Profis | 15.05.2020

Pressekonferenz vor Mainz

Gisdol: „Es muss menschlich bleiben“

Der 1. FC Köln empfängt am Sonntag den 1. FSV Mainz. In einer virtuellen Pressekonferenz sprachen FC-Cheftrainer Markus Gisdol und Geschäftsführer Horst Heldt am Freitag über das quarantäne-ähnliche Trainingslager und das bevorstehende Heimspiel.

Markus Gisdol sprach über:

… seinen Eindruck von der Mannschaft: Es hat zwei, drei Tage gedauert, bis wir unser Niveau im Zweikampfverhalten wieder gezeigt haben. Die Mannschaft freut sich, dass wir wieder einen Wettkampf haben. Wir haben wieder ein Ziel vor Augen. Jeder Leistungssportler möchte sich mit anderen Gegnern messen. Wir versuchen uns auf bei allen Begleiterscheinungen auf das Spiel zu konzentrieren und auf die Dinge, die wir beeinflussen können.

… das quarantäne-ähnliche Trainingslager: Ein großes Lob an unser Team, wie es mit der Situation umgeht. Wir haben über die ganze Zeit eine gute Stimmung. Das ist die Basis, um vernünftig arbeiten zu können. Wir hatten fast normale Trainings- und Einzelschwankungen von Spielern. Es war für mich von den Überraschungen negativer Art überschaubar. Eher war es positiv, jetzt wieder mit den Jungs arbeiten zu können.

… die guten Leistungen vor der Corona-Pause: Es ist natürlich besser, wenn du mit einem positiven Gefühl in die Pause gehst. Du weißt, dass du gut drauf warst und gut gearbeitet hast. Diese Dinge jetzt ohne Zuschauer abzuliefern, ist unsere Challenge. Ich bin gespannt, wie sich die Laufleistungen der gesamten Liga unterscheiden werden, weil die Anfeuerung von außen nicht da sein wird. Wir haben dennoch versucht, uns bestmöglich vorzubereiten. Das Training ist mit Ausnahme der Regeln auf dem Platz genauso, wie es vor Corona war. Die Spiel-Rahmenbedingungen verändern sich. Wir müssen jetzt auch ohne Zuschauer wieder so Fußball spielen, wie wir es vor der Unterbrechung getan haben.

… den Umgang mit möglichen Strafen: Es muss menschlich bleiben. Die Spieler kennen alle Regeln. Aber wenn ein Spieler am Boden liegt und du hilfst ihm auf, weil du das so drin hast, empfinde ich es nicht als das Allerschlimmste. Alle Spieler, die auf und neben dem Platz stehen, sind negativ getestet. Wir sollten aufhören, wie Polizisten ständig die Spieler zu beobachten. Es ist wichtig, die Regeln einzuhalten, auch im Alltag. Aber wir sollten bei allem ein bisschen Menschlichkeit walten lassen. Wir sind alle nicht frei von Fehlern und es wird weiter Fehler geben.

… die Personalsituation: Ich gehe davon aus, dass der Kader bis auf Rafael Czichos und Niklas Hauptmann einsatzfähig ist.

… einen möglichen Heimvorteil: Wenn ich nach Hause komme und meine Familie ist nicht da, dann bin ich trotzdem in meinem gewohnten Umfeld. Es ist besser, als wenn ich in einem fremden Haus bin. Deswegen ist der Heimvorteil nach wie vor vorhanden.

… die Gegnervorbereitung: Jeder Trainer hatte nach der Freigabe fürs Mannschaftstraining sechs bis neun Einheiten. Dass du in dieser Zeit deine Mannschaft nicht auf den Kopf stellen kannst, ist normal. Es wird vieles aus den letzten Spielen abzuleiten sein. Wir ziehen die Videoanalyse zur Hilfe und nutzen das auch. Wir legen aber noch einmal mehr Fokus auf unsere eigenen Stärken und Schwächen.

Horst Heldt sprach über:

… die aktuelle Tabellensituation: Es ist nach wie vor sehr wichtig, dass wir uns mit dem beschäftigen, was auf uns zukommt. Wir wollen Mainz unbedingt zu Hause schlagen und die drei Punkte holen. Wir müssen uns in Erinnerung rufen, was uns in der jüngsten Vergangenheit ausgezeichnet hat. Uns das war in den Trainingseinheiten, die ich gesehen habe, zu erkennen. Wir sollten weiter ein gesundes Selbstvertrauen haben, aber auch gleichzeitig demütig sein. Wir kämpfen um den Klassenerhalt und sind noch nicht gesichert.

… die weitere Quarantäne-Regelung: Es ist angedacht, dass wir mit der Fahrt zum Stadion am Sonntag das Quarantäne-Hotel verlassen. Jeder musste in den vergangenen Wochen mit Einschränkungen zurechtkommen. In der Vorbereitung auf das Spiel haben wir uns entschieden, allen Verantwortlichen, Spielern und Mitarbeitern das Hygienekonzept der DFL-Taskforce auszuhändigen. Unabhängig davon gab es unzählige Sitzungen, in denen wir die Spieler darauf hingewiesen haben, dass es nicht nur darum geht, die Hygienemaßnahmen hier einzuhalten, sondern auch zu Hause. Fußballprofis und Berufssportler müssen sowieso immer eine Sensibilität für ihren Körper haben. Deswegen bin ich überzeugt, dass wir sie in ihr gewohntes Umfeld bringen können.

PK vor Mainz
  • empfehlen

Tabelle

Menu
Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
10Hertha BSC35
111. FC Köln34
12FC Augsburg31