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Vom Bolzplatz in die Nationalmannschaft

17.07.2026
Ben und Jacob leben den Traum unzähliger junger Fußballer. Die beiden spielen seit frühauf in einer der besten Nachwuchs-Akademien Deutschlands, sind seit Jahren wichtige Säulen in den deutschen Junioren-Nationalmannschaften und haben vergangene Woche langfristige Verträge beim 1. FC Köln unterschrieben. Und das alles als Freunde. fc.de hat Ben Nwachukwu und Jacob Esser für ein Gespräch dort getroffen, wo alles begann – auf einem Bolzplatz Mitten in Sülz.
Die beiden tragen lässige Freizeitklamotten von adidas, in der Hand haben sie eine Powerade. Mit dabei haben sie einen Ball. So wie früher. „Ich war jeden Tag hier. Und wenn ich mich mit Jacob getroffen habe, sind wir auch immer hier auf den Bolzplatz gegangen“, erinnert sich Ben, der mitten in Sülz aufgewachsen ist. „Vor allem in den Ferien waren wir hier. Morgens Training beim FC, kurz zum Kiosk um die Ecke und dann bis abends Fußballspielen“, schwelgt auch Jacob in Erinnerungen. Er ist als Lindenthaler Junge ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Geißbockheim großgeworden.

Morgens Training beim FC, kurz zum Kiosk um die Ecke und dann bis abends Fußballspielen.

Jacob Esser

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Seit der U10 kicken die beiden zusammen in der FC-Akademie. Ben ist seit der U8 mit dabei, Jacob kam zwei Jahre später von der 1. Jugend-Fußball-Schule Köln ans Geißbockheim. Wie der erste Kontakt war? „Ich kam als Torwart zur U10 dazu und weiß noch, dass Ben anfangs sauer war, weil er damals auch immer unbedingt im Tor stehen wollte. Ich glaube, so ist es jetzt aber ganz gut gelaufen für uns beide“, erzählt Jacob lachend. Über die Jahre sind die beiden enge Freunde geworden, haben tausende Trainingseinheiten gemeinsam abgespult und saßen in unzähligen Kabinen nebeneinander. Streit oder Neid gab es dabei nie. „Gerade während der Pandemie war unsere Freundschaft eine wichtige Stütze. Ich weiß noch, wie wir vor dem Haus zusammen Übungen gemacht haben. Auch als die Pandemie dann vorbei war, haben wir auf dem Bolzplatz und den Stadion-Vorwiesen gekickt oder Übungen bei mir vor dem Haus gemacht“, blickt Ben auf die Freundschaft zurück.
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Mittlerweile ist Ben Nwachukwu Innenverteidiger und lautstarker Anführer auf dem Platz. Seit der U15 ist er mit Jacob gemeinsam bei den DFB-Lehrgängen dabei und führte sein Land in der abgelaufenen Saison als Kapitän auf den Platz. Jacob Esser ist dem Tore-Verhindern treu geblieben und Deutschlands Nummer eins. Nahezu jeden Schritt in ihren noch jungen Karrieren sind die beiden im Gleichschritt gegangen. Mittelrhein-Auswahlen, DFB-Lehrgänge, frühzeitig in die U17 hochgezogen und jetzt als 16-Jährige in der U19 unter Cheftrainer Stefan Ruthenbeck.
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„Als Jung-Jahrgang in der U19 dabei zu sein, ist schon sehr cool. Aber ich bin es schon gewohnt, gegen Ältere anzutreten. Hier auf dem Bolzplatz musste ich auch immer gegen die Größeren um eine Spielhälfte kämpfen“, ist Ben zuversichtlich, dass auch dieser Schritt den beiden gelingen wird. „Das ist natürlich etwas Besonderes, vor allem beim FC. Ich bin Mitglied, wir sind beide mit dem FC aufgewachsen und haben unser ganzes Leben zu den Profis hochgeschaut – man will so weit kommen wie die Profis, vielleicht sogar mal mit denen zusammenspielen. Das sind Vorbilder. Jetzt ist uns ein cooler Weg vorgezeichnet, mit dem wir Fußball wirklich als Beruf ausüben könnten. Und das Vertrauen, das uns der Verein schenkt, ist echt krass. Man muss natürlich viel arbeiten, aber wir haben beide richtig Bock darauf und freuen uns auf diese neue Challenge in der U19“, sagt Jacob.
Als Torwart und Innenverteidiger haben die beiden gebürtigen Kölner seit jeher auch auf dem Fußballplatz ein stark ausgeprägtes Spielverständnis. „Ich kann den Ball immer blind nach hinten spielen, ich weiß, wo Jacob steht. Auch, wenn das einige unserer Trainer über die Jahre schon zum Verzweifeln gebracht hat,“ beschreibt Ben die Verbindung der beiden.
Was er an Jacob besonders schätzt? „Ich kann mit Jakob über alles reden kann – und auch im Vertrauen, weil er es nicht weitererzählt“, sagt Ben. „Das ist eine von vielen guten Eigenschaften, vielleicht die beste. Fußballerisch würde ich sagen, merkt man jeden Tag, dass Jakob sehr viel arbeitet und alles dafür gibt, so gut wie möglich zu spielen. Er gibt alles für seinen Traum.“

Ich mag seinen Humor. Er ist ein sehr lustiger Typ, sehr offen. Auf dem Platz finde ich seine Mentalität und seine Lautstärke stark.

Ben Nwachukwu, über Jacob Esser

„Bei Ben ist es natürlich schwer, nur eine Sache zu nennen. Ich mag seinen Humor. Er ist ein sehr lustiger Typ, sehr offen. Auf dem Platz finde ich seine Mentalität und seine Lautstärke stark. Das Selbstbewusstsein, das er ausstrahlt, gibt mir immer ein gutes Gefühl“, spart auch Jacob nicht an lobenden Worten über seinen Freund.
Jetzt geht es für die Freunde darum, auch in der U19 zu bestehen. Und im besten Fall gemeinsam den Schritt bis in den Profifußball zu schaffen.
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