
Führich: „Darauf können sich die FC-Fans freuen“
03.09.2026
Chris Führich hat zwischen 2017 und 2019 zwei Jahre für den 1. FC Köln gespielt. Nach Stationen bei Borussia Dortmund II und in Paderborn wechselte er 2021 zum VfB Stuttgart. Mit den Schwaben hat er in fünf Jahren schwierige Zeiten erlebt und gegen den Abstieg gespielt, aber auch den Pokal gewonnen und die Vizemeisterschaft geholt. Vor dem Spiel am Freitagabend (20.30 Uhr, FC-Liveticker) mit dem VfB gegen den 1. FC Köln spricht er im Interview über diese Entwicklung, die Arbeit von Sebastian Hoeneß, seinen Blick auf den FC und FC-Neuzugang Borna Sosa.
Chris, die wichtigste Frage vorneweg: Wie geht es Dir?
Chris Führich: Alles gut. Ich bin wieder topfit und habe die Verletzung auskuriert.
Wie bitter war es, dieses erste Spiel in München, den Saisonauftakt, auf den so viele blicken, zu verpassen?
Es war natürlich schade, dass ich beim Bundesliga-Auftakt nicht dabei sein konnte. Ich hatte alles versucht, um rechtzeitig fit zu werden. Aber am Ende hat die Zeit leider nicht gereicht.
Wo hast Du das Spiel verfolgt und wie bewertest Du es?
Ich habe es mir im Fernsehen angeschaut. Wir wussten aus den vergangenen Begegnungen, wie schwer es ist, gegen den FC Bayern zu spielen. Wir sind gut ins Spiel gestartet und haben uns mit dem Ausgleichstreffer für unsere guten Phasen belohnt. Nach dem erneuten Rückstand war es dann schwer, noch einmal zurückzukommen, weil die Bayern immer besser in ihren Rhythmus kamen. Wir haben das Spiel abgehakt und schauen nach vorne.
Muss man nach diesem Auftakt davon ausgehen, dass die Meisterschaft wieder nach München gehen wird?
Der FC Bayern verfügt über große Qualität und viel individuelle Klasse. Demnach wird es für jede Mannschaft schwer werden, gegen sie zu bestehen. Aber wir sind noch am Anfang der Saison, deshalb ist es noch viel zu früh, über die Meisterschaft zu sprechen.
Viele Experten sehen Euch im direkten Verfolgerfeld. Mit welcher Erwartungshaltung seid Ihr selbst in die Saison gegangen?
Wir haben einen sehr guten und ausgeglichenen Kader und sind auch in der Breite gut aufgestellt. Wir wollen eine gute Rolle spielen und Woche für Woche unser Potenzial abrufen.
Du hast in Deiner Zeit in Stuttgart von Abstiegskampf und Relegation bis zur Vizemeisterschaft und dem Pokalsieg alles mitgemacht. Wie hast Du diese Entwicklung von innen heraus wahrgenommen?
Natürlich macht es als Spieler deutlich mehr Spaß, wenn man erfolgreich ist und nicht gegen den Abstieg kämpfen muss. Gerade die schwierigen Phasen können sehr belastend sein. Deshalb ist es umso schöner, wenn man auch den Aufschwung und andere Zeiten erlebt. Wenn man die schwierigen Phasen mitgemacht hat, weiß man die guten Zeiten umso mehr zu schätzen.
Woran machst Du diese Entwicklung fest?
Der Aufschwung ist eng mit unserem Trainer Sebastian Hoeneß verbunden. Seit er beim VfB Stuttgart ist, hat sich die Mannschaft kontinuierlich weiterentwickelt. Er hat es geschafft, die Stärken der Spieler hervorzuheben und als Mannschaft auf den Platz zu bringen. Gleichzeitig haben auch die Verantwortlichen des Vereins und das Management mit ihren Entscheidungen und ihrer Arbeit ihren Anteil an dieser positiven Entwicklung.

Was macht Sebastian Hoeneß in der täglichen Arbeit aus?
Er pflegt einen sehr offenen und positiven Umgang mit uns. Gleichzeitig findet er einen sehr guten Mix zwischen harter Arbeit und einer guten Atmosphäre. Zudem ist er sehr empathisch und hat im Umgang mit den Spielern ein feines Gespür. Und nicht zuletzt sieht man auch an der sportlichen Entwicklung, welche Qualitäten er als Trainer mitbringt.
Geht Ihr mit dem Anspruch in eine Saison, am Ende ganz vorne dabei zu sein und im Idealfall die Champions League zu erreichen?
Wir wollen in der Bundesliga wieder eine gute Rolle spielen. Unsere Mannschaft hat das Potenzial dazu. Wir wissen aber auch, dass wir nichts geschenkt bekommen und uns das Woche für Woche hart erarbeiten müssen.
Du warst Teil dieser positiven Entwicklung. Wie siehst Du Deine persönliche Entwicklung?
Mit den Jahren sammelt man Erfahrungen und entwickelt sich weiter. Auch ich hatte Phasen, in denen es sehr gut lief, und Phasen, die etwas schwieriger waren. Natürlich hat man als Spieler das Ziel, konstant und kontinuierlich auf höchstem Niveau zu performen. Jede dieser Phasen hat mich reifen lassen. Deshalb fühle ich mich aktuell sowohl persönlich als auch fußballerisch auf einem guten Niveau.
Du bist mit 28 Jahren im besten Fußballeralter. Übernimmst Du inzwischen auch verstärkt Verantwortung?
Es ist schon mein Anspruch, Impulse zu geben und Verantwortung zu übernehmen. Jeder hat seine Art, Einfluss auf die Mannschaft zu nehmen. Ich bin nicht der lautstärkste Spieler, der die ganze Mannschaft mitreißt. Ich versuche, mit meinen Leistungen auf dem Platz voranzugehen, meine Erfahrung einzubringen und der Mannschaft zu helfen.
Blicken wir noch auf Deine Zeit in Köln zurück. Wie hast Du diese in Erinnerung?
Wenn ich ehrlich bin, fällt mein Fazit gemischt aus. Die Zeit in Köln begann sehr positiv, ich habe mich schnell in der zweiten Mannschaft etabliert und durfte sogar mein Profidebüt feiern. Später wurde ich leider nicht mehr so berücksichtigt, wie ich es mir gewünscht hätte. Trotzdem habe ich mich in den Jahren durchgekämpft und versucht, alles reinzuhauen, um mich bestmöglich weiterzuentwickeln. Es war unter dem Strich eine sehr lehrreiche Zeit, aus der ich viel mitgenommen habe und die ich trotz allem mit vielen guten Erfahrungen verbinde.
Verfolgst du den FC heute noch?
Ich schaue generell viel Bundesliga-Fußball und verfolge natürlich auch den FC. Diese Verbundenheit ist schon da. Aber ich habe nicht immer alles im Detail im Blick, weil mein Fokus klar auf dem VfB liegt.

Zum Abschluss noch ein Wort zum letzten FC-Neuzugang Borna Sosa, mit dem Du in Stuttgart zusammengespielt hast. Worauf dürfen sich die FC-Fans freuen?
Borna ist ein guter Typ und ein Spieler mit großer Qualität. Vor allem seine Flanken und Standards gehören zu seinen Stärken. Darauf können sich die FC-Fans auf jeden Fall freuen.















