
Mikey Moore will beim FC begeistern
16.09.2026
Es ist seine erste Aktion im FC-Trikot. Mit einer schnellen Körpertäuschung lässt Mikey Moore am Strafraumrand seinen Gegenspieler ins Leere laufen. Er legt sich den Ball zurecht und schießt – zu zentral. Stuttgarts Torwart Fabian Bredlow pariert mit dem Fuß. Wenige Minuten später ist Moore wieder da. Ragnar Ache steckt den Ball durch, Moore kommt aus ähnlicher Position zum Abschluss. Diesmal zielt er ins lange Eck. Wieder ist Bredlows Fuß dazwischen. Moore rauft sich die Haare. Den hätte er gerne gemacht. „Ich wollte das Tor unbedingt machen. Das konnte man an meiner Reaktion sehen“, sagt er zwei Wochen später und blickt auf sein erstes Spiel zurück. „Insgesamt war ich zufrieden mit meiner Leistung, weil ich viel Energie auf den Platz gebracht habe. Es war ein guter Start.“
Moore absolvierte die Vorbereitung zunächst noch in London bei den Tottenham Hotspur. Die Spurs sind sein Club. Seit er sieben Jahre alt ist, spielt er für die Nordlondoner. Dort entwickelt er sich schnell zu einem der größten Talente des Landes. Im Mai 2024 debütiert er im Alter von gerade einmal 16 Jahren für die Profis und wird zum jüngsten Premier-League-Spieler der Vereinsgeschichte. „Die Spurs sind ein großer Teil meines Lebens“, sagt Moore. „Mein Ziel ist es, so hoch wie möglich zu spielen. Wenn ich mich in der Zukunft bei den Spurs durchsetzen sollte, wäre ich sicher sehr glücklich darüber.“
Sich auf Anhieb bei einem Topteam der Premier League durchzusetzen, schaffen die wenigsten jungen Spieler. Wie viele andere englische Talente nimmt auch Moore den Umweg über eine Leihe. In der vergangenen Saison sammelte er bei den Glasgow Rangers in Schottland bereits wichtige Erfahrungen. Trotzdem war ihm klar, dass ihm noch ein weiteres Jahr mit viel Spielpraxis guttun würde. Der FC bemühte sich früh um ihn. Am letzten Tag des Transferfensters war die Leihe dann perfekt. „Als es das grüne Licht für die Leihe gab, habe ich mich sehr gefreut. Ich wollte unbedingt sofort loslegen“, erklärt der Angreifer.

Die Stadt, die Fans, das Stadion – es brauchte nicht lange, bis der 19-Jährige zum FC wollte. Die wichtigsten Argumente lieferten allerdings die Gespräche – vor allem mit Cheftrainer René Wagner. „Ich hatte sehr gute Gespräche mit René. Er hatte vom ersten Gespräch an klare Vorstellungen davon, wie und wo ich spielen soll. Dass er mich so offensiv einplant und ich dem Team mit Toren helfen soll, hat mir sehr gefallen“, sagt Moore. In Wagners Spiel soll Moore auf dem Flügel oder im Zentrum für Offensivgefahr sorgen. Eine große Aufgabe für einen 19-Jährigen. Doch genau diese Herausforderung hat Moore gesucht: „Ich freue mich darauf, in ein Team zu kommen, in dem viel von mir erwartet wird. Ich möchte hier Verantwortung übernehmen.“
Mittlerweile ist der Engländer in Köln angekommen. Seit kurzem wohnt er nicht mehr im Hotel, sondern in seiner eigenen Wohnung. „Jetzt fängt es langsam an, sich nach zuhause anzufühlen. Ich war schon ein bisschen in der Stadt unterwegs und habe einige kleine Läden und Cafés entdeckt. Bisher gefällt es mir sehr“, sagt Moore. Wie viele seiner Teamkollegen nutzt er die freie Zeit zwischen den Trainingseinheiten, um sich zu erholen. Meist lässt er es entspannt angehen. Er ist oft zuhause, geht aber auch gerne mit seinen Mitspielern essen und entdeckt dabei neue Restaurants.

Am liebsten steht Moore allerdings auf dem Platz. Dort tut er das, was er liebt: Fußball spielen. Die Bundesliga hat er schon als Teenager in London am Fernseher verfolgt. Jetzt läuft er selbst in diesen Arenen auf. „Ich will in den großen Partien in vollen Stadien spielen und mit dem Team so gut abschneiden, wie es möglich ist“, sagt er. Auf ein Wiedersehen freut er sich dabei besonders: mit Torschützenkönig und Spurs-Legende Harry Kane. „Er war ein unglaublicher Spieler für Tottenham. Was er jetzt macht, ist eigentlich nicht in Worte zu fassen. Als ich jünger war, hatte ich ein paar Trainingseinheiten mit ihm. Ich freue mich schon sehr darauf, gegen ihn zu spielen“, blickt Moore voraus.
In seinem ersten Heimspiel gegen Bremen bestätigt Moore den guten Eindruck aus seinem Debüt. Er dribbelt, lässt gleich mehrere Verteidiger stehen und feuert Schüsse auf das Werder-Tor ab. Nur das Tor fehlt wieder. Sein erstes Heimspiel genießt er trotzdem: „Das Stadion ist wunderschön. Die Fans waren unbeschreiblich. Sie sind nochmal verrückter als in England.“ Die Zuschauer im RheinEnergieSTADION hat er bereits begeistert. Genau das hat er sich für sein Jahr in Köln vorgenommen: „Ich will die Menschen mit meinem Spiel begeistern und aus den Sitzen reißen. Ich will, dass die Fans nach der Saison sagen, dass ich alles für den Club gegeben habe und sie Spaß daran hatten, mich spielen zu sehen.“















