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Was macht eigentlich Alexander Bade?

06.10.2026
Das oft beschriebene Bild vom Fußballer, der schon als Kind in der Bettwäsche des Vereins geschlafen hat, bei dem er als Profi spielt – bei Alex Bade passt es ziemlich gut. Obwohl in Berlin geboren, faszinierte ihn der 1. FC Köln schon früh. Kein Wunder, denn als Kind der 1970er und 1980er Jahre spielte sein sportliches Vorbild Toni Schumacher bei eben jenem 1. FC Köln. Dessen ungeachtet hat der FC in Berlin traditionell viele Anhänger und auch Alex Bade ließ sich die dortigen FC-Gastspiele nicht entgehen, war sogar beim UEFA-Cup-Finalrückspiel 1986 gegen Real Madrid im Olympiastadion. Aufgewachsen ist er in Charlottenburg, dem Bezirk, der auch die Heimat von Tennis Borussia Berlin ist. Bei den Veilchen fing für Alex Bade, der schon immer im Tor stand, sämtliche Berliner Auswahlteams durchlief und in den Kader der U18-Nationalmannschaft berufen wurde, im wahrsten Sinne des Wortes alles an. Der Kontakt zum Lieblingsverein kam schließlich durch den ebenfalls aus Berlin stammenden Torwart Uwe Brunn zustande, der von 1986 bis 1988 bei den FC-Amateuren unter Vertrag stand. Bei einem Probetraining am Geißbockheim im Sommer 1988 überzeugte das Torwarttalent die Verantwortlichen um FC-Nachwuchsleiter Richard Nestvogel und A-Jugend-Trainer Jürgen Jores – der Transfer nach Köln zur Saison 1988/89 war perfekt.

Talent mit Familienanschluss

Beim FC verstärkte Alex Bade zunächst die A-Jugend und machte parallel auf dem Schiller Gymnasium sein Abitur. Wer zu dieser Zeit als Jugend-Talent zum FC wechselte, kam nicht etwa in einem anonymen Hotel oder einem eigenen Appartement unter – es gab zunächst Familienanschluss inklusive. Bei Alex Bade war dies die Familie Ostmann in Hürth-Efferen. „Persönlich ist mit dem Schritt zum FC natürlich ein Traum in Erfüllung gegangen, wenn man beim Lieblingsverein spielen darf und deshalb habe ich die Zeit beim FC immer genossen. Unvergesslich meine Anfangszeit, mit Größen wie Illgner, Kohler, Steiner, Häßler, Littbarski, Olsen, Povlsen und anderen“, sagt Alex Bade, der zwischen 1990 und 1994 neben seiner Spielertätigkeit auch als Trainer- und Torwarttrainer für die FC-Nachwuchsabteilung wirkte.
Nach insgesamt drei Jahren im Jugend- und Amateurbereich, gelang ihm 1991 der Sprung in die Lizenzspielermannschaft und schließlich während der Saison 1991/92 das Bundesligadebüt beim 2:1-Auswärtssieg im Bochumer Ruhrstadion gegen die SG Wattenscheid 09. Trotz vier weiterer Bundesliga-Einsätze, war es nahezu unmöglich, Bodo Illgner als Nummer 1 beim FC zu verdrängen, weshalb Alex Bade 1994 zu Bayer 05 Uerdingen wechselte. In Krefeld erkämpfte er sich einen Stammplatz und avancierte in der Grotenburg zum Leistungsträger. „Uerdingen war meine erste Erfahrung als vollwertiger Lizenzspieler und kameradschaftlich überragend, ich habe immer noch viele Freunde aus der Zeit“, sagt Bade rückblickend. Es folgten zwei Jahre beim Hamburger SV, auch die prägten ihn nachhaltig: „Hamburg war faszinierend. Ein Verein auf einem anderen Niveau und sportlich die beste Truppe nach der oben genannten Kölner, die ich erleben durfte, mit Yeboah, Cardoso oder Gravesen“.

Turbulente Jahre beim FC

Aber was ist schon Hamburg, wenn man die Chance hat, „nach Hause“ zu kommen? Eben jene Chance bot sich ihm im Sommer 2000, als ihn Aufstiegstrainer Ewald Lienen zurück ans Geißbockheim holte. Sechs Jahre lang dauerte Alex Bades zweite Zeit beim FC. Turbulente Jahre, während denen er sowohl die Nummer 1, als auch Ersatz war. Er feierte mit dem FC zwei Aufstiege (2003, 2005), musste aber auch drei Abstiege (2002, 2004, 2006) verkraften. Aus dem Spitzenclub, den er noch bei seinem ersten Wechsel nach Köln kennengelernt hatte, war sportlich gesehen ein Fahrstuhlverein geworden. So aufgeregt es beim FC zuging, so unaufgeregt war das Torwartspiel des Alexander Bade – grundsolide und niemals darauf aus, „für die Galerie“ zu fliegen.
Weitere Profistationen waren der VfL Bochum, der SC Paderborn, Borussia Dortmund und Arminia Bielefeld. „Dortmund war nochmal ein toller Bonus, ich durfte eine Halbzeit im Revierderby spielen und habe das Pokalfinale erlebt.“ Nach der Zeit beim BVB hielt er sich zunächst im Trainingscamp der Vereinigung der Vertragsfußballer in Duisburg fit und übernahm hier das Torwarttraining. Im September 2008 sicherte sich Arminia Bielefeld Bades Dienste, der auf der Alm sowohl als Ersatztorwart, als auch als Torwarttrainer für den Amateur- und Nachwuchsbereich arbeitete: „Bielefeld war ein perfekter Übergang in die Trainerkarriere, mit der Möglichkeit, im Nachwuchs zu arbeiten. Und schließlich habe ich mein letztes Bundesligaspiel auf der Bank dann in Köln gemacht, der Kreis war geschlossen.“

