Profis | 26.11.2020

Pressekonferenz vor Dortmund

Gisdol: „Es war lauter auf dem Platz“

Am Samstag tritt der 1. FC Köln bei Borussia Dortmund an. Vor der Partie sprachen Geschäftsführer Horst Heldt und Cheftrainer Markus Gisdol über die Trainingswoche am Geißbockheim, die Lehren aus der Niederlage gegen Union und die Einstellung vor der nächsten Partie.

Markus Gisdol sagte über…

… die Einstellung vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund: Man neigt dazu, mit Misserfolgen im Rücken den Rucksack noch schwerer zu beladen und Dinge mit sich rumzutragen, die nicht leistungsfördernd sind. Vor dem Spiel gegen Dortmund sollten wir uns an unser Spiel gegen die Bayern erinnern. Wir haben uns gegen Bayern mutig präsentiert und waren drauf und dran, zu punkten. Warum soll es uns gegen Dortmund nicht gelingen, ein vernünftiges Spiel abzuliefern? Wir gehen als Unterdog in die Partie. Aber wir brauchen uns nicht kleiner machen, als wir sind.

… die Lehren aus der Niederlage gegen Union: Ich habe angesprochen, dass es mir im letzten Spiel zu ruhig war. Es war im Training zu spüren, dass die Jungs das auch so empfinden. Wir müssen uns mehr coachen und uns gegenseitig mit Kommandos helfen. Das hilft. Es war deutlich lauter gestern auf dem Trainingsplatz. Jetzt geht es darum, dass auch unter Stress im Spiel auf den Platz zu bekommen und nicht in sich gekehrt und ruhig zu sein, sondern sich gegenseitig positiv zu unterstützen. Das habe ich diese Woche besonders im Auge.

… Aufgaben für die kommenden Spiele: Wir lassen rein statistisch nicht viele Großchancen zu. Das ist positiv. Wir waren zuletzt defensiv stabil und haben gut verteidigt. Das ist die Basis für viele Dinge. Aber das reicht mir nicht. Wir müssen aus unserem eigenen Ballbesitz mehr machen. Das war mir zu ängstlich und zu vorsichtig. Da haben wir Nachholbedarf. Und dabei müssen wir weiterhin in der Abwehrarbeit konsequent sein.

… möglichen größeren Veränderungsbedarf im Kader: Jeder Spieler von uns steht immer auf dem Prüfstand. Wir beleuchten unsere Spieler genau. Aber ich stehe voll und ganz hinter der Mannschaft. Ich bin überzeugt von der Mannschaft. Wir werden uns steigern und das Potential abrufen. Deswegen ist in diese Richtung nichts zu erwarten.

… Sebastiaan Bornauw, der gegen Union nicht zum Einsatz kam: Er hat es top aufgefasst. Er ist ein absoluter Sportsmann. Er kann sich selbst gut einschätzen. Er hat selbst gesagt, dass er nach der Länderspielpause nicht gut drauf war. Wir haben klar und deutlich drüber gesprochen. Er ist eigentlich ein unverzichtbarer Spieler für uns. Das ist keine Frage. Jorge Meré hat es gut gemacht in seinem Startelfdebüt. Wir haben mehrere Innenverteidiger. Es geht darum, gerecht zu sein. Im nächsten Spiel werden die Karten wieder neu gemischt.

… Dortmunds Erling Haaland: Haaland alleine zu stoppen, ist eine schwierige und große Aufgabe. Da sind alle Spieler gefordert. Es ist aber auch nicht unmöglich. Er ist ein Torjäger und Athlet wie gemalt. Man darf ihn nicht aus den Augen lassen. Er ist brandgefährlich. Einen Spieler alleine mit dieser Aufgabe zu betrauen, würde nicht helfen.

