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Der Derby-Freistoß für die Ewigkeit

08.10.2026
Es ist der 19. November 2016. Der 1. FC Köln ist an diesem Samstagnachmittag im Borussia-Park in Mönchengladbach zu Gast. Mittlerweile läuft schon die 90. Minute und während die Fans ihre Mannschaften nochmal lautstark anfeuern, pfeift Schiedsrichter Manuel Gräfe ein Foulspiel an FC-Stürmer Artjoms Rudnevs in der Gladbacher Hälfte. Es steht 1:1, die Partie ist für den FC bisher nicht optimal verlaufen, erinnert sich Marcel Risse: „Insgesamt war es nicht unser bestes Spiel. Wir lagen auch mit 0:1 zurück, bis Anthony Modeste dann den Ausgleich macht.“
Der Mittelfeldspieler schnappt sich den Ball und legt sich diesen knapp 30 Meter vor dem Tor in halblinker Position zurecht. „Als ich zum Freistoß hingelaufen bin, hatte ich erst Blickkontakt mit Tony und war eigentlich fest davon überzeugt, das Ding irgendwie in den Sechzehner zu bringen, sodass er seine Kopfballstärke ausspielen kann“, verrät der damals 26-Jährige. „Er hat mir dann aber relativ schnell signalisiert: Schieß einfach drauf. Das habe ich dann auch getan.“
Neben Risse steht auch der junge Salih Özcan zum Ausführen des Freistoßes bereit. Der damals 18-Jährige soll den Ball leicht antippen, damit Risse wuchtig abziehen kann. „In dem Moment musste ich Salih kurz erklären, was ich von ihm möchte. Dann rollt er mir den Ball genauso hin, wie ich es haben wollte und ich treffe ihn außergewöhnlich gut“, erzählt der gebürtige Kölner. „Als der Ball dann tatsächlich auch wirklich oben eingeschlagen ist, war ich im ersten Moment so ein bisschen ungläubig.“
Nach dem Tor brechen alle Kölner Dämme, auf dem Rasen gibt es kein Halten mehr. Nach seinem Derbyhammer stürmt Risse in Richtung der tosenden FC-Fankurve. An die Momente nach dem 2:1-Siegtreffer kann sich der 36-Jährige noch sehr gut erinnern: „Ich war nie jemand, der sich Jubel vorgenommen hat, aber in dem Moment habe ich mir gedacht, ich muss irgendwas machen, was zu der Situation passt und bin dann auf meinen Knien in die Kurve gerutscht. Es war ein tolles Gefühl.“

Im ersten Moment war ich ein bisschen ungläubig.

Marcel Risse

Noch heute wird er von Fans auf das Tor angesprochen. Es zeigt, welchen Stellenwert das Derby bei Fans und Spielern hat. „Sobald der Spielplan im Sommer rauskommt, schaut man drauf und das Erste, was man sich merkt, sind die Termine des Derbys“, verrät Risse. „In der Trainingswoche vor dem Spiel nimmt man schon eine ganz andere Atmosphäre wahr. Man hat dieses gewisse Kribbeln und weiß, die ganze Stadt redet nur von dieser Partie.“
Der 163-malige FC-Spieler verfolgt die Spiele seines Ex-Vereins nach seinem Karriereende noch immer regelmäßig und ist bei Heimspielen oft im Stadion. Auf das Spiel am Sonntag freut er sich natürlich: „Beim Derby fiebert man als Fan einfach nochmal ein bisschen anders mit.“ Worauf es dann ankommt? „Ich gehe davon aus, dass das Spiel über die Emotionen und die Intensität kommen wird. Da hoffe ich natürlich, dass unsere Jungs genauso wissen, was das für die Fans bedeutet und das auf den Platz bringen und das Derby dann erfolgreich bestreiten können.“

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