FC zum Dritten, Rückkehr nach Europa

2009 dann das dritte Mal FC, diesmal als Torwarttrainer. Der Beginn einer erneuten Achterbahnfahrt. Mit Zvonimir Soldo, Frank Schaefer, Volker Finke, Stale Solbakken, Holger Stanislawski und Peter Stöger war er während dieser Zeit an der Seite von insgesamt sechs Chef- und Interimstrainern tätig, erlebte den Abstieg 2012, aber auch den Wiederaufstieg 2014 sowie die zwischenzeitliche Konsolidierung in der Bundesliga zwischen 2014 und 2018 – inklusive der sensationellen Rückkehr nach Europa 2017 nach 25-jähriger Abstinenz. Insgesamt über 20 Jahre lang beim FC zu sein, das prägt. Nicht umsonst bezeichnet sich Alex Bade als „Rheinländer mit Berliner Wurzeln“.
Nachdem sich im Dezember 2017 die gemeinsamen Wege trennten, setzte er seine Arbeit als Co- und Torwarttrainer fort, zunächst an der Seite seines Freundes Peter Stöger bei Borussia Dortmund, dann bei Austria Wien, wo er auch den Posten des Sportkoordinators übernahm. Besonders war die, wenn auch nur kurze Zeit bei Ferencváros Budapest. „Budapest war sehr spannend. Ferencvaros ist ein toller Verein, das Bayern München Ungarns. Wir sind knapp in den Champions League Play-offs gescheitert, hatten aber interessante Spiele in der Europa League, beispielsweise mit einem Sieg gegen Bayer Leverkusen. Leider war dann relativ früh Schluss, weil sich Peter mit der Vereinsführung nicht über den weiteren Weg einigen konnte“, erzählt Alex Bade. Der Rückkehr nach Köln, diesmal zur Viktoria, folgte sein bislang wohl größtes Fußballabenteuer bei Al-Ahli im Saudi-Arabischen Dschidda: „Al-Ahli war ein Glücksfall, da Cheftrainer Matthias Jaissle relativ spät in der Saison einen Torwarttrainer suchte und ich mit Franz Wunderlich und Olaf Janßen bei der Viktoria ein Agreement hatte, bei Angeboten einfach aus meinem Vertrag heraus zu kommen.

Die ganze Stadt steht hier hinter dem Verein, was mich stark an Köln und den FC erinnert.

Alexander Bade

Die beiden hielten auch ihr Wort, was ja leider nicht mehr selbstverständlich und daher umso mehr hervorzuheben ist. Die drei Jahre in Saudi-Arabien haben meine Familie und ich sehr genossen. Das Leben dort ist toll, weil alles etwas relaxter ist, die Sonne immer scheint und die Saudis wahnsinnig freundliche Menschen sind. Der Fußball hat sich dort sehr schnell entwickelt, hat aber klimatisch bedingt eine andere Intensität als in Europa. Aber es spielen dort außergewöhnliche Fußballer und die saudischen Spieler lernen schnell dazu. Die Fans sind auch sehr enthusiastisch und bei den großen Spielen hatten wir eine tolle Atmosphäre mit 60.000 Zuschauern. Fußball spielt in Saudi-Arabien eine große Rolle und wir waren auch sehr erfolgreich, sodass die Zeit wirklich außergewöhnlich schön war“, erklärt Alex Bade.
Die internationale Reise des ehemaligen FC-Torwarts ist damit jedoch noch nicht beendet – im Gegenteil. Seit dieser Saison ist Alex Bade, ebenfalls im Team von Matthias Jaissle, Torwarttrainer in der Premier League bei Newcastle United. „Inzwischen haben wir uns hier in Newcastle gut eingelebt. Die Premier League ist nochmal eine ganz andere Nummer. Die Professionalität im ganzen Verein ist beeindruckend und die ganze Stadt steht hier hinter dem Verein, was mich stark an Köln und den FC erinnert. Der Start in die Saison lief gut und es macht wirklich Spaß, die Spiele in dieser Atmosphäre zu verfolgen. Mal schauen, wie es weitergeht. Ich bin gespannt“, sagt Alex Bade, der natürlich auch den FC immer im Fokus behält. „Der FC ist und bleibt immer in meinem Blick. Ich finde, sie haben es letzte Saison als Aufsteiger sehr ordentlich gemacht und sind verdient in der Liga geblieben. Diese Saison wird sicher nicht einfacher, aber sie haben eine junge und talentierte Mannschaft mit spannenden Offensivspielern. Wenn sie defensiv stabil bleiben, bzw. werden, kann es eine tolle Saison werden.“
Dieser Text ist zuerst im GeißbockEcho (Ausgabe 1, Saison 2026/27) erschienen. Weitere Hintergrundstorys zum FC lest Ihr hier im geschlossenen Mitgliederbereich. Falls Ihr die neue Ausgabe in gedruckter Form lesen wollt, könnt Ihr Euch das GeißbockEcho hier im Fanshop bestellen.

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