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Mensah: „Der FC ist wie eine Familie“

13.08.2026
Nach zwei Wochen im Training ist er am vergangenen Wochenende erstmals für den 1. FC Köln aufgelaufen – und das gleich im RheinEnergieSTADION. Gideon Mensah ist mittlerweile schon gut beim FC angekommen. Im Interview mit fc.de spricht der Linksverteidiger über seine ersten Wochen, die WM-Erfahrungen mit Ghana und seine Ambitionen als Kabinen-DJ.
Gideon, Du hast am Wochenende zum ersten Mal im RheinEnergieSTADION gespielt. Wie war es?
Es war ein schönes Gefühl. Ich habe auf den Moment gewartet, in Köln vor unseren Fans zu spielen. Das ist für die nächsten Jahre meine Heimat. Es war sehr schön, die vielen Menschen zu sehen. Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Spiele.
Wie waren Deine ersten Eindrücke vom FC?
Der FC ist wie eine Familie. Von meinen Mitspielern über die Coaches bis hin zu den Mitarbeitern – alle haben mich sehr herzlich willkommen geheißen. In dieser Woche hatten wir einen Tag mit allen FC-Mitarbeitern, bei dem wir in gemischten Teams kleine Spiele bestritten haben und uns gegenseitig besser kennengelernt haben. Das kannte ich so noch nicht. Ich habe mich direkt wie zu Hause gefühlt. Auch innerhalb der Mannschaft wird es einem leicht gemacht, als Neuzugang anzukommen.
Wer aus dem Team kümmert sich um die Neuzugänge?
Marvin schaut als Kapitän, dass es allen gut geht. Ragy spricht eigentlich mit allen. Mit Ron und Linton war ich schon Abendessen. Ich könnte jetzt noch viele andere Namen nennen, denn auch die jüngeren Spieler bringen sich gut ein. Das ist wirklich schön zu sehen.
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Du hast einen aufregenden Sommer hinter Dir. Wie hast Du die WM erlebt?
Es war meine zweite WM. Beim ersten Mal war ich noch sehr jung. Dieses Mal bin ich als einer der Kapitäne zum Turnier gefahren. Das war eine ganz andere Erfahrung. Wir haben es aus der Gruppenphase geschafft und waren damit besser als bei meiner ersten Teilnahme. Persönlich hatte ich ein gutes Turnier. Ich hatte schon vor dem WM-Start gute Gespräche mit dem FC. Darauf habe ich mich aber nicht ausgeruht. Es hat mich eher angespornt, dem FC zu zeigen, was er für einen Spieler bekommt.
Man hört heraus, dass Du zufrieden mit Eurem Abschneiden warst. Stimmt das?
Ich würde es nicht zufrieden nennen. Du willst natürlich so weit kommen, wie es nur geht. Wenn wir unsere Ergebnisse mit denen von vor vier Jahren vergleichen, haben wir aber besser abgeschnitten. Das war ein Schritt in die richtige Richtung.

Das sind Traditionen, die schon unsere Vorfahren gelebt haben. Singen und Tanzen geben uns Selbstvertrauen.

