• Club | 10.11.2017

    Der Architekt des 1. FC Köln

    50. Todestag von Franz Kremer

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    50. Todestag von Franz Kremer

Er war Gründungspräsident des 1. FC Köln, Visionär, Querdenker, Fußballenthusiast und gilt als Wegbereiter der Bundesliga – Franz Kremer hat den FC und auch den deutschen Fußball fast zwei Jahrzehnte lang geprägt. Am 11. November 2017 jährt sich sein Todestag zum 50. Mal.

Franz Kremer war Ur-Kölner, geboren und aufgewachsen in Klettenberg. Auf den Poller Wiesen, Anfang des 20. Jahrhunderts eine der wenigen Flächen im Stadtgebiet, auf denen Fußball gespielt wurde, kam er mit dem in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckenden Sport in Berührung und schloss sich 1918 dem Kölner TV 1843 an, wo ihn die Mitspieler schon nach kurzer Zeit zum Spielführer wählten. Ein Jahr später dann der Wechsel zum näher am Elternhaus gelegenen Kölner BC (KBC). Auch beim KBC avancierte der Mittelläufer zum Spielführer. Doch schon früh zeichnete sich ab, dass Franz Kremers wahre Berufung die Arbeit abseits des Platzes war. So er gehörte zwischen 1923 und 1924 zu den Mitgliedern, die sich aktiv am Neubau des KBC-Platzes an der Luxemburger Straße/Ecke Militärringstraße beteiligten. Nach dem Abitur am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium absolvierte Franz Kremer eine kaufmännische Ausbildung und begann danach seine berufliche Laufbahn beim Warenhauskonzern Leonard Tietz AG, der späteren Kaufhof AG, für das er zunächst bis 1940 tätig war. Während des 2. Weltkrieges in Paris und Wilhelmshaven als ziviler Einkäufer für die Kriegsmarine tätig, kehrte der inzwischen mit Ehefrau Liselotte verheiratete Kaufmann ins nahezu völlig zerstörte Köln zurück. Nach einem kurzen Comeback beim Kaufhof gründete er die "Franz Kremer KG", ein Handelsunternehmen für Werbe- und Geschenkartikel sowie für Drucksachen und Büroorganisationsmittel.

Visionär und Wegbereiter

Dem KBC war Franz Kremer immer treu geblieben, auch während seiner Zeit außerhalb Kölns. Am Wiederaufbau des Clubs wollte er sich unbedingt aktiv beteiligen. Franz Kremer wurde später 1. Vorsitzender des KBC und am 13. Februar 1948 wählten die Mitglieder in der Gaststätte Roggendorf auf der Luxemburger Straße Franz Kremer zum ersten Präsidenten des soeben gegründeten 1. FC Köln. Kremers exzellente Kontakte zu Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur zahlten sich für den von der restlichen Kölner Fußballszene zunächst kritisch beäugten FC aus. Unter seiner weitsichtigen Führung entwickelte sich der 1. FC Köln innerhalb weniger Jahre zum bundesdeutschen Spitzenclub. Eines von Kremers größten Anliegen war es, der FC-Familie ein würdiges Klubhaus zu errichten, da das alte "Fort VI b" für den ständig wachsenden Verein zu klein und unkomfortabel war. Im September 1953 wurde das neu erbaute Geißbockheim seiner Bestimmung übergeben und galt damals als modernstes Clubhaus Deutschlands.

Unermüdlicher Einsatz für die Bundesliga

Seit Anfang der 1950er-Jahre setzte sich Franz Kremer intensiv für die Einführung einer eingleisigen, bundesweiten Spielklasse ein. Als beim DFB-Bundestag am 28. und 29. Juli 1962 in Dortmund die Einführung der Bundesliga zur Saison 1963/64 beschlossen wurde, war dies nicht zuletzt auch ein Verdienst von Franz Kremer, den viele Zeitzeugen als "Vater der Bundesliga" bezeichnen. Sich selbst bezeichnete Franz Kremer augenzwinkernd als "demokratischen Diktator". Seit der Gründung des 1. FC Köln machte er alle Verträge der Vertrags- und Lizenzspieler sowie der Trainer mit Zustimmung des Vorstandes mehr oder weniger im Alleingang - auch um möglichst wenig an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Allerdings gefiel ihm das Wort "demokratisch" wesentlich besser, als das Wort "Diktator". "Nein, ein Diktator bin ich nicht, wenn es auch stimmt, dass ich viel allein entscheide. Aber schließlich kenne ich jeden Vertrag, lese jeden Brief, führe zahllose Telefonate. Ich bin also bestens informiert. Und trotzdem geht es bei uns demokratisch zu, schließlich berate ich mich ja mit meinen Vorstandskollegen", sagte Franz Kremer einmal in einem Interview. Die Mühen wurden mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaften 1962 und 1964 belohnt. Kremer hatte seinen Spruch aus den Anfangstagen - "Wollt ihr mit mir deutscher Meister werden?" - wahrgemacht. Die Spieler schätzten den "Boss als väterlichen Ratgeber - sowohl im finanziellen als auch im gesellschaftlichen Bereich. "Tradition hat nur dann Sinn, wenn der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist", lautete ein Wahlspruch des Fußballfunktionärs, der damit das Pflegen der Tradition mit Mut zu Neuem in Einklang brachte.

Plötzlicher Tod schockt den FC

Groß war das Entsetzen, als der Boss am 11. November 1967 gegen 17.45 Uhr in seinem Haus in der Franzstraße an den Folgen eines Herzinfarktes starb - nur 22 Tage, nachdem ihn die FC-Mitglieder für zwei weitere Jahre zum Präsidenten gewählt hatten. In der Stunde seines Todes lauschte Kremer im Radio der Übertragung des Spiels seines FC bei Eintracht Frankfurt. Als die Mannschaft aus Frankfurt zurückkam, informierte Pressesprecher Hans-Gerhard König die Spieler vom Tod des Präsidenten. Schock und Trauer machten sich breit. Ganz Köln, ja ganz Fußballdeutschland nahm Anteil.
Am 15. November 1967 bahrte man den Leichnam von Franz Kremer vier Stunden lang im Clubhaus auf. Die Beerdigung fand unter großer öffentlicher Anteilnahme auf dem Kölner Südfriedhof statt. Über 19 Jahre als Präsident des 1. FC Köln waren beendet - und bleiben für immer unvergessen.

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Franz Kremer
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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36