
FC-Handball: Von Klein bis Groß
25.09.2026
Die Zusammenarbeit von Katrin Thiet und Marc Breitenbroich begann, als dieser gerade einmal sechs Jahre alt war – bei den Minis des 1. FC Köln Handball. Über die Jahre haben sich die Konstellationen verändert, doch die Verbindung blieb. Heute trainieren die beiden die Drittliga Frauen der Handballabteilung.
Wenn Katrin Thiet von Marc Breitenbroich erzählt, dann beginnt die Geschichte vor rund 26 Jahren. Sie war mit Anfang 20 Trainerin der Minis beim 1. FC Köln Handball. Und dann war da dieser Sechsjährige, der durch seine lockigen Haare auffiel und herausstach, ansonsten aber ein eher ruhiges Kind war. Wenn sich die Kinder bei einer Übungsform zu zweit zusammentun sollten, nahm er immer das Kind, das am nächsten zu ihm war. Es gibt witzige Videos davon. Erinnerungen, die bleiben. Es ist das Alter, in dem Kinder an den Sport herangeführt werden und die Liebe zu ihm entwickeln. Über ein Angebot der Grundschule kam Breitenbroich zum Handball. Und es sind Menschen wir Katrin Thiet, die dafür sorgen, dass die Kinder beim Sport bleiben – durch viel Herzblut und ehrenamtliches Engagement. „Katrin hat wie andere Trainer und Wegbegleiter einen großen Anteil daran“, sagt Breitenbroich.
Thiet ist Lehrerin im Hauptberuf, daneben aber schon lange im Handball aktiv. Sie hat selbst gespielt, Trainerpositionen bekleidet, leistet Verbandsarbeit. Immer mit Leidenschaft für den Sport. Sie hat sich stetig weiterentwickelt – ein Prozess, der bis heute anhält, auch dank Breitenbroich.

Verschiedene Wege, die wieder zusammenführen
Zur D-Jugend gingen die Wege von Thiet und Breitenbroich zunächst auseinander, als sich die gemischte Mini-Gruppe in Mädchen- und Jungen-Teams trennte. Danach gingen die beiden ihren Weg. Breitenbroich wechselte später den Verein, war zwei Jahre in England und studierte in Aachen. Von dort aus pendelte er bereits wieder nach Köln und spielte für die FC-Herrenteams und feierte mit diesen einige Aufstiege. 2015 kehrte er endgültig nach Köln zurück und übernahm zusätzlich Traineraufgaben. Auch er startete bei den Minis – und trainierte diese zusammen mit: Katrin Thiet.
Von ihr bekam der junge Coach auch einen guten Rat: Geh Schritt für Schritt und eigne Dir erst das nötige Wissen an. Auf diesen Tipp hin ließ er eine erste Chance, die Oberliga-Frauenmannschaft zu trainieren, aus und ging Step by Step. Erst im männlichen Nachwuchsbereich, dann bei der dritten Frauen-Mannschaft, wo er wieder auf Thiet traf – als Spielerin.
17 Jahre liegen zwischen den beiden – seit einigen Jahren arbeiten sie erfolgreich als Trainergespann zusammen, Breitenbroich als Cheftrainer, Thiet als Co-Trainerin. Erst mit Aufstiegen bei der dritten und zweiten Frauenmannschaft, dann bei der zweiten Herrenmannschaft und inzwischen im zweiten Jahr bei der ersten Frauenmannschaft in der 3. Liga. Dabei geht es nicht immer darum, derselben Meinung zu sein, sondern viel mehr um den direkten und offenen Austausch, den die beiden vertrauensvoll pflegen. „Ich schätze an Katrin, dass sie immer klar ihre Meinung sagt“, betont Breitenbroich. Thiet sei eine perfekte Co-Trainerin, die sich nicht in den Vordergrund drängt, aber inhaltlich stark ist. „Ich bin immer sehr direkt“, sagt auch Thiet. Gleichzeitig akzeptiert sie auch andere Meinungen und ist loyal als Co-Trainerin. „Am Ende muss einer die Entscheidungen treffen“, sagt sie. Dabei schätzt sie den Austausch, durch den man voneinander lernt und sich gemeinsam weiterentwickelt.

Mit Ruhe zum Ziel
Ihren Trainerkollegen beschreibt Thiet als „ruhig und besonnen“, so wie sie ihn schon als Sechsjährigen im Mini-Training kennengelernt hatte. Breitenbroich arbeite akribisch und überlegt, mache sich viele Gedanken über die nächsten Schritte. Das ist auch wichtig bei einer Frauen-Mannschaft, wie Thiet aus eigener Spielerinnenvergangenheit weiß. Ihre Erfahrungen zeigten, dass Spielerinnen Entscheidungen des Trainerteams oft intensiver hinterfragen und interpretieren. Solche Signale können auch die emotionale Dynamik innerhalb der Mannschaft beeinflussen. „Da gilt es, klar und transparent zu kommunizieren“, sagt sie, auch im Austausch mit ihrem Cheftrainer.
Seite an Seite starten die beiden in eine neue Saison. Vergangene Saison stand am Ende der dritte Platz. Weil aufgrund der Hallensituation ein Aufstieg in die zweite Liga nicht möglich ist, geht es nicht nur um den reinen sportlichen Erfolg. Man will zukünftig mehr junge Spielerinnen, auch aus dem eigenen Nachwuchs, einbauen und sie entwickeln, sagt Thiet. Doch letztlich sind sie eben doch Sportler. „Man möchte immer das Maximale erreichen“, sagt Breitenbroich. Die Liebe zum Handball ist eben bis heute da – bei ihm, der damals als Sechsjähriger begonnen hat, und bei Thiet, die über all die Jahre so viele junge Handballerinnen und Handballer wie ihn betreut und gefördert hat.
Dieser Text ist zuerst im GeißbockEcho (Ausgabe 1, Saison 2026/27) erschienen. Weitere Hintergrundstorys zum FC lest Ihr hier im geschlossenen Mitgliederbereich. Falls Ihr die neue Ausgabe in gedruckter Form lesen wollt, könnt Ihr Euch das GeißbockEcho hier im Fanshop bestellen.















