Profis | 12.04.2021

Pressekonferenz

Friedhelm Funkel: „Können es nur als Team schaffen“

Am Montagvormittag hat der 1. FC Köln Friedhelm Funkel als neuen FC-Cheftrainer vorgestellt. Am Nachmittag sprach der 67-Jährige über seine neue Aufgabe, die Zusammenarbeit mit der Mannschaft und seine Erfahrungen im Abstiegskampf. Geschäftsführer Horst Heldt sprach über die Entscheidung für einen neuen Impuls.

Friedhelm Funkel sagte über…

… seine Entscheidung, die Aufgabe als Cheftrainer anzunehmen: Durch die Corona-Pandemie hat sich für viele Menschen die Lebenssituation verändert. Auch ich konnte die Freiheiten nicht so genießen, wie ich mir das vorgestellt habe. Also ist in mir der Gedanke gereift, dass ich wieder arbeiten möchte. Ich habe gemerkt, dass ich wieder Lust verspüre, etwas zu machen. Ich habe den Fußball intensiv verfolgt. Jetzt werde ich erst einmal mit den Spielern sprechen und schauen, wo wir ansetzen können. Es ist wichtig, so schnell wie möglich das Vertrauen der Spieler zu gewinnen. Die Mannschaft hat gegen Mainz gut gespielt. Was sie von der Physis auf den Platz gebracht hat, ist gut. Es ist gut gearbeitet worden. Ich werde am Trainerteam nichts verändern und besonders mit André Pawlak sehr eng und intensiv zusammenarbeiten. Ich kenne ihn schon eine gewisse Zeit und habe großes Vertrauen in ihn. Der Staff gibt mir ein gutes Gefühl. Die Aufgabe ist nicht einfach, aber nicht unmöglich. Wir können die notwendigen Punkte holen. Es ist unser Ziel, in der Bundesliga zu bleiben. Dafür werden wir jetzt viel und hart arbeiten. 

… seine besondere Beziehung zu Köln und zum FC: Zur Stadt Köln habe ich immer eine besondere Beziehung gehabt – dadurch, dass ich aus Neuss komme. Ich habe schon vor meiner Zeit als Trainer oft meine Freizeit hier verbracht. Köln hat mich immer fasziniert. Als ich hier Trainer werden durfte, habe ich den Verein kennengelernt. Es war eine emotionale und schöne Zeit. Wenn man dann die Möglichkeit bekommt, hier zu helfen und ein Ziel zu erreichen, ist das eine tolle Aufgabe. Ich gehe die Aufgabe mit viel Optimismus an und freue mich darauf. Es sind noch einige Weggefährten hier – wie Busfahrer Michael Liebetrut oder Mannschaftsarzt Dr. Peter Schäferhoff. Auf diese Leute freue ich mich. Ich weiß, was auf mich zukommt. Es ist schade, dass wir keine Zuschauer im Stadion haben. Ich kenne die Emotionen und die Fans, die den Verein getragen haben. Also liegt es an uns, die Emotionen auf den Platz zu bringen und an Kleinigkeiten zu arbeiten.

… die Qualität der Mannschaft: Man hat gegen Mainz gesehen, dass es ein wichtiger Faktor ist, dass Sebastian Andersson zurück ist. Er hat Qualität, um in der Bundesliga vorne in der Spitze zu spielen. Er hat nach seiner langen Pause gestern ein gutes Spiel gemacht. Das ganze Offensivspiel ist besser gewesen. Andersson ist vorne als Zielspieler sehr wichtig. Der FC hatte Verletzungsprobleme. Das kann man nicht wegdiskutieren. Es macht sich bemerkbar, wenn ein Spieler wie Andersson fehlt. Ich glaube fest daran, dass mit dieser Mannschaft das Ziel zu erreichen ist. Die Spieler müssen gesund bleiben. Wir müssen schauen, dass sie jetzt schnell regenerieren. Die Leistung der Mannschaft stimmt mich optimistisch.

... den Spielplan und die beiden anstehenden Partien gegen Leverkusen und Leipzig: Leverkusen und Leipzig sind Mannschaften, die andere Ziele haben als wir. Sie wollen in die Champions League. Das sind Mannschaften, die von der Qualität her richtig gut sind. Aber ich hoffe, dass meine Mannschaft daran auch wachsen wird. Sie hat gegen Top-Mannschaften schon gute Leitungen auf den Platz gebracht. Sie hat gegen Leipzig und gegen Dortmund gepunktet und gegen die Bayern in der Hinrunde ein ordentliches Spiel gemacht. Wir werden optimistisch an die Aufgaben herangehen. Wir wollen in allen sechs verbleibenden Spielen eine gute Leistung abliefern und so viele Punkte wie möglich holen – egal, wie der Gegner heißt. 

