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Titel, DFB, Chicago: Kathy Hendrich unter der Lupe

06.08.2026
Es ist ein Statement-Transfer. Zum ersten Mal in der Geschichte des Frauenfußballs beim 1. FC Köln konnte eine aktuelle A-Nationalspielerin Deutschlands verpflichtet werden. Verteidigerin Kathy Hendrich schließt sich den FC-Frauen an. Grund genug, sie genauer unter die Lupe zu nehmen.

Grenzgängerin

Ihre Mutter ist Belgierin, ihr Vater Deutscher. Kathy Hendrich wurde im belgischen Eupen geboren. Unweit der deutschen Grenze in einer Stadt, in der viel Deutsch gesprochen wird. Und so pendelten auch ihre fußballerischen Anfänge zwischen den beiden Ländern. Hendrich, die einen deutschen und einen belgischen Pass besitzt, begann in ihrem Geburtsland in Eupen mit dem Fußball, wechselte mit 11 Jahren zum deutschen Club FC Teutonia Weiden und mit 17 nach Leverkusen.
Der Bezug zu Belgien blieb immer eng. So sagte sie rund um ein Länderspiel mit dem DFB gegen Belgien auf dem Aachener Tivoli: „Das Spiel gegen Belgien war in jedem Fall etwas Besonderes für mich. So nah an meiner Heimat. Und durch meine Geschichte, meine zwei Nationalitäten, habe ich eine besondere Beziehung zu Belgien.“ Für Belgien aufzulaufen, kam aber dennoch nie ernsthaft infrage: „Das stand nie zur Debatte, ich habe mich, als es spruchreif wurde, nur mit Deutschland beschäftigt. Ich bin froh, dass es so gekommen ist."
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Titelsammlerin

2015, im Trikot des 1. FFC Frankfurt, begann die Titelsammlung von Kathy Hendrich. Mit den Hessen gewann sie die UEFA Women’s Champions League. Es folgten eine Deutsche Meisterschaft und vier DFB-Pokal-Siege in Serie von 2021 bis 2024, alles im Trikot des VfL Wolfsburg. Die meisten Titel feierte sie dabei zusammen mit ihrer alten und nun auch neuen Teamkollegin Marina Hegering.

Karriere im DFB-Trikot

Auch im Trikot der Nationalmannschaft legt Hendrich eine beeindruckende Laufbahn hin. Wenige Tage nach ihrem 15. Geburtstag debütierte sie für die U15-Nationalmannschaft. Anschließend durchlief sie sämtliche DFB-Juniorinnen-Teams.
Im März 2014, noch im Alter von 17 Jahren, debütierte sie auch in der A-Nationalmannschaft. Sie nahm an drei Europameisterschaften (2017, 2022 und 2025), zwei Weltmeisterschaften (2019 und 2023) sowie den Olympischen Spielen 2024 in Paris teil. Bei der EM 2022 bestritt sie jedes Spiel und wurde mit Deutschland Vize-Europameisterin, unterlag erst im Finale Gastgeber England im ausverkauften Wembley-Stadion. Bei Olympia 2024 gewann sie mit dem DFB Bronze.
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Mit 91 Einsätzen belegt sie aktuell Rang 31 der Spielerinnen mit den meisten Länderspielen für Deutschland. Aus der Zeit bei der Nationalmannschaft kennt Hendrich auch die heutige FC-Cheftrainerin Britta Carlson bereits und spielte zum Teil an der Seite von Marina Hegering.

Big in Chicago

Im Sommer 2025 wechselte Hendrich nach Chicago, ihre erste Profistation außerhalb Deutschlands. „Am Anfang war es nicht so einfach. Ich dachte mir: Krass, Du lebst jetzt in Chicago. Es ist alles etwas größer als in Wolfsburg. Aber genau diese Herausforderung wollte ich ja auch“, sagte sie in einem kicker-Interview. Chicago hat 2,7 Millionen Einwohner, das kann einen im ersten Moment erschlagen. „Ich musste anfangs echt aufpassen, dass ich mich auf den Fußball konzentriere, aber es ist ein guter Ausgleich, weil es so viel zu entdecken gibt. Es ist sehr beeindruckend, ich bin begeistert.“
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Sportlich lief es allerdings nicht wirklich rund. Mit dem Chicago Stars FC belegte Hendrich in der aktuell laufenden Spielzeit in der National Women’s Soccer League den letzten Platz mit nur zwölf Punkten nach 17 Spieltagen. Hendrich kam dabei zu zehn Einsätzen und stand letztmals am vergangenen Samstag im Kader. Der größte Unterschied zum Fußball in Deutschland? „In der Athletik. Dafür ist der Fußball in Deutschland technisch besser. Und die Liga hier ist nicht so taktisch geprägt wie die Bundesliga. Primär wichtig ist es hier, schnell nach vorne zu spielen, und alle agieren mit offenem Visier. Man spielt hier, um zu gewinnen. Aber man kann auch nichts verlieren, weil man nicht absteigen kann“, sagte sie dem kicker.

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