… die Personalsituation: Beim Personal können wir erfreuliches vermelden. Ich habe Benno Schmitz und Anthony Modeste wieder im Training. Ich hoffe auf gute Trainingsleistungen von den beiden, damit ich sie für den Kader nominieren kann. Weiter ausfallen werden Florian Kainz und Jonas Hector. Sebastian Andersson konnte voll trainieren, ich gehe davon aus, dass er am Samstag einsatzfähig ist.

… Druck von außen: Wir alle wollen Spiele gewinnen und unbedingt den Klassenerhalt schaffen. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit. Ich sehe keinen Nutzen, mich mit Gedanken über den Druck aufzuhalten. Das muss man als Bundesliga-Trainer aushalten. Da gibt es nichts zu klagen. Es ist wichtig, dass man sich in diesen Phasen noch stärker auf seine Arbeit konzentriert. Ich arbeite intensiv mit der Mannschaft und führe viele Einzelgespräche. Ich habe mir Gedanken gemacht, wie Dortmund gegen uns spielen wird – mit Dreierkette oder mit Viererkette? Das sind die Fragen, in die ich meine Energie stecke. 

Horst Heldt sagte über…

… die Trainingsarbeit am Geißbockheim: Es wurde gut im Training gearbeitet. Man merkt in den einzelnen Einheiten und Übungen, dass die Spieler engagiert sind. Sie wollen sich präsentieren. Es gibt genügend, die sich anbieten, um am Samstag einsatzbereit zu sein. Viele haben sich reingehangen und haben aggressiv trainiert.

… die Partie gegen Borussia Dortmund: Wir sind überzeugt, dass wir die Qualität haben und dass wir den Turnaround schaffen werden. Dass es mit Blick auf den Gegner nicht einfacher wird, ist klar. In jedem Spiel gibt es aber Momente und Möglichkeiten. Wir fahren nach Dortmund, um etwas mitzunehmen. Das ist unser Ziel. Wir sind in der Lage, das mit unserer Leistung zu beeinflussen.

… Cheftrainer Markus Gisdol: Markus arbeitet sehr akribisch. Er analysiert klar, was gut ist und was nicht. Wenn man nicht die Ergebnisse einfährt, ist es wichtig, der Mannschaft einen klaren Spiegel vorzuzeigen. Er zeigt ihnen aber auch Lösungen auf und stellt sie gut auf die nächsten Gegner ein. Er ist von seiner Arbeit überzeugt, glaubt an die Mannschaft und an den Einzelnen und das brauchen wir. Wir haben von Beginn an gewusst, dass es eine schwierige Saison mit Rückschlägen wird. Der Situation muss man sich stellen. Und das tut er. Er geht vorneweg. Deswegen bin ich überzeugt, dass wir den Turnaround schaffen.

… den Austausch mit dem Vorstand: Geschäftsführung und Vorstand haben einen intensiven Austausch. Natürlich sind wir nicht mit den Ergebnissen zufrieden, vom Cheftrainer bis zum Zeugwart, von der Geschäftsstelle bis in die Gremien. Wir haben alle dieselbe Meinung und sind davon überzeugt, dass wir es gedreht bekommen.

… die Nachfolge von Frank Aehlig, der den Verein verlassen wird: Zu möglichen Nachfolge-Kandidaten möchte ich jetzt nichts sagen. Frank arbeitet zu 100 Prozent für den FC und gibt alles. Trotz allem hat er sich entschieden, dass er sich beruflich verändern möchte. Wir haben uns intern einen Zeitplan festgelegt und tauschen uns aus. Es ist sinnvoll, es offen zu halten. Wir haben eine Transferperiode vor uns, die wird Frank hier beim 1. FC Köln noch mit mir zusammen machen. Sofort einen Nachfolger zu haben, ist nicht notwendig. Wir arbeiten definitiv bis Ende Januar mit Frank zusammen. Danach muss man sehen, wie es weitergeht.

  • empfehlen

Tabelle

Menu
Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
15DSC Arminia Bielefeld13
161. FC Köln11
17FC Schalke 047