• Club | 01.11.2019

    Doublesieger, Welt- und Europameister

    Bernd Cullmann feiert 70. Geburtstag

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    Doublesieger, Welt- und Europameister

    Bernd Cullmann feiert 70. Geburtstag

Bernd Cullmann gehört zu den bedeutendsten Spielern der FC-Geschichte. Als FC-Profi und Nationalspieler hat er Titel gesammelt wie kaum ein anderer. Cullmann ist der einzige FC-Spieler, der sowohl Welt- als auch Europameister ist. Am 1. November feiert „Culli“ seinen 70. Geburtstag. fc.de gratuliert im Namen des gesamten 1. FC Köln.

In Rötsweiler im Hunsrück geboren, kam Bernhard Cullmann schon als Kind mit seiner Familie nach Porz am Rhein, dem heutigen Köln-Porz. Bereits als Schüler wurde Cullmann Mitglied der Sportvereinigung Porz und entwickelte sich zu einem überdurchschnittlichen Spieler, der als Außenläufer oder Halbstürmer eingesetzt wurde. Regelmäßige Berufungen in die Kreis-, Mittelrhein- und Westauswahl waren die logische Folge. So entstand auch der Kontakt zum 1. FC Köln, der durch die ebenfalls aus Porz stammenden Jupp Röhrig und Wolfgang Weber forciert wurde.

Der FC verpflichtete das Talent im Sommer 1969 zunächst für die erste Amateurmannschaft. Doch schon während der Spielzeit 1969/70 geriet „Culli“, so sein bei Mitspielern und Fans bis heute allgegenwärtiger Spitzname, ins Blickfeld von Cheftrainer Hans Merkle, der ihn schließlich ins erweiterte Profiaufgebot holte. Unter Merkles Nachfolger Ernst Ocwirk erhielt Cullmann dann zur Spielzeit 1970/71 auch offiziell einen Lizenzspielervertrag und regelmäßige Einsätze. Bis 1972 wurde „Culli“ zumeist im offensiven Mittelfeld eingesetzt und pendelte häufig zwischen Spielfeld und Ersatzbank. Nachdem sich der etatmäßige Libero Werner Biskup im Februar 1972 bei einem Testspiel gegen den SC Pulheim verletzt hatte, beorderte Trainer Gyula Lorant ihn in die Abwehr. „An diesem Tag wurde ich letztlich Stammspieler des 1. FC Köln“, erinnert sich Cullmann.

Seitdem war der schnelle, mit gutem Auge ausgestattete Akteur Dreh- und Angelpunkt der Kölner Defensive, egal ob als Verteidiger oder als Libero. Ein Ballzauberer ist der immer ruhig und bescheiden auftretende Cullmann nie gewesen. Ihn zeichneten vielmehr sein unermüdlicher Kampfgeist und sein überragendes Kopfballspiel aus. Zudem galt der 1,86 Meter große Vorzeigeathlet als Musterprofi, immer diszipliniert und pünktlich. Im Gegensatz zu manch anderen Fußballprofis wirkte er jedoch eher zurückhaltend und sensibel. „Ist es etwa schlimm, wenn ein Mensch anständig ist?“ konterte Bernd Cullmann die Vorwürfe, er sei zu anständig für das harte Geschäft des Profifußballs. Schon früh hatte er sich das Ziel gesetzt, eines Tages A-Nationalspieler zu werden. Am 14. Februar 1973 wurde der Traum wahr: Cullmann debütierte unter Trainer Helmut Schön in der DFB-Auswahl. Beim 2:3 in München gegen Argentinien steuerte er auch gleich einen Treffer bei. 39 weitere Einsätze im Trikot mit dem Adler sollten folgen. Cullmann wurde Weltmeister 1974 und Europameister 1980. Auch an der WM 1978 in Argentinien nahm „Culli“ teil. In der Nationalmannschaft spielte Cullmann in der Regel im defensiven Mittelfeld, da die Liberoposition von Franz Beckenbauer besetzt war.

Fast Beckenbauer-Nachfolger

Beim FC musste er lange auf Titel warten und wäre beinahe kurz vor dem großen Triumph zu Borussia Dortmund gewechselt, war zudem als Beckenbauer-Nachfolger beim FC Bayern München im Gespräch. Der Grund: In der Spielzeit 1976/77 war es für den Verteidiger beim FC nicht rund gelaufen. Nur langsam erholte er sich von einer schweren Verletzung und musste anschließend häufig auf der Ersatzbank Platz nehmen, hinzu kamen Differenzen mit Trainer Hennes Weisweiler. Doch Cullmann, der sich immer bedingungslos mit dem FC identifiziert hatte, blieb in Köln, da der Transfer an der Ablösesumme scheiterte. Das Bleiben sollte sich lohnen.

