Profis | 18.08.2022

Gegnerportrait

Fehervar FC: Ein Verein mit 18 Namen

Der 1. FC Köln empfängt am Donnerstagabend im Play-off-Hinspiel der UEFA Conference League um 20.30 Uhr den Fehervar FC. Doch was müssen FC-Fans über unseren Gegner aus Ungarn wissen? Hier gibt es einige spannende Fakten und Geschichten.

Vereinsgeschichte

Fehervar FC ist ein Fußballverein aus der ungarischen Stadt Szekesfehervar (kurz: Fehervar), die rund 60 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Budapest liegt. Gegründet wurde der Club 1941 als Vadasztöltenygyari SK. Seither folgten 17 Namensänderungen. Den aktuell gültigen Namen trägt der Verein seit 2019. Offiziell heißt der Club MOL Fehervar FC. MOL ist ein Mineralölkonzern und Hauptsponsor. 

Historisch bedingt ist der Verein aber bekannter unter dem Namen Videoton oder Vidi. Videoton heißt der in Szekesfehervar ansässige Elektrogerätehersteller (rund 500 Mio. Jahresumsatz). Insgesamt 54 Jahre war der Firmenname in verschiedene Varianten des Vereinsnamens integriert. 

Größte Erfolge

Dreimal wurde Fehervar ungarischer Meister – 2011, 2015 und 2018. Den Pokal gewann der Verein 2006 und 2019. Der größte Vereinserfolg aber war das Erreichen des UEFA-Pokal-Endspiels 1985 gegen Real Madrid. Unter dem Namen Videoton FC verloren die Ungarn gegen Real Madrid. Ein Jahr später stand übrigens der 1. FC Köln im Endspiel des UEFA-Pokals – ebenfalls gegen Real Madrid. Doch auch der FC entthronte die Königlichen nicht (1:5, 2:0). 

So hat sich Fehervar qualifiziert

In der vergangenen Saison wurde Fehervar in der ungarischen Liga Vierter. Normalerweise qualifizieren sich nur der Zweit- und Drittplatzierte für die Qualifikationsrunden der UEFA Europa Conference League. Da Meister Ferencvaros Budapest aber den Pokal holte, reichte der vierte Platz für die Teilnahme am internationalen Geschäft. Fehervar überstand bereits zwei Qualifikationsrunden. Zunächst besiegten sie den FK Qabala aus Aserbaidschan (4:1, 1:2), danach folgten zwei souveräne Auftritte gegen den moldawischen Vertreter FC Petrocub Hincesti (5:0, 2:1). 

Formcheck

Der Saisonstart in der heimischen Liga lief durchwachsen (ein Sieg, zwei Niederlagen). Am vergangenen Wochenende verlor Fehervar mit 0:4 bei Ferencvaros Budapest.

Trainer

Ein Deutscher trainiert Fehervar. Michael Boris wurde in Bottrop-Kirchhellen geboren und hat das Amt in Ungarn im Februar 2022 übernommen. Zuvor war der 47-Jährige in einigen Ländern rund um den Globus tätig. Boris trainierte den dänischen Club SönderjyskE, den japanischen Zweitligisten Tokyo Verdy – und die U19- und U21-Nationalmannschaft Ungarns. In Deutschland trainierte der 47-Jährige unter anderem den TSV Germania Windeck die U23 des FC Schalke 04, den KFC Uerdingen und Sportfreunde Siegen.

Stadion

MOL Arena Sosto, 14.200 Zuschauer

Spieler im Fokus

Loic Nego ist ein offensivstarker Rechtsaußen und ungarischer A-Nationalspieler (24 Länderspiele, zwei Tore). Der 31-Jährige mit französischen Wurzeln hat bereits 285 Pflichtspiele für Fehervar absolviert (38 Tore, 46 Vorlagen). Er schlägt die meisten Flanken seines Teams und erobert zudem die meisten Bälle in der gegnerischen Hälfte.

Ex-Bundesliga-Spieler

Mit Kenan Kodro und Palko Dardai stehen zwei Spieler mit Bundesliga-Erfahrung im Kader von Fehervar. Kodro, der von 2017 bis 2018 für Mainz 05 (acht Spiele, null Tore) aktiv war, ist Mittelstürmer und war mit 15 Ligatoren in der vergangenen Saison Fehervars bester Torschütze. Diese Saison hat er in vier Qualifikationsspielen in der Conference League drei Treffer erzielt.

Palko Dardai ist der älteste von drei Söhnen des ehemaligen Hertha-Trainers Pal Dardai. Rund zehn Jahre wurde Palko in der Nachwuchsabteilung von Hertha BSC ausgebildet. Für die Profis kam er neunmal in der Bundesliga zum Einsatz. Seit Januar 2021 spielt Dardai für Fehervar. Sechs Vorlagen und ein Tor in vier Qualifikationsspielen der Conference League unterstreichen seine Offensivstärke.

Das sagt Alexander Bade, der in der Saison 2021/22 Co-Trainer von Peter Stöger bei Ferencvaros Budapest war: „Das Spiel über die Flügel ist bei Vidi sehr gefährlich – allerdings verstärkt über rechts. Palko Dardai sorgt dabei im rechten Mittelfeld für viele gute Offensivaktionen. Mit Loic Nego und Attila Fiola haben sie zwei Nationalspieler. Außerdem ist Abwehrspieler Stopira bei Standards sehr gefährlich. Im Zweikampf und bei der Intensität sollte der FC deutliche Vorteile haben. Favorit aufs Erreichen der Guppenphase ist auf jeden Fall der 1. FC Köln. Ich bin heute Abend auch im Stadion, das lasse ich mir nicht entgehen und drücke dem FC natürlich die Daumen.“ 

Live im Free-TV

RTL überträgt das Hinspiel der Conference-League-Play-offs zwischen dem 1. FC Köln und Fehervar FC am Donnerstag, 18. August 2022, ab 20.15 Uhr LIVE im Free-TV (Anstoß: 20.30 Uhr).

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
12Bayer 04 Leverkusen18
131. FC Köln17
14FC Augsburg15
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PL.VereinPkt.
1Nice9
2Partizan Belgrade9
31. FC Köln8
4Slovácko5

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