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Lochoshvili: „Ich will meine Emotionen auf die Fans übertragen“
03.09.2026
Neuzugang Luka Lochoshvili hat am vergangenen Samstag sein erstes Heimspiel in der Bundesliga für den 1. FC Köln absolviert und durfte gleich einen Sieg bejubeln. Im Interview mit fc.de spricht der georgische Nationalspieler über die 90 Minuten gegen Hoffenheim, die Stimmung im Stadion und seine ersten Wochen in Köln.
Luka, Du hast am vergangenen Wochenende zum ersten Mal vor 50.000 Fans im RheinEnergieSTADION gespielt. Wie hast Du das Spiel erlebt?
Luka Lochoshvili: Es war ein unglaubliches Erlebnis. Ich mag das Stadion sehr und die Stimmung war fantastisch. Das Spiel war auch sehr interessant. Es hat sicher Spaß gemacht, von außen zuzuschauen. Dann haben wir das Spiel auch noch gedreht, es hat einfach alles gepasst.
Viele gegnerische Spieler mögen es nicht, in Köln zu spielen, weil die Fans ein großer Vorteil für den FC sind. Haben Euch die Fans auch am Samstag nochmal einen Schub gegeben?
Ich denke, dass es sehr schwierig ist, gegen uns zu spielen – vor allem zuhause. Die Fans haben uns in der zweiten Hälfte definitiv einen Boost gegeben. Dadurch konnten wir den Gegner hinten reindrücken. Sie haben auch nach dem Gegentreffer gut reagiert und uns direkt wieder nach vorne gepeitscht. Wir haben als Kinder alle mit dem Fußballspielen begonnen, um irgendwann mal vor so einer Kulisse zu spielen.
Du hast fast Dein erstes Tor erzielt. Von der Tribüne sah es so aus, als würde der Ball reingehen. Wie war die Situation für Dich?
Da haben wirklich nur wenige Zentimeter gefehlt. Ich hätte das Tor gerne gemacht, aber die drei Punkte sind viel wichtiger. Ich möchte so schnell wie möglich mein erstes Tor schießen – am liebsten in einem Heimspiel. Ich würde gerne mit dem ganzen Stadion jubeln.

In der zweiten Hälfte hattest Du noch eine wichtige Grätsche als letzter Mann. Macht das fast noch mehr Spaß, als ein Tor zu schießen?
Für einen Verteidiger sind das sicher die wichtigen Situationen. Es war auch in einer entscheidenden Phase im Spiel. Ich war sehr glücklich, dass es funktioniert hat und ich der Mannschaft damit helfen konnte. Solche Aktionen geben dir Selbstvertrauen.
Das hat man an Deiner Reaktion gesehen.
Ja, ich mag es, die Fans nach solchen Tacklings mitzunehmen. Ich will meine Emotionen auf die Fans übertragen. In Köln muss man dafür nicht viel machen. Die Zuschauer reagieren sehr auf das Spiel und springen nach solch einer Aktion sofort auf. Das hat mir schon sehr gefallen.
In der zweiten Hälfte seid Ihr richtig gut aus der Kabine gekommen. Was hat Euch der Trainer in der Halbzeit gesagt?
Er hat uns gesagt, dass wir gut gestartet sind und im Laufe des Spiels die Kontrolle abgegeben haben. Wir waren nicht aggressiv genug und standen phasenweise zu tief. Nach Pressing-Momenten hat Hoffenheim auch Fehler gemacht. Das war ihm wichtig, vor allem weil es nur 0:1 stand und das Spiel noch völlig offen war. Wir wussten, dass wir unsere Chancen bekommen, um die Partie noch zu drehen.
In der letzten Saison haben nur die Bayern in mehr Spielen nach einem Rückstand noch gepunktet als der FC. Diese Mannschaft gibt nicht auf. Hast Du das auch gespürt?
Auf jeden Fall! Die Mannschaft hat die richtige Einstellung. Das kannst du spüren. Mit den Fans im Rücken fällt dir das auch sehr leicht. Sie bauen dich auf, wenn du im Spiel eine schwierige Phase durchlebst, der Gegner gerade stärker wird oder wir ein Gegentor bekommen. Wenn wir diese Mentalität und den Zusammenhalt aufrechterhalten, können wir in dieser Saison viel Spaß haben.
Der Trainer hat Dich nach dem Spiel gelobt, weil Du bereits viel Verantwortung übernimmst. Gefällt Dir diese Rolle als Leader?
Ich mag es, Verantwortung zu übernehmen. Ich möchte immer einer sein, der auf dem Feld alles gibt, aggressiv ist und Emotionen zeigt. Ich hoffe, dass ich die anderen damit ein Stück weit mitziehen kann. Ich verstelle mich aber nicht. Ich spreche nur zum Team, wenn ich auch wirklich glaube, dass wir es gerade brauchen. Ich will ein Leader sein, der aufgrund seiner guten Leistungen anführt.

Wie waren die ersten Wochen insgesamt für Dich? Wie hat Dich die Mannschaft aufgenommen?
Die Stimmung im Team ist sehr angenehm. Wir sind schon sehr eng miteinander und helfen uns gegenseitig. Wir haben viele neue Spielerund werden in den nächsten Wochen noch besser zueinander finden. Die ersten beiden Siege helfen da sicher auch. Wir sind auf einem sehr guten Weg.
Wie gefällt Dir die Stadt und das Leben in Köln?
Es wird einem sehr leicht gemacht, sich hier wohlzufühlen. Die Menschen sind sehr freundlich und offen. Wenn ich mir einen Kaffee holen gehe, werde ich eigentlich immer nett angesprochen. Ich habe mittlerweile auch eine Wohnung gefunden, das macht es nochmal leichter. Ich kann bisher nur positiv über meine ersten Wochen hier sprechen.
Am Freitag geht es für Euch nach Stuttgart. Was wird Euch dort für ein Spiel erwarten?
Der VfB ist ein sehr starkes Team, das haben sie in den letzten Jahren gezeigt. Die individuelle Qualität ist sehr hoch. Für uns wird es wichtig sein, dass wir 90 Minuten lang fokussiert belieben und alle unsere Aufgaben auf dem Feld erledigen. Wenn wir unseren Plan umsetzen, ist auch in Stuttgart alles möglich. Wir werden alles geben, um auch dort etwas mitzunehmen.















