Profis | 04.08.2021

Rechtsverteidiger im Interview

Ehizibue: „Bereit, die Gegner aufzufressen“

Obwohl Kingsley Ehizibue bereits in seine dritte Saison beim 1. FC Köln geht, ist in diesem Sommer einiges neu für den 26-Jährigen. Unter Steffen Baumgart kam der etatmäßige Rechtsverteidiger erstmals auch in der Innenverteidigung zum Einsatz. Bei Eckbällen und Freistößen ist er nun mit vorne – und stellte mit einem Tor gegen Elversberg prompt seine Kopfballstärke unter Beweis. Im Interview spricht Easy über seine neuen Aufgaben, den Spielstil unter Baumgart – und Ziele für die Saison.

Easy, mehr als vier Wochen Vorbereitung sind um. Wie fällt dein Fazit aus?
Die Vorbereitung war gut. Der neue Spielstil passt gut zu uns. Ich mag, dass wir Pressing und dass wir nach vorne spielen. Wir sind eine coole Gruppe, die Stimmung im Team ist gut. Es waren harte vier Wochen, aber so muss das in dieser Phase sein. Wir müssen in den Spielen viel laufen, dafür benötigen wir Energie. Deshalb haben wir so hart trainiert. Trotzdem haben wir viel Spaß im Training und in den Spielen. Ich denke, in den Testspielen haben wir schon vieles von dem, was der Trainer sehen möchte, gut umgesetzt.

Was genau verlangt der Trainer von euch und wieso macht es trotz der hohen Intensität so viel Spaß?
Wenn wir den Ball erobern, passiert das meistens schon in der gegnerischen Hälfte. Wir sind dann schon in der Nähe des gegnerischen Tores. Wir attackieren weit vorne. Wenn du tief stehst und den Ball gewinnst, musst du erstmal noch 70 Meter laufen. Mir macht es mehr Spaß, so zu verteidigen und vorne den Ball zu holen.

Wie sind ansonsten deine Eindrücke vom neuen Trainer?
Er sorgt für eine gute Stimmung im Team – auf dem Platz und auch in der Kabine. Er ist ein guter Mensch, er redet viel mit uns, ist in den richtigen Situationen aber auch hart und direkt. Auf dem Trainingsplatz und an der Seitenlinie kann er sehr laut werden. (schmunzelt) Der Trainer ist authentisch. Er sagt uns offen, was wir gut machen, aber auch, was wir schlecht machen. Der Trainer ist ehrlich.

Was erwartet Steffen Baumgart speziell von dir als Rechtsverteidiger? Hat sich an deiner Rolle auf dem Platz im Vergleich zur Vorsaison etwas geändert?
Meine Stärke liegt eher im offensiven Spiel, würde ich sagen. In den vergangenen zwei Jahren standen wir häufig tief, sodass mein Fokus auf dem Verteidigen lag. Jetzt haben wir einen offensiver ausgerichteten Spielstil, mit dem ich meine Stärken besser einbringen kann – wie viele andere Spieler auch. Das ist gut für die Mannschaft.

In der Vorbereitung bist du auch als Innenverteidiger zum Einsatz gekommen. Wie groß war die Umstellung für dich?
Das war eine neue Erfahrung. Die Innenverteidigerposition ist ganz anders, aber auch das hat Spaß gemacht. Irgendwann früher habe ich schonmal als Innenverteidiger gespielt, aber das ist lange her. Das Gute an unserer Mannschaft ist, dass jeder weiß, was er auf dem Platz zu tun hat. Alle wissen, was der Trainer verlangt. Jeder weiß, wohin er laufen muss. Wir schauen uns viele Videosequenzen an, analysieren viel. Auch als Rechtsverteidiger weiß ich durch die Besprechungen, welche Aufgaben die Innenverteidiger haben und was der Linksverteidiger machen muss. So ist die Umstellung nicht mehr ganz so groß, wenn man mal auf einer anderen Position zum Einsatz kommt. Und sind wir noch variabler. Wenn ich als Innenverteidiger spielen soll, mache ich das natürlich. Aber lieber spiele ich rechts hinten. (lacht)

Noch etwas ist in den Testspielen aufgefallen: Bislang warst du nicht unbedingt als Torjäger und Kopfballungeheuer bekannt. Gegen Elversberg hast du aber einen wuchtigen Kopfballtreffer erzielt. Dürfen sich die FC-Fans ab jetzt häufiger auf solche Aktionen von dir freuen?
Ich hoffe. (lacht) Der Trainer hat mir gesagt, dass ich bei Standards mit nach vorne gehen soll. Und darüber freue ich mich. Mir macht es viel Spaß, ich bin kopfballstark und kann hoch springen. Wenn ich in der nächsten Saison ein paar Tore erziele und dadurch wichtig für das Team werde, wäre das richtig cool.

Die vergangene Saison war turbulent. Welche Ziele hast du mit dem FC für die neue Spielzeit?
Es soll besser werden als die vergangene Saison. Wenn wir so spielen, wie der Trainer sich das vorstellt und alles passt, haben wir eine gute Chance. Das erste Ziel ist, in der Bundesliga zu bleiben. Das wollen wir möglichst schnell erreichen. Unsere Mannschaft ist gut. In meiner ersten Saison beim FC unter Markus Gisdol hat man ja gesehen, wozu das Team in der Lage ist. Damals haben wir vor dem Lockdown acht von zehn Spielen gewonnen. Wenn wir in unseren Spielfluss kommen, können wir richtig gut sein. Erst recht, wenn wir wieder vor unseren Fans spielen dürfen.

Am Sonntag steht das erste Pflichtspiel an. Ihr trefft im DFB-Pokal auf den FC Carl Zeiss Jena. Wie groß ist deine Vorfreude? 
Riesig. Endlich geht es los. Wir alle freuen uns auf den Wettkampf. Jeder ist bereit, die Gegner aufzufressen. (lacht) Wir wissen, was uns am Sonntag in Jena erwartet. In der Vorbereitung gegen Elversberg haben wir gesehen, dass auch in der Vierten Liga gute Fußballer sind. Wer seine Gegner unterschätzt, für den wird es gefährlich. Gerade im Pokal. Für uns ist jedes Pflichtspiel wichtig. Wir wollen alle Spiele gewinnen, egal gegen wen. Das ist das Ziel.

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PL.VereinPkt.
61. FSV Mainz 0510
71. FC Köln9
81. FC Union Berlin9

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