsten sind es typische Aufgaben. Im Rondo gehen zum Beispiel immer die beiden Jüngsten zuerst in die Mitte. Ich finde das auch gut so. So gehört sich das einfach.

Seid Ihr im Alltag neben dem Platz vor allem als junge Gruppe zusammen oder mischt sich das gut durch mit den erfahrenen Spielern?
Das ist alles sehr gemischt. Gerade bei den Mahlzeiten wurde darauf geachtet, dass die Tischbesetzungen immer wieder wechseln. Nach jeder Mahlzeit sollten wir uns neu zusammensetzen. Dadurch ist alles gut durchmischt und es gibt keine festen Gruppen aus jüngeren oder älteren Spielern. Natürlich hat man als junger Spieler Respekt vor den erfahrenen, aber die Atmosphäre in der Mannschaft ist wirklich sehr entspannt, das ist eine sehr sympathische Truppe.
Gibt es unterschiedliche Gruppen wie die Kartenspieler oder die Playstation-Zocker? Und wozu gehörst Du?
Ich weiß nicht, ob es diese festen Gruppen bei uns gibt. Wenn ich mich einordnen müsste, dann in die entspannte Gruppe. Ich bin viel auf dem Zimmer, liege im Bett und entspanne. Ich bin auch mal am Handy oder mache einen Mittagsschlaf. Wir haben auch schon gemeinsam Tischtennis gespielt und sind Fahrrad gefahren, die freie Zeit nutze ich aber vor allem, um zu regenerieren und ein bisschen abzuschalten.
Habt Ihr alle Einzelzimmer bekommen?
Nein, wir Youngsters sind in Doppelzimmer.
Mit wem teilst Du Dir das Zimmer?
Mit Jonny Friemel.
Und, funktioniert gut?
Ja, auf jeden Fall.
Wie kann man sich das vorstellen mit Euch beiden auf dem Zimmer?
Jonny ist ein super Typ, ich habe ihn wirklich schon sehr ins Herz geschlossen. Ich war schon in der U19 oft mit ihm zusammen unterwegs, deshalb passt das richtig gut.
Seid Ihr ordentlich im Zimmer?
(lacht) Wenn ich mich gerade so umschaue, dann geht es. Es liegen schon ein paar Sachen herum. Aber bevor wir unser Zimmer verlassen, räumen wir eigentlich immer auf und hinterlassen alles ordentlich.
Du und Jonny kennt Euch schon länger. Ist es umso schöner, diese Reise mit so jemandem teilen zu können?
Auf jeden Fall. Es ist richtig cool, dass wir mit sechs Spielern aus der U21 dabei sind. Dadurch hat man noch einmal zusätzlichen Rückhalt und wenn irgendwas ist, kann man immer zu den Jungs gehen. Aber nicht nur das: Es ist einfach schön zu sehen, dass ich jetzt gemeinsam mit den Spielern oben bin, mit denen ich vergangene Saison noch um die Meisterschaft in der U19 gespielt habe. Das freut mich wirklich sehr.
Zum Abschluss des Trainingslagers steht am Freitag noch das Testspiel gegen die Hertha an. Was nimmst Du Dir dafür vor?
Ich möchte das Trainingslager gut abschließen und 100 Prozent auf dem Platz lassen. Ich hoffe, dass ich eine gute Leistung zeigen kann und wir das Spiel gewinnen, damit wir auch als Team einen erfolgreichen Abschluss des Trainingslagers haben.