… Probleme im Spiel: Der FC hatte zuletzt Probleme, Tore zu erzielen. Wir müssen vielleicht mehr Risiko im Spiel nach vorne gehen und mehr Läufe in die Tiefe machen. Daran werden wir im Training arbeiten.

… die Zusammenarbeit bis zum Saisonende: Wir haben klar kommuniziert, dass wir bis zum Saisonende zusammenarbeiten. Danach werde ich meine Aufgabe hier hoffentlich erfolgreich beenden.

… Einordnung einzelner Spieler: Ich werde das erste Training unvoreingenommen leiten. Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft mitziehen wird. Am Ende der Woche muss ich Entscheidungen fällen. Ich kann noch nicht sagen, wie sie aussehen werden. Ich werde viele Gespräche mit den Spielern führen. Letztlich entscheidet der Spieler selbst mit seiner Leistung, ob er zum Kader gehört oder in der Startelf steht. Es wird Spieler geben, die enttäuscht werden. Damit muss ich leben. Das Wichtigste in der Zusammenarbeit ist der Respekt untereinander. Schaffen können wir es nur als Team. Da gehören alle Spieler zu. Der Teamgedanke steht an erster Stelle. Das werde ich den Spielern vermitteln. 

… die Arbeit an der Defensive: Wir müssen in gewissen Situationen kompromissloser verteidigen. Auch mal härter zur Sache gehen. Auch am Stellungsspiel können wir arbeiten. Ich werde mir einige Spiele noch einmal aufmerksam mit den Videoanalysten anschauen. Wir müssen das gemeinsam angehen. Es wird eine anspruchsvolle Aufgabe. Aber ich freue mich total darauf. 

… seine Erfahrungen im Abstiegskampf: Wichtig ist, dass man die Ruhe bewahrt und dass man mit der Mannschaft sehr vertrauensvoll zusammenarbeitet. Es ist ganz wichtig, schnell das Vertrauen der Spieler zu bekommen. Ich werde auf die Spieler zugehen und ihnen das eine oder andere mit auf den Weg geben. Die nächsten Spiele müssen mit Begeisterung, Konzentration und Lockerheit angegangen werden. Die Spieler sollen auf dem Platz das Bestmögliche abrufen. Wir brauchen dazu die bestmögliche Trainingsarbeit. Und dann brauchen wir Ergebnisse. Dazu braucht es auch ein Quäntchen Glück. Das müssen wir uns erarbeiten. Wir müssen das Glück wieder auf unsere Seite ziehen.

Horst Heldt sagte über…

… die Trennung von Markus Gisdol und die Entscheidung für Friedhelm Funkel: Uns war allen klar, dass das Spiel gegen Mainz sehr wichtig ist. Wir wollten unbedingt Punkte holen. Das haben wir nicht geschafft. Wir haben Markus Gisdol gestern Abend unsere Entscheidung mitgeteilt. Ich möchte mich bei ihm und Frank Kaspari herzlich bedanken. Markus hat alles versucht, um für den Club erfolgreich zu sein. Er hat den Club in einer schwierigen Situation übernommen und letzte Saison die Klasse gehalten. Er kann stolz auf seine Arbeit sein. Die Bedingungen sind nicht einfach. Er hat sich nie beklagt und ist immer vorneweg marschiert. Am Ende ist es aber ein Ergebnissport. Wir haben die Entscheidung getroffen, dass wir für die restlichen Spiele einen neuen Impuls brauchen. Friedhelm Funkel ist sehr erfahren, auch in solchen Situationen. Wir sind überzeugt, dass er den Input liefern kann, den wir benötigen.

... die Aufarbeitung der bisherigen Saison: Es ist immer wichtig, seine Handlungen zu überprüfen und aufzuarbeiten. Das tun wir permanent. Jetzt ist es wichtig, sich voll und ganz auf die kommenden Wochen zu konzentrieren, um unser Ziel zu erreichen. Es ist nicht unmöglich, aber eine Herausforderung. Es geht nur, wenn wir alle geschlossen an diesem Ziel arbeiten. Danach ist Zeit zur Aufarbeitung der gesamten Saison.

… die Trainersuche für die kommende Saison: Wir legen den Fokus auf die nächsten Wochen und tun alles dafür, um in der Liga zu bleiben. Zeitgleich müssen wir uns für die neue Saison neu ausrichten. Geschäftsführung und Vorstand werden den Zeitplan gemeinsam besprechen. Wir müssen den Spagat schaffen, uns auf die letzten Spiele zu konzentrieren und uns Gedanken für die Neuausrichtung ab Sommer zu machen.

Jetzt die Pressekonferenz in voller Länge auf NetCologne FC-TV schauen.

PK mit Friedhelm Funkel
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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
16DSC Arminia Bielefeld31
171. FC Köln29
18FC Schalke 0413

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