Club | 18.11.2011

"Der Verein muss vereint werden"

Pressegespräch mit Dr. Werner Wolf

Einen Tag vor dem Heimspiel gegen Mainz 05 fand nicht nur das obligatorische Pressegespräch mit Chef-Trainer Stale Solbakken statt, sondern aus gegebenem Anlass auch eine weitere Presserunde mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden Dr. Werner Wolf. In der FC-Geschäftsstelle am Geißbockheim erläuterte er den anwesenden Journalisten die nächsten Schritte bei der Findung des neuen FC-Vorstands.


Heft des Handelns in die Hand genommen 

Gleich zu Beginn des Pressegesprächs gewährte Dr. Werner Wolf den Anwesenden einen Einblick in seine Gefühlswelt seit dem überraschenden Rücktritts Wolfgang Overaths und den damit verbundenen Aufgaben des neuen Verwaltungsrats. „Zunächst habe ich eine große Last gespürt, hatte schlaflose Nächte und viel Respekt vor dieser riesengroßen Aufgabe. Ein Rücktritt von Wolfgang Overath war für mich nicht denkbar.“

Der auf der Mitgliederversammlung neu gewählte Verwaltungsrat hat umgehend das Heft des Handelns in die Hand genommen und tagte am Donnerstag, 17. November 2011, vier Tage nach dem Rücktritt des Vorstands, erstmals nach der konstituierenden Sitzung am Abend der Mitgliederversammlung. Es konnten nicht alle 17 Mitglieder des Verwaltungsrats hieran teilnehmen. Dies sei für Dr. Wolf allerdings nicht, wie verschiedenen Medienberichten zu entnehmen war, als Fehlstart zu deuten: „Uns war es wichtiger, uns schnell zu treffen, wohl wissend, dass nicht alle Mitglieder anwesend sein können“. Dr. Werner Wolf blickt zufrieden auf die zweite Sitzung des Verwaltungsrats zurück. So sind die Mitglieder als funktionierendes Team aufgetreten. „Mein Bauchgefühl ist gut. Die grundsätzliche Verantwortung liegt jetzt auf unseren Schultern. Das kann kein Einzelner bewältigen.“ Das Ziel ist klar: Ein neuer Vorstand muss gefunden werden, und dabei soll der Verein in der schwierigen Übergangsperiode stabil gehalten und weiterentwickelt werden. „Wenn jeder seine Rolle gut spielt und wir vernünftig zusammen spielen, ähnlich wie im Fußball auch, dann haben wir eine große Chance, dieser Verantwortung gerecht zu werden.“

Umstrukturierung der Geschäftsführung

In der aktuellen Situation entschied sich die Gesellschafterversammlung des 1. FC Köln zusammen mit dem Aufsichtrat für eine Neustrukturierung der Geschäftsführung. So ist Volker Finke ab sofort Mitglied der Geschäftsführung, Oliver Leki bleibt wie bisher Geschäftsführer und Claus Horstmann übernimmt den Vorsitz. „Der Verein muss vereint werden. Wir sind zuversichtlich, dass dies mit Volker Finke, Claus Horstmann und Oliver Leki gelingen wird“, so Dr. Werner Wolf.

Anforderungen an den neuen Vorstand 

Mit einem klar formulierten Anforderungsprofil des neuen Vorstands orientiert sich die Suche und soll diese in den nächsten Wochen vereinfachen. „Dabei suchen wir keinen ehemaligen Profispieler, aber eine Persönlichkeit mit der Leidenschaft für den Fußball und den FC.“ Auch soll der neue Präsident seine Arbeit weiterhin als Ehrenamt ausüben. Es soll jemand sein, der das kölsche Lebensgefühl versteht und darüber die Fans erreichen kann. Ein Interims-Präsident wird es dagegen nicht geben. „Wir wollen jemanden finden, der das Amt für eine längere Periode bekleidet. Schon laut Satzung gibt es keinen Interimspräsidenten. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats repräsentiert den Verein nach innen und nach außen – für die Zeit, bis ein neuer Vorstand auf der noch zu terminierenden außerordentlichen Mitgliederversammlung bestimmt wird.“ Der aktuelle Verwaltungsrat wird allerdings keinen Präsidentschaftskandidaten stellen: „Wir haben uns in der Sitzung darüber Gedanken gemacht und sind zu dem Entschluss gekommen, dass keiner von uns dieses Amt ausüben wird.“

Die nächsten Schritte 

„Die Wahl eines neuen Vorstands muss als organisierter Prozess verstanden werden.“ Dieser Prozess wird nach Aussage von Dr. Wolf eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen: „Vor Weihnachten wird uns das nicht mehr gelingen. Wir werden mit Kandidaten sprechen und haben die Satzungsauflage, die Mitglieder drei Wochen vor Anhaltung der Sitzung zu informieren. Dies wird eher im Zeitraum Januar bis März der Fall sein.“

Interview mit Dr. Werner Wolf:

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13 1. FC Köln 20
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