
Isak Johannesson: der Pokalexperte
25.08.2026
Es läuft die achte Minute der Nachspielzeit. Flanke von links, Ragnar Ache legt per Kopf ab auf Isak Johannesson. Der Isländer nimmt den Ball an, trifft und verwandelt den Gästeblock in ein Jubelmeer. Es ist der Siegtreffer in einer schon verloren geglaubten Partie. Es ist die erste Runde im DFB-Pokal. Es ist das Spiel des 1. FC Köln beim SSV Jahn Regensburg, das mit 0:1 aus Kölner Sicht in die Nachspielzeit geht, und nach Toren von Eric Martel und eben Johannesson mit 2:1 endet. Es ist der August 2025.
Johannesson, der Matchwinner. Genau ein Jahr und eine Woche später soll sich Geschichte wiederholen. Wieder ist der FC als Bundesligist der Favorit zu Gast bei einem Drittligisten, dieses Mal am Würzburger Dallenberg. Wieder tut sich der FC schwer, gerät gegen die Würzburger Kickers in Rückstand. Und wieder schlägt die Stunde des Isak Johannesson. In der 62. Minute, es erinnert ganz stark an das Tor in Regensburg: Wieder kommt der Ball von links, dieses Mal von Marius Bülter. Wieder legt Ragnar Ache ab, statt dem Kopf dieses Mal mit der Hacke. Und wieder ist Johannesson da, der kaum Zeit zu reagieren hat, den Ball aber ins Würzburger Tor schießt.
Schlenzer ins Glück
Doch das eine Tor reicht Johannesson an diesem Montagabend in Franken nicht. Trainer René Wagner hatte gerade gewechselt, als der FC über rechts angreift. Tom Krauß schickt Linton Maina steil, dieser legt zurück auf Johannesson. Der Mittelfeldspieler hat am Strafraumeck einen freien Fuß und schlenzt den Ball unhaltbar ins lange Eck zum 2:1. Es sollte der Siegtreffer sein, auch wenn der FC noch eine Großchance der Kickers überstehen musste.

„Isak kam gerade mit der Man-of-the-match-Trophäe an mir vorbei, die hat er sich heute auch verdient“, sagte FC-Geschäftsführer Thomas Kessler nach der Partie. Er sprach über eine taktische Änderung zur Pause. Während Johannesson in Durchgang eins etwas defensiver stand und die Bälle verteilen sollte, habe er in Halbzeit zwei offensiver agiert. „So wurde der dann auch torgefährlich.“
Isak Johannesson scheint Pokalspiele zu lieben. Während er in 31 Bundesliga-Spielen für den FC einen Treffer erzielt hat, waren es in drei DFB-Pokal-Spielen ganze drei. „Ich bin sehr glücklich, dass ich der Mannschaft mit den beiden Toren helfen konnte“, sagte er bescheiden nach den 90 Minuten. Die erste Runde sei „immer schwer, so war es auch letztes Jahr in Regensburg. Das Wichtigste ist, in die nächste Runde zu kommen.“ Da kann sich glücklich schätzen – ob in Regensburg oder Würzburg – wer den Pokalexperten Isak Johannesson in seinen Reihen hat.