Gideon Mensah

Insgesamt zählte der afrikanische Fußball zu den Gewinnern des Turniers. Was hat sich im afrikanischen Fußball in den vergangenen Jahren verändert?
Das stimmt, es hat sich sehr viel verändert. Früher haben wir mit Ghana gegen die kleineren Nationen fast immer gewonnen. Heute ist das nicht mehr so. Das Talentniveau ist gestiegen, mittlerweile haben alle Mannschaften gute Spieler in ihren Reihen. Das liegt insbesondere daran, dass mehr Spieler aus Europa nun auch für afrikanische Teams auflaufen. Die Auswirkungen dieser Entwicklung hat man bei der WM gesehen. Das hat uns auf ein neues Niveau gehoben.
Die afrikanischen Teams sieht man vor den Spielen bei großen Turnieren oft tanzen. Es sieht nach Spaß und einem guten Vibe aus. Wie erlebt man das als Spieler?
Das ist unsere Kultur. Das sind Traditionen, die schon unsere Vorfahren gelebt haben. Singen und Tanzen geben uns Selbstvertrauen. Wenn wir anfangen zu singen, weiß jeder im Team, dass es gleich losgeht. Wir nehmen diese Energie von der Ankunft mit auf das Spielfeld. Auch mir hat es bei meiner ersten WM sehr geholfen. Damals war ich sehr nervös. Als wir dann aber im Bus gemeinsam gesungen haben, hat sich die Nervosität gelegt und ich war bereit für die Partie.
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Was an Dir ist typisch ghanaisch?
Am ehesten merkt man es an der Art, wie ich spreche. Ich habe einen ghanaischen Akzent, egal auf welcher Sprache. Ansonsten beim Essen. Da bin ich etwas kompliziert (lacht). Viele Afrikaner essen nur das, was für sie auch gut aussieht. Wenn ich also etwas sehe, was mir nicht sofort gefällt, werde ich es niemals anfassen (lacht).
Was macht Dich ansonsten als Mensch aus?
In der Kabine bin ich definitiv ein auf Soziale fokussierter Mensch. Ich spreche viel, spiele Musik und versuche, ein Anführer zu sein. Wenn Du älter wirst, rutschst Du automatisch in diese Rolle hinein. Ich versuche, ein Vorbild für jüngere Spieler zu sein. Es ist mir wichtig, dass sich meine Mitspieler auf mich verlassen können. Privat bin ich auch gerne mal allein. Da lege ich einen Schalter um und genieße es, für mich zu sein.

Ich versuche, ein Vorbild für jüngere Spieler zu sein.

Gideon Mensah

Gibst Du also schon den DJ in der Kabine?
Ich versuche es zumindest (lacht). Ich liebe Musik, sie nimmt einen großen Teil meines Lebens ein. Ich habe viele Freunde aus Ghana und Jamaika, die bekannte Künstler sind. Mit ihnen mache ich auch gelegentlich selbst Musik. In meinen vorherigen Clubs und auch in der Nationalmannschaft war ich bislang immer der DJ. Es ist nicht so einfach, an die Box zu kommen – gerade als Neuzugang. Du musst den richtigen Mix finden. Ich sammle gerade noch Eindrücke davon, was die anderen Jungs gerne hören. Dann nutze ich meine Chance, wenn ich an der Box bin (lacht).
Kommen wir zurück zum Fußball. Worauf freust Du Dich in der Bundesliga?
Ich freue mich darauf, mit dem FC an unseren Zielen zu arbeiten. Das Team hat immer Priorität. Da ordne ich mich unter. Persönlich möchte ich mich bestmöglich einbringen und gute Leistungen zeigen. In Ghana wird sehr viel Bundesliga geschaut – auch in meiner Familie. Wenn ich mit einem Club wie dem FC erfolgreich bin, würde mir das sehr viel bedeuten.
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Hast Du schon Unterschiede zwischen dem Fußball in Frankreich und Deutschland ausgemacht?
Auf jeden Fall! In Frankreich geht es deutlich ruhiger zu. Es wird nicht so viel gelaufen. Nur wenige Teams pressen den Gegner, das ist in Deutschland ganz anders. Hier wird hart gearbeitet – mit und gegen den Ball. Da sind die Unterschiede schon recht groß. Ich kenne diese Intensität aber bereits aus meiner Zeit in Salzburg. Da ging es ähnlich zur Sache.
Am Wochenende steht das letzte Testspiel an. Wie ist Dein Gefühl, wo Ihr als Mannschaft aktuell steht?
Seit meiner Ankunft haben wir uns schon sehr schnell weiterentwickelt. Trotzdem müssen wir weiter zusammenwachsen. Wir haben immer noch ein paar Dinge, in denen wir besser werden müssen. In den beiden Tests am vergangenen Wochenende gegen Sociedad haben wir wichtige Schritte nach vorne gemacht. Diese Spiele haben uns sehr geholfen. Daran wollen wir in den Tagen bis zum ersten Pflichtspiel anknüpfen. Wir sind auf einem guten Weg.

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