• Stiftung | 08.07.2019

    FC-Frauen in der JVA

    Ein Gefühl von Freiheit

  • Stiftung | 08.07.2019

    FC-Frauen in der JVA

    Ein Gefühl von Freiheit

  • Stiftung | 08.07.2019

    FC-Frauen in der JVA

    Ein Gefühl von Freiheit

Die Stiftung des 1. FC Köln unterstützt ein Resozialisierungsprojekt für weibliche Strafgefangene. Daher waren die FC-Frauen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Köln-Ossendorf zu Besuch. Die Redaktion von Taff hat die FC-Frauen dabei begleitet.

Es ist ein beklemmendes Gefühl für die FC-Frauen, als sie die Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf durch die schwere Eisentür betreten. Ihre Wertsachen und ihre Smartphones schließen sie an der Pforte ein, die sind innerhalb der Gefängnisanstalt verboten. Nur ihre Sportsachen nehmen sie mit, denn sie haben ein Training mit den inhaftierten Frauen des Sportprojekts vor sich. Anstoß für ein neues Leben heißt das Projekt der Sepp-Herberger-Stiftung, das sich mit der Resozialisation der Gefangenen beschäftigt und das der 1. FC Köln durch die FC-Stiftung seit 2015 unterstützt. FC-Spielführerin Anna Kirschbaum ist zum ersten Mal dabei. „Freiheit nimmt man als selbstverständlich wahr“, sagt sie. „Wir werden heute Abend die Haftanstalt wieder verlassen, aber die meisten hier können das nicht.“

Mauern nicht nur bei Freistößen

Die Zellen der Haftanstalt sind klein. Auf wenigen Quadratmetern befindet sich ein Bett, ein Schreibtisch mit Stuhl, ein Kleiderschrank und ein WC, das nur durch einen Vorhang vom Bett getrennt ist. Geweckt werden die Inhaftierten um 6 Uhr morgens, telefonieren dürfen sie in der Regel nur zweimal im Monat. Die Regeln sind streng, denn ein Gefängnis ist kein Urlaubsort. 926 Häftlinge sitzen in der JVA Köln aktuell ihre Strafe ab, weniger als ein Drittel sind Frauen. Ihre Vergehen sind unterschiedlich schwer, ihre Haftstrafen unterschiedlich lang. Der rote Fußballplatz befindet sich im Hof der Haftanstalt. Mauern kennen die FC-Spielerinnen eigentlich nur bei Freistößen, hier umranden sie meterhoch die gesamte Anlage.

Zum Sportprojekt der Stiftung gehören elf weibliche Gefangene. Oft trug das falsche Umfeld dazu bei, dass sie kriminell wurden – manchmal waren es falsche Freunde, manchmal der falsche Partner. Eine Gefangene fuhr wiederholt ohne Führerschein, den hatte sie nie gemacht. Eine andere sitzt wegen räuberischer Erpressung ein – und das noch viele Jahre. Durch den Sport lernen sie Fairness, Teamgeist, ihre Aggressionen anders zu kanalisieren und sich gegenseitig zu unterstützen. Werte, die in ihrem Leben vor ihrem Haftantritt kaum eine Rolle gespielt haben. „Die Frauen, die hier in der JVA ihre Haft absitzen, sind aus unterschiedlichen Gründen auf die schiefe Bahn geraten. Aber das bedeutet nicht, dass sie nicht irgendwann eine zweite Chance verdient haben. Wir möchten helfen, ihnen zu zeigen, dass es durch den Sport genug Möglichkeiten gibt, Kontakte zu knüpfen und ein Leben abseits der Kriminalität zu leben“, sagt FC-Spielerin Kristina Hild.

Träume von der Freiheit


Im Hof der JVA spielen die FC-Spielerinnen erst gegen die Mannschaft der weiblichen Inhaftierten, anschließend mit gemischten Teams. Für die Gefangenen ist das eine Ablenkung zum tristen Haftalltag. „Uns gibt der Sport und das Training mit den FC-Frauen sehr viel“, sagt Bea, die in den nächsten Monaten entlassen wird, und ergänzt: „Wir machen hier unsere Ausbildungen und bereiten uns auf das Leben in der Freiheit vor, aber unser Alltag ist immer ziemlich ähnlich. Die Einheiten mit den FC-Spielerinnen sind ein Lichtblick für uns.“ Der Austausch zwischen den Spielerinnen und den Inhaftierten ist ungezwungen, die FC-Frauen berichten von ihrem Aufstieg in die Bundesliga, die Gefangenen reden offen über ihre Vergehen und ihre Träume nach der Entlassung. „Wir haben Scheiße gebaut, bei mir hatte mein Partner dazu beigetragen, dass ich kriminell geworden bin. Ich war blind vor Liebe und als ich verurteilt wurde, hat er mich verlassen“, sagt Sarina. „Wir freuen uns sehr, dass die FC-Mädels uns besuchen und uns auf dem Platz den ein oder anderen Fußballtrick zeigen.“

Doch nicht nur die weiblichen Gefangenen nehmen etwas Positives aus dem außergewöhnlichen Training mit. Die FC-Spielerinnen verlassen die JVA am Abend mit dem Gefühl, einen positiven Beitrag geleistet zu haben. „Wir hoffen, die Frauen konnten ihren Haftalltag etwas vergessen. Und uns hat der Tag vor Augen geführt, wie wertvoll es ist, seine Freizeit so verbringen zu können, wie man möchte und nicht in einer Zelle eingesperrt zu sein“, sagt FC-Spielerin Franziska Wendel. Für Ileana Caspari ist die JVA berufsbedingt Alltag. Sie stieg mit den FC-Frauen in der vergangenen Saison in die Bundesliga auf und leitet hauptberuflich das Sportprojekt in der JVA. Caspari sagt: „Solche Trainingseinheiten helfen den Mädels, Träume und Perspektiven zu schaffen. Wir erhoffen uns, dass unsere Häftlinge nach ihrer Entlassung nicht mehr straffällig werden und stattdessen durch den Sport und die vermittelten Werte einen Anstoß für ihr neues Leben erhalten.“

Die Redaktion von Taff hat die FC-Frauen bei ihrem Besuch in der JVA begleitet. Hier findet man den TV-Beitrag.

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13 1. FC Köln 0
14 TSG 1899 Hoffenheim 0

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