Club | 26.01.2018

Armin Veh im GeißbockEcho

"Das bringt mir Leidenschaft"

Armin Veh spricht über seinen neuen Job als FC-Geschäftsführer, den Abstiegskampf – und Karneval.

Herr Veh, war Ihr Hund in der Nähe, als Sie sich entschieden haben, Geschäftsführer beim 1. FC Köln zu werden?

Armin Veh:
Mein Hund? Ach, Sie fragen wegen Jupp Heynckes. (lacht)

Jupp Heynckes hat dem FC Bayern zugesagt, nachdem sein Hund zweimal zustimmend gebellt hat.

Jupps Hund ist ja schon ein bisschen älter und ich weiß gar nicht, ob er ihn nach München begleiten konnte. Mein Hund ist noch sehr jung und zu verspielt, um das richtig wahrzunehmen. Bei mir war klar, dass er mitkommt. Mein Hund ist immer in meiner Nähe, einfach, weil wir uns sehr nahe sind. Er geht dahin, wo der Papa hingeht.

Aber Sie sind vermutlich häufiger gefragt worden, warum Sie sich den Job beim abgeschlagenen Tabellenletzten antun.

Ich bin schon ein paarmal gefragt worden. Nicht wegen des FC an sich, sondern wegen der Situation bei meinem Einstieg. Als ich kam, hatten wir drei Punkte.

Was haben Sie geantwortet?

Dass ich die Aufgabe hier nicht kurzfristig sehe, sondern langfristig. Und dass ich überzeugt bin, dass wir wieder erfolgreich sein werden. Diese Aufgabe reizt mich einfach. Ich hätte wieder als Trainer arbeiten können, aber ich wollte nicht. Mit dem Trainerjob habe ich abgeschlossen, das habe ich 27 Jahre lang gemacht. Jetzt den Manager-Job zu übernehmen, das bringt mir: (überlegt kurz) Leidenschaft! Weil es etwas Neues ist. Ein Neuanfang. Meine Aufgabe ist nicht mehr das Tagesgeschäft, sondern die langfristige Planung.

Sie sind seit fast 40 Jahren Teil der Bundesliga. Wie war über die Jahre Ihr Blick auf den 1. FC Köln?

Der FC war schon zu der Zeit, als ich noch selbst gespielt habe, immer in meinem Blick und hoch angesehen. Weil er sehr erfolgreich war und große Spieler hervorgebracht hat: Wolfgang Overath, Toni Schumacher, später Pierre Littbarski oder Icke Häßler. Der 1. FC Köln war für mich immer positiv besetzt. Weil er ein echter Traditionsclub ist.

Was war Ihnen wichtig bei der Entscheidung für den FC?


Die handelnden Personen. Die habe ich kennengelernt – und Alex Wehrle kenne ich ja schon ein paar Jahre. Ich habe mit ihm in Stuttgart gearbeitet, wenn auch in anderer Position. Er war Assistent des Vorstands, ich war Trainer. Er ist wichtig für mich. Ich wusste, dass er ein verlässlicher, intelligenter Mensch ist und einen Verein führen kann. Ich habe mich für den 1. FC Köln entschieden, weil mir der Club sympathisch ist und weil ich glaube, dass man hier erfolgreich arbeiten kann.

Als Sie dann zum FC kamen, hat Sie da etwas überrascht?

Man denkt, dass in einem Verein, der nach 15 Spielen drei Punkte hat, vieles nicht stimmt. Ich war überrascht, dass viele Dinge richtig gut funktionieren. Wenn ich mir die Geschäftsstelle anschaue oder mit den Abteilungsleitern spreche, muss ich sagen: Wir haben gute Leute da. Auch im Nachwuchsleistungszentrum. Der FC ist ein gut geführter Bundesligaclub. Nur die Mannschaft hat in dieser Saison nicht gut gespielt.

Woran lag das?

Das kann immer passieren. Es sind viele Kleinigkeiten, die sich summieren. Ich kann nicht hundertprozentig sagen, woran es gelegen hat. Da hätte ich dabei sein müssen. Ich muss das analysieren, aber vor allem in die Zukunft schauen. Das ist mir wichtiger als der Blick zurück.

Zuletzt hat die Mannschaft dreimal in Folge gewonnen. Wie würden Sie die sportliche Lage jetzt beschreiben?

Um uns noch eine kleine Chance offenzuhalten, war es wichtig, dass wir gepunktet haben. Sonst wären wir ganz weit weg gewesen. Nur: Es ist wichtig, dass wir demütig bleiben und nicht zu spinnen anfangen. Dazu gibt es keinen Grund. Wir sind immer noch Tabellenletzter. Wir haben immer noch drei Punkte Rückstand auf den Vorletzten, vier auf den Relegationsplatz und acht auf einen Nichtabstiegsplatz.

Man könnte aber zumindest sagen, dass der 1. FC Köln wieder in Schlagdistanz zum Rest der Liga ist. Kommt mit der Hoffnung auch der Druck zurück?

Das glaube ich nicht, nicht bei unserer Mannschaft. Das spüre ich. Wissen kann das niemand, deshalb kann ich da nur nach dem Gefühl gehen.

Was für ein Gefühl haben Sie denn bei unserer Mannschaft? Sie haben in Ihrer Laufbahn ja schon einige kennengelernt.

Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft absolut intakt ist. Das beste Zeichen ist für mich: Wenn ich mit den Spielern rede, dann merke ich, dass sie alle trotz der unterirdischen sechs Punkte nach der Hinrunde noch an den Klassenerhalt glauben. Fußball ist ja viel Psychologie. Und was ich auch merke: Die Spieler gehen anständig miteinander um. Das ist für mich wichtig.

Das vollständige Interview gibt es in der GeißbockEcho-App. Hier geht's zum Download:
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