
Maina: „Das ist einfach Köln“
29.10.2026
Ein Tor und eine Vorlage, dazu viele weitere gute Offensivaktionen. Keine Frage, Linton Maina war am Dienstagabend ein großer Faktor beim fulminanten 5:0-Heimsieg des 1. FC Köln im DFB-Pokal gegen Union Berlin. „Wir hatten sehr viel Spaß, haben super harmoniert und uns gegenseitig gepusht“, sagte Maina am Tag nach dem Spiel.
In 90 Minuten hat die Mannschaft die Stimmung gedreht. Von Pfiffen nach dem 0:0 gegen Schalke bis hin zu einer euphorischen Atmosphäre im Stadion nach dem Erfolg im Pokal. „Das ist einfach Köln“, sagte Maina. „Am Samstag sind wir noch mit Pfiffen vom Spielfeld gegangen und mit Rufen, die meiner Meinung nach zu Unrecht sind. Das hat uns alle schon ein bisschen enttäuscht. Ich weiß nicht, ob wir auch das am Dienstag rausgelassen haben. Aber das ist Köln, es geht schnell hoch und runter. Deswegen lieben auch so viele den Verein so sehr, weil er so emotional ist. Daran muss man sich gewöhnen.“
„Sehr gutes Verhältnis zum Trainerteam“
Maina freute sich „extrem für René und das gesamte Trainerteam“, wie er betonte. Man habe sich in den vergangenen Wochen in Punkten verbessert, wie zum Beispiel im Verteidigen von Standardsituationen, was in den vergangenen Jahren immer Thema war. „Wir haben ein gutes Verhältnis innerhalb der Mannschaft und auch ein sehr gutes Verhältnis zum Trainerteam“, sagte der Flügelflitzer.
Mit Bezug auf den Coach hatte Maina noch eine Anekdote parat: „René meinte vor dem Spiel, dass er das Gefühl hat, dass es vorne nun passt und der Knoten irgendwie einfach platzen muss. Dass das in dem Spiel so geklappt und er es sozusagen vorhergesagt hatte, freut mich umso mehr.“
Gegen Union funktionierte es offensiv hervorragend, insbesondere das Zusammenspiel mit Said El Mala war top. „Wir verstehen uns auf und neben dem Platz echt gut. Wir sind sehr gut befreundet und es ist umso schöner, auch auf dem Platz zu sehen, dass es harmoniert.“ Aber es habe in der Offensive insgesamt gut geklappt: „Wir haben das erste Mal zwei, drei Spiele hintereinander so zusammengespielt. Es braucht immer auch ein bisschen Zeit, sich zu finden.“

Maina selbst steht nach neun Pflichtspielen nun schon bei sechs Scorern. „Es ist immer schön, die Leistung mit Toren und Vorlagen zu bestätigen“, sagte Maina. Er sei aber ein Spieler, der nicht so sehr auf die eigenen Scorer achte. „Heutzutage wird ein Spieler leider nur noch an Toren und Vorlagen gemessen. Das ist ein bisschen schade, weil dadurch andere Sachen wie die Arbeit gegen den Ball oder die Laufdistanz oft hinten runterfallen. Es geht immer ums Kollektiv und jeder leistet seinen Beitrag dazu.“
Motiviert in die neue Saison
Dass es für Maina so gut läuft, ist kein Zufall. „Ich hatte extrem Bock auf dieses Jahr. Ich habe nach einem schwierigen Jahr eine neue Chance gesehen. Ich wusste, woran ich beim Trainer bin und dass er mir vertraut, auch wenn ich mich vielleicht erst mal hinten anstellen muss“, erklärte Maina. „Ich hatte das Gefühl, dass ich mein Potenzial noch mehr zeigen kann.“ Er habe viel gearbeitet, mehr gemacht, schon frühmorgens Läufe absolviert: „Ich hatte einfach Lust, Fußball zu spielen und auf dem Platz zu stehen.“
Im Pokal ist der FC eine Runde weiter und steht im Achtelfinale. Ein Endspiel mit dem FC zu erleben, wäre für den gebürtigen Berliner ein absoluter Traum. Er war in den vergangenen drei Jahren jeweils als Zuschauer beim Endspiel. „Das ist schon krass. Ich habe mir einfach nur vorgestellt, wenn unsere Fans da wären, da würde die ganze Stadt auf dem Kopf stehen.“ Während des Endspiel-Wochenendes sei in Berlin ein anderes Gefühl zu spüren: „Da kommt das Fußballfeeling raus, was sonst gar nicht so sehr verbreitet ist in der Stadt.“
Am Sonntag geht es für Maina und Co. schon einmal nach Berlin, dann kommt es quasi zum Rückspiel gegen Union. Diesmal in der Liga und an der Alten Försterei. „Ich glaube, da erwartet uns ein ganz anderes Spiel“, blickte Maina voraus. „Die Unioner werden angefressen und sauer sein, das kann auf jeden Fall eklig werden. Ich glaube nicht, dass sie so ein Spiel nochmal zulassen vor den eigenen Fans, wo sie teilweise schon sehr offen standen.“ Er erwartet mehr Kampf und mehr Spiel auf die zweiten Bälle. „Das müssen wir annehmen und mit dem Selbstvertrauen vom Dienstag ins Spiel gehen. Wir wollen, dass auch auswärts der Knoten endlich platzt.“