Nachdem er bereits 1977 DFB-Pokalsieger geworden und wieder Stammspieler war, holte der Rechtsfuß nur ein Jahr später mit dem FC das „Double“ aus Meisterschaft und Pokal – ein unvergesslicher Triumph. Am 4. März 1978 erzielte Cullmann beim 1:1 in Berlin das 1000. Bundesligator der FC-Historie. Insgesamt erlebte er während seiner FC-Zeit sieben DFB-Pokalendspiele, wurde in fünf dieser Finals eingesetzt. Drei Mal durfte er anschließend den Pokal in die Höhe stemmen. Jedoch weiß er bis heute: „Wir hätten das Ding viel öfter gewinnen können.“ Auch international stand Cullmann mehrfach knapp vor einem Titelgewinn mit dem FC. Vier Mal (1971, 1975, 1979, 1981) erreichte man jeweils ein europäisches Halbfinale, der Einzug ins Endspiel blieb jedoch stets verwehrt. Eine Arthrose in den großen Zehen und die lädierte Achillessehne zwangen ihn im Winter 1983/84 seine Laufbahn zu beenden. Vom grünen Rasen wechselte der Mann, der 1979/80 sogar FC-Kapitän war, als Repräsentant zum Sportartikelhersteller Adidas. Nebenbei trainierte er noch die Jugend der Sportvereinigung Porz, in der Sohn Carsten aktiv war.

Vorstandsmitglied und Manager

1993 wurde Cullmann Manager des 1. FC Köln, konnte den rasant voranschreitenden Niedergang aber nicht mehr aufhalten. Zuvor war Cullmann bereits seit 1991 als Vorstandsmitglied bei „seinem“ FC aktiv. Nach der Entlassung von Cheftrainer Stephan Engels am 31. März 1996 warf auch „Culli“ das Handtuch. Heute ist er als lizenzierter, selbständiger Spielervermittler tätig, arbeitete einige Jahre lang bei der Firma „Rogon“ und ist seit März 2011 gemeinsam mit Ex-Profi Jens Nowotny Inhaber der Agentur „Insoccer“ mit Sitz in Burscheid bei Leverkusen. Vom 1. FC Köln spricht er stets in der Wir-Form. „Ich bin vor über 40 Jahren zum FC gekommen und habe immer noch Kontakt zu vielen meiner damaligen Mitspieler. Wolfgang Weber, Wolfgang Overath oder Stephan Engels – wir sehen uns regelmäßig im Stadion oder spielen auch in der FC-Altinternationalen-Mannschaft zusammen. Wir gehören immer noch dazu." Bis heute wohnt Culli mit Ehefrau Irmgard in Köln-Porz. Für die FC-Traditionsmannschaft ist er zudem Mitorganisator und Zeugwart. Im September 2010 machten sich die FC-Fans große Sorgen um das Kölner Idol: Mit einer Einblutung im Kopf war Cullmann in die Intensivstation der Köln-Merheimer Klinik eingewiesen worden, konnte das Krankenhaus jedoch glücklicherweise nach zwei Wochen wieder gesund verlassen. Am Geißbockheim und bei den Heimspielen im RheinEnergieSTADION ist Bernd Cullmann regelmäßig anzutreffen.

Der gesamte 1. FC Köln gratuliert Bernd Cullmann herzlich zum 70. Geburtstag.

Bernhard „Bernd“ Cullmann
Geboren: 01.11.1949 in Rötsweiler/Hunsrück

Laufbahn als Spieler
1958-1967 Sportvereinigung Porz 1919 (Jugend)
7/1967-6/1969 Sportvereinigung Porz 1919
7/1969-6/1970 1. FC Köln (Amateure, im Saisonverlauf erweiterter Profikader)
7/1970-12/1983 1. FC Köln

Pflichtspiele: 458
Tore: 41
Freundschaftsspiele: 191
Tore: 24

Total
Spiele: 649
Tore: 65

Erfolge
Deutscher Meister 1978
Deutscher Pokalsieger 1977, 1978, 1983
Deutscher Vizemeister 1973, 1982
Deutscher Vizepokalsieger 1970, 1971, 1973, 1980

FC-Kapitän 1979-1980

40 A-Länderspiele/6 Tore für Deutschland (alle für den 1. FC Köln) (1973-1980)
5 B-Länderspiele/0 Tore für Deutschland (1972-1978)
3 U23-Länderspiele/0 Tore für Deutschland (1972-1973)

Weltmeister 1974
WM-Teilnehmer 1978
Europameister 1980

Laufbahn als Trainer
7/1986-11/1991 Sportvereinigung Porz 1919 (Jugend)

Laufbahn als Funktionär
21.11.1991-31.08.1993 1. FC Köln (Vorsitzender Sportbeirat/Vorstandsmitglied)
01.09.1993-31.03.1996 1. FC Köln (Manager)
10/1999-6/2000 MSV Duisburg (Manager) 

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