
Ellyes Skhiri: Der, der zu Köln gehört
21.08.2026
Sieben Jahre nachdem Start seiner ersten FC-Zeit ist er zurück beim 1. FC Köln: Ellyes Skhiri wechselt aus Frankfurt in die Domstadt – an den Ort, wo er seine besten Jahre erlebte. Eben dorthin, wo er hingehört. fc.de blickt auf eine besondere Beziehung.
31. August 2019 – der Entscheider
1:1. Nachspielzeit in Freiburg. Der FC steht am dritten Spieltag vor dem ersten Punktgewinn der neuen Saison. Mit dem Ergebnis scheinen beide Mannschaften zufrieden zu sein, bis Ellyes Skhiri einen Gegner an der Mittellinie aussteigen lässt. Der Tunesier läuft los und trägt den Ball bis in den Freiburger Strafraum. Nico Schlotterbeck spekuliert auf einen Pass in die Spitze und öffnet das Schussfenster. Skhiri fackelt nicht lange und schließt mit links ins kurze Eck ab. Er dreht ab, breitet die Arme aus und jubelt mit herausgestreckter Zunge. Erstmals hat er den FC zu drei Punkten geschossen. Es ist ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte.
Im Sommer 2019 war Skhiri aus Montpellier nach Köln gewechselt. Erstmals hatte er seinen Heimatclub, für den er 133-mal aufgelaufen war, verlassen. Der heute 31-Jährige wurde in Lunel, einem Vorort von Montpellier, geboren, entschied sich aber früh, für die tunesische Nationalmannschaft aufzulaufen. Beim FC erfüllte er schnell die Erwartungen. Skhiri war ein Arbeiter und Leader – und tauchte aus der Zentrale oft gefährlich vor dem Tor auf.
28. November 2020 -der Retter
Jeder wusste, was kommen würde. Funktioniert hat es trotzdem – immer wieder: Eckball an den ersten Pfosten, Skhiri lauert am zweiten und schiebt ein. An diesem Novembertag in Dortmund sogar zweimal in einem Spiel. Der FC gewinnt dank seines Matchwinners mit 2:1.

Es waren elementar wichtige drei Punkte, denn am Saisonende rettete sich die Mannschaft des damaligen Trainers Friedhelm Funkel am letzten Spieltag in die Relegation. In Kiel setzte sich der FC schließlich mit 5:1 durch. Auch hier steuerte Skhiri einen Treffer bei. In seiner zweiten Saison kam der Tunesier in 34 Spielen auf sechs Tore und drei Assists. Zudem fing er ligaweit die meisten Bälle auf seiner Position ab.
In seinem dritten Jahr hatte der Mittelfeldspieler mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er absolvierte nur 22 Ligaspiele, kam dabei aber trotzdem auf vier Tore. Pünktlich zum Saisonendspurt war Skhiri wieder fit und half dabei, dass der FC als Tabellensiebter in die UEFA Conference League einzog.
25. August 2022 - Ellyes und das rote Meer
Die Tribüne bebt. Skhiri breitet die Arme aus und schaut auf das tobende rote Meer. Kurz zuvor hat er das 2:0 im Qualifikations-Rückspiel im ungarischen Fehervar erzielt. Auch diesmal lief er während eines Standards aus dem Rückraum an den zweiten Pfosten. Die 4.000 mitgereisten FC-Fans feiern ihn.

Dank des Treffers qualifizierte sich der FC für die Gruppenphase. Trotz der Dreifachbelastung spielte Skhiri seine beste Saison. Zum dritten Mal in seinen vier Jahren beim FC zählte er zu den drei laufstärksten Akteuren der Bundesliga. Doch auch offensiv lieferte er ab: Sieben Tore in 32 Spielen – mehr Treffer in einer Saison sollten ihm bis heute nicht gelingen. Der kicker wählte ihn im Sommer zum besten defensiven Mittelfeldspieler Deutschlands.
12. Februar 2023 - „Der, der zu Köln gehört”
Da er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert hatte, war sein vorerst letztes Jahr in Köln von zahlreichen Gerüchten begleitet. Vor allem Eintracht Frankfurt buhlte um die Dienste des Sechsers. Im Rückspiel gegen die Hessen kam es dann, wie es kommen musste: Skhiri brillierte mit einem Doppelpack und schoss den FC zu einem 3:0-Heimsieg. Nach seinem Treffer rief Stadionsprecher Michael Trippel ins Stadion-Mikro: „Torschütze war der Spieler mit der Nummer 28. Der, der zu Köln gehört. Ellyes…“
Der Wechsel nach Frankfurt passierte trotzdem. Auch wenn er Skhiri nicht leichtfiel. „Ich werde die Stadt nie vergessen. Wir werden auf jeden Fall zurückkommen, auch weil meine Tochter hier geboren wurde“, sagte er damals. Ob er zu diesem Zeitpunkt schon ahnte, dass er das FC-Trikot nur drei Jahre später wieder tragen würde? Wahrscheinlich nicht. Sicher ist nur: Der FC war für Ellyes Skhiri nie einfach nur eine Station.
Jetzt ist er zurück – an dem Ort, an dem er seine besten Jahre erlebte. Dort, wo er hingehört.















