
Vor 40 Jahren: Dank dem Tünn zum Vize-Weltmeistertitel
29.06.2026
Es ist eine gigantische Kulisse, die sich am 29. Juni 1986 im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt präsentiert. 114.600 Zuschauer sind an jenem Sonntagabend gekommen, um das Finale der Weltmeisterschaft zu sehen. Auf der einen Seite die Argentinier um ihren Superstar Diego Maradona. Auf der anderen Seite: Deutschland, der bereits zweimalige Weltmeister, bei seiner fünften WM-Finalteilnahme. Rekord zu diesem Zeitpunkt.
Drei Kölner sind bei dieser WM im deutschen Aufgebot. Pierre Littbarski sitzt beim Finale auf der Bank, Klaus Allofs läuft von Beginn an im Sturm auf. Und im Tor steht Harald „Toni“ Schumacher. Der Tünn, so sein Spitzname, war ein Garant für den Finaleinzug des Teams von Teamchef Franz Beckenbauer.
Nach einer holprigen Vorrunde mit einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage, im übrigen gegen Dänemark mit dem späteren FC-Profi und -Trainer Morten Olsen, überstand das Team von Teamchef Frank Beckenbauer in der K.O.-Phase Runde für Runde. Vor allem dank der stabilen Defensive und Toni Schumacher. Im Achtel-, Viertel- und Halbfinale blieb die DFB-Auswahl jeweils ohne Gegentreffer in der regulären Spielzeit. Toni Schumacher war im Viertelfinale gegen Gastgeber Mexiko der Garant fürs Weiterkommen. Nach dem 0:0 nach Verlängerung hielt er im Elfmeterschießen zwei Versuche der Mexikaner. „Ich wusste, wohin sie schießen, in welche Ecke“, sagt er heute gegenüber dem „kicker“. Er hatte schon damals Buch geführt und Informationen über die Schützen gesammelt.

Dann der 29. Juni 1986, das Finale. Deutschland hatte vier Jahre zuvor schon ein Endspiel verloren, damals 1:3 gegen Italien. Und auch dieses Mal lief es früh für den Gegner. Jose Luis Brown brachte Argentinien in Führung, nachdem Schumacher eine Flanke unterlaufen hatte (23.). Jorge Alberto Valdano erhöhte in der 54. Minute auf 2:0. Doch die deutsche Auswahl zeigte Moral: Karl-Heinz Rummenigge verkürzte (74.), Rudi Völler glich aus (82.). Alles wieder offen, die Hoffnung war zurück. Doch dann, nur Momente später: Ein Pass von Maradona, Jorge Luis Burruchaga taucht frei vor Schumacher auf und trifft eiskalt zum 3:2 (85.). Argentinien war Weltmeister, Deutschland blieb nur Platz zwei. „Da wollten wir zu viel“, resümiert Schumacher. Für ihn war es das letzte Pflichtspiel im Nationaltrikot. Vier Jahre später traf Deutschland im Finale erneut auf Argentinien und feierte den dritten WM-Titel, doch ohne den Tünn zwischen den Pfosten.
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