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Ron-Robert Zieler: Kölner Weltmeister bei der WM

28.06.2026
Seit Freitag ist Ron-Robert Zieler wieder zurück in Köln. Die Kinder sollen wieder ankommen, bevor es in die Kita geht und die Tochter in diesem Jahr eingeschult wird. Davor hat Zieler den aufgrund der Weltmeisterschaft besonders langen Urlaub genutzt, um fünf Wochen unterwegs zu sein. Unter anderem war Zieler in den USA. Ein Weltmeister als Fan bei der WM!
Zieler war mit seinem besten Freund unterwegs. Sie entschieden sich, nach Los Angeles zu reisen, um das WM-Feeling zu erleben und möglichst das Eröffnungsspiel der USA zu sehen. Die Flüge waren schon gebucht, als sie noch keine Tickets hatten. Die bekamen sie erst vier Wochen vor dem Spiel. Zwar war er bei der Heim-WM 2006 schon einmal bei einem WM-Spiel und fieberte damals auch beim Public Viewing am Kölner Dom mit. Doch dieses Mal war es noch einmal ein anderes und bewussteres Erlebnis, wie Zieler sagt: „Als Fans ins Stadion zu gehen, durch die Sicherheitskontrolle zu müssen und die Atmosphäre voll aufzusaugen, das war super.“

Zieler: „Die Amerikaner können Event“

Seine Eindrücke? „Die Amerikaner sind eine sehr begeisterungsfähige Nation. Es waren viele Celebrities da, Katy Perry hat gesungen. Die Amerikaner können Event“, sagt Zieler. Während man aufgrund der Größe des Landes nicht überall die WM-Stimmung spüre, sei die Atmosphäre näher am Stadion umso besser gewesen: „Das war toll. Das SoFi-Stadion mit über 70.000 Zuschauern ist hochmodern und ein sensationelles Stadion.“
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Größer als der Fußball ist in den USA sicherlich Eishockey. Zieler war gerade in Las Vegas, als Spiel sechs des Stanley-Cup-Finals, also der Meisterschaft der nordamerikanischen Eishockeyliga NHL, stattfand. „Das war Zufall, aber dann haben wir uns gesagt, dass wir unbedingt zum Spiel müssen. Wir haben Karten bekommen, irgendwo in der letzten Reihe. Aber das war uns egal, Hauptsache, wir waren dabei“, erzählt er. Die Carolina Hurricanes setzten sich in der Serie gegen die Vegas Golden Knights durch und holten den Cup. Die Stanley-Cup-Sieger waren im gleichen Hotel wie Zieler untergebracht, der sich die Chance auf ein Foto mit dem Pokal nicht nehmen ließ.
Zurück nach Los Angeles und zur WM: Als er in der Schlange beim Einlass stand und die Begeisterung um sich herum spürte, ging der Weltmeister von 2014 dann auch einmal in sich. „Da kam in einem kurzen Moment schon der Gedanke: Wahnsinn, dieses Turnier hast du selbst schon gewonnen. Da wurde mir noch einmal bewusst, was das den Menschen bedeutet und ich habe unseren Titel noch einmal Revue passieren lassen.“

WM? „Das Größte, was man im Fußball erleben kann“

Seine erste WM hat er 1998 bewusst wahrgenommen, richtig intensiv verfolgt hat er das Turnier dann 2002. „Als Oli Kahn ein richtig gutes Turnier hatte“, erinnert sich Zieler. „Für mich als Torwart war es cool zu sehen, wie er die Dinger aus dem Winkel gefischt hat.“ Eine Weltmeisterschaft sei „sehr, sehr speziell. Das ist das Größte, was man im Fußball erleben und gewinnen kann.“
Während der Gruppenphase dieser WM beschränkte sich Zielers Konsum noch auf die Highlight-Spiele und die Partien der deutschen Mannschaft. „Mit dem Start der K.O.-Phase werde ich es intensiver verfolgen“, sagt er. Wie er das bisherige Abschneiden der DFB-Elf einordnet? „Wie erwartet. Ich habe damit gerechnet, dass wir gut durch die Gruppenphase kommen. Das dritte Spiel war ein Stück weit ein Bonusspiel. Wir sind im Soll, jetzt wird es spannend, wenn ab der K.O.-Phase die stärkeren Nationen auf uns zukommen.“
Dass nach der Niederlage gegen Ecuador die Stimmung rund um die DFB-Elf schnell wieder negativer wurde, will Zieler nicht überbewerten. „Darauf lasse ich mich gar nicht mehr ein. Natürlich hätte man sich gewünscht und wir haben grundsätzlich auch den Anspruch, so ein Spiel drei zu gewinnen. Aber es ist nichts passiert und man sollte den Ball flachhalten.“

Ohne Teamspirit und Zusammenhalt wird man kein Turnier gewinnen.

Ron-Robert Zieler, Weltmeister 2014

Viel wichtiger als die öffentlichen Diskussionen sei ohnehin das Innenleben im Team: „Außen darf jeder seine Meinung haben, aber als Spieler darf man das gar nicht so sehr an sich rankommen lassen. Als es darauf ankam, war die Mannschaft bislang da. Und ich bin überzeugt, dass sie intern total fokussiert sind und wissen, worauf es ankommt.“ Dabei spürt Zieler aus der Ferne auch den Teamgedanken, den es braucht: „Ohne Teamspirit und Zusammenhalt wird man kein Turnier gewinnen.“ Und dann brauche es in einem Turnier immer auch den Glauben an die eigene Stärke, das Momentum und ein bisschen Spielglück.
Ich Sechzehntelfinale trifft Deutschland nun auf Paraguay. Die Mannschaft, die Zieler beim Eröffnungsspiel in Los Angeles schon gesehen hat, als sie mit 1:4 gegen die USA verloren hat. „Die sind zu schlagen, da bin ich guter Dinge“, sagt er. Was für Die DFB-Elf möglich ist? „Es gibt Top-Nationen wir Frankreich, die höher gerankt werden. Aber wir sind eine der Top-fünf-Nationen, die alle Möglichkeiten hat.“
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Schweißtreibende Läufe und Vorfreude auf die Saison

Während die Weltmeisterschaft läuft, sind die FC-Profis trotz Urlaub natürlich nicht tatenlos. „Wir haben von den Athletiktrainern Pläne mitbekommen, da sind einige Läufe dabei“, sagt Zieler. Bei knapp 40 Grad auch in Köln aktuell eine besondere Herausforderung. „Da bin ich dann auch mal ganz spät noch rausgegangen und habe einen Lauf absolviert“, berichtet der Keeper. Sein Anspruch sei aber ohnehin, fit zu bleiben, er spiele auch neben den Plänen gerne eine Runde Padel-Tennis oder gehe mal in den Kraftraum.
Und dann kommt nach und nach auch die Vorfreude hoch. „Der Urlaub ist dieses Jahr sehr lange und es fängt an, wieder zu kribbeln. Ich habe echt Bock, wenn es weitergeht.“

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