
McKenna: „War ein richtig geiles Gefühl“
17.09.2026
Es ist der 27. August 2011. Der 1. FC Köln gastiert beim Hamburger SV. Warmes Sommerwetter, 85. Minute – und auf dem Rasen ist einiges geboten. Gerade hat der junge Christian Clemens nach einer Ecke von Mato Jajalo den 3:3-Ausgleich erzielt. An der Seitenlinie macht sich Kevin McKenna bereit. FC-Cheftrainer Stale Solbakken schickt den Kanadier für die heiße Schlussphase auf das Feld. An jene Einwechslung erinnert sich McKenna noch heute sehr gut: „Wir haben hinten gelegen und ich habe gedacht, dass ich nicht mehr reinkomme. Dann stand es plötzlich 3:3 und ich wurde eingewechselt, um den Punkt abzusichern.“
Nur wenige Momente später pfeift Schiedsrichter Florian Mayer ein Foulspiel an Milivoje Novakovic in der Hamburger Hälfte. McKenna, der eigentlich hinten bleiben soll, hat einen anderen Plan: „Stale wollte nicht, dass ich nach vorne laufe. Ich habe mir aber gedacht: Ich bin einer der kopfballstärksten Spieler, ich will nach vorne.“
Der Innenverteidiger begibt sich in den Hamburger Strafraum. Im linken Halbfeld legt sich Mittelfeldspieler Sascha Riether den Ball zurecht, um diesen hoch und weit in Richtung des Sechzehners der Hanseaten zu befördern. „Der Ball kommt nicht so richtig gut in den Strafraum“, erinnert sich der damals 31-jährige McKenna. „Dann setze ich mich ein bisschen ab und der zweite Ball landet bei mir und geht dann irgendwie ins Tor.“

Für die Kölner gibt es kein Halten mehr. Es steht 4:3 – zum zweiten Mal an diesem Nachmittag hat der FC die Partie gedreht. Der Siegtorschütze dreht jubelnd ab und feiert seinen Treffer gemeinsam mit der Mannschaft vor dem frenetischen Auswärtsblock. „Das war einfach ein richtig geiles Gefühl,“ beschreibt der heute 46-Jährige seine Emotionen nach dem Treffer. „In so einem Stadion genießt man das, das bleibt stark in Erinnerung.“ Wie der Auswärtssieg gefeiert wurde? – „Wahrscheinlich haben wir ein paar Bier getrunken.“
Dass die Neuauflage des Duells am Samstag ähnlich wild wird, wie vor 15 Jahren, hält McKenna nicht für ausgeschlossen: „Der HSV denkt sehr offensiv, wir denken auch offensiv und wollen aktiv mit dem Ball spielen. Ich glaube, das könnte ein cooles Spiel mit vielen Toren werden.“ Als ehemaliger Verteidiger wünscht sich der heutige Co-Trainer allerdings einen anderen Spielverlauf: „Ich würde gerne zu Null spielen und mir einen guten, kontrollierten Sieg wünschen. Ich weiß, als FC-Fan sieht man vielleicht lieber einen 4:3-Sieg, aber manchmal ist ein kontrolliertes 2:0 für die Nerven angenehmer.“















