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Michael Trippel im FC-Podcast: Dann waren fünf Sekunden Stille

14.10.2026
Es ist der Beginn einer neuen Ära im Müngersdorfer Stadion. Auf der Tartanbahn stehen moderne Lautsprecherboxen. Auch am Mikrofon gibt es ein neues Gesicht. Als Michael Trippel am 14. August 1999 vor 22.000 Zuschauern erstmals als Stadionsprecher des 1. FC Köln ein Heimspiel begleitet, ahnt er noch nicht, dass er an diesem Tag eine Tradition begründen wird, die mehr als ein Vierteljahrhundert später fest zum Stadionerlebnis gehört.
In der 50. Folge des FC-Podcasts erinnert sich Trippel an diesen besonderen Tag. Die Ausgangslage ist alles andere als euphorisch. Der FC hat seine erste Zweitliga-Saison hinter sich, die Stimmung rund um den Verein ist gedrückt. Trippel übernimmt das Mikrofon von seinem Vorgänger Hans-Gerhard König, der die Stimme des Stadions über drei Jahrzehnte geprägt hat. Wie würde das Publikum auf den Neuen reagieren?
Trippel hat sich vorgenommen, frischen Wind nach Müngersdorf zu bringen. Mehr Atmosphäre, mehr kölsche Musik und vor allem ein neues Selbstbewusstsein. Beim Heimspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen steht er auf dem Rasen und begrüßt die Zuschauer. Die unterhalten sich zunächst weiter, wie bei einer gewöhnlichen Stadionansage. Doch dann beendet er seine Begrüßung mit einem Satz, der für einen Moment alles verändert.
„Herzlich willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands.“
Was heute Zehntausende FC-Fans begeistert, sorgte damals zunächst für Irritation. „Dann war so fünf bis zehn Sekunden Ruhe“, erinnert sich Trippel. Erst danach setzt Applaus ein. Für den neuen Stadionsprecher ist das die Bestätigung, dass seine Idee funktioniert. „Wir sind stolz auf die Stadt, wir sind stolz auf unseren Verein“, beschreibt er seine damaligen Gedanken.
Es bleibt nicht bei diesem einen Satz. Trippel etabliert gemeinsam mit seinem DJ Tobias Franzgrote kölsche Musik, einen Countdown vor dem Spiel und später auch die Tradition, dass sich die Zuschauer für die FC-Hymne von ihren Plätzen erheben.
Aus einem ungewöhnlichen Gruß wird ein Markenzeichen. Und aus dem jungen FC-Fan, der 1964 zum ersten Mal in Müngersdorf auf der Tribüne steht, ist längst die unverwechselbare Stimme des Stadions geworden.
Wie Michael Trippel seinen Weg ans Mikrofon fand, welche kuriosen Geschichten er in mehr als sechs Jahrzehnten mit dem FC erlebt hat und warum bei der Mannschaftsaufstellung noch immer sein Blutdruck steigt, erzählt er im Gespräch mit Nicolas Verhoeven.

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