Club | 18.11.2018

Der 1. FC Köln ehrt Legenden

HALL OF FAME eröffnet

Auf der Gala zum 70. Vereinsjubiläum hat der 1. FC Köln seine HALL OF FAME ins Leben gerufen. Sieben Legenden bilden den Grundstock der unvergessenen FC-Helden. Das achte Mitglied wurde am Abend der Gala geehrt.

Um der Bedeutung und Leistung seiner größten Legenden Ausdruck zu verleihen, hat der 1. FC Köln seine eigene HALL OF FAME aus der Taufe gehoben. Sie wurde auf der Gala aus Anlass des 70. Vereinsjubiläums offiziell eröffnet – mit der Ehrung von Wolfgang Overath.

Vorstand und Geschäftsführung des 1. FC Köln gratulierten dem ehemaligen Präsidenten, Spielmacher und FC-Rekordnationalspieler. Overath hat mit 542 Einsätzen die meisten Pflichtspiele aller bisherigen FC-Profis bestritten. Zwischen 1963 und 1977 feierte er 1964 die Deutsche Meisterschaft und 1968 sowie 1977 den DFB-Pokalgewinn. Der Spielmacher zählt zu den besten deutschen Fußballern aller Zeiten und wurde von Pelé als absolute Weltklasse bezeichnet. Nach langjähriger Unterstützung in FC-Vereinsgremien war Overath der achte FC-Präsident zwischen 2004 und 2011. Der legendäre Spielmacher mit der „10“ hat seine gesamte Karriere beim FC verbracht und sich über viele Jahrzehnte auf und abseits des Rasens um den 1. FC Köln verdient gemacht.

"Ich bin eine sehr lange Zeit im Club, habe viele Höhen und Tiefen mitgemacht. Diese Auszeichnung ist eine große Ehre. 56 Jahre gehöre ich dem 1. FC Köln an und habe ihm viel zu verdanken. Ich glaube, dass der Club auch mir einiges zu verdanken hat", sagte Wolfgang Overath. "Es gibt neben den Mitgliedern in der HALL OF FAME, die leider schon gestorben sind, und mir noch zahlreiche Kandidaten, die es auch verdient hätten. Ich danke dem Club und den Verantwortlichen. Der FC ist aktuell sehr gut aufgestellt und ich bin mir sicher, dass der Aufstieg gelingen wird."

Overath ist das achte Mitglied der neu gegründeten HALL OF FAME. Posthum werden sieben FC-Legenden geehrt. 

Sieben Idole als Basis 
Die Geschichte des 1. FC Köln beginnt am 13. Februar 1948 als sich der Kölner Ballspiel-Club und Sülz 07 auf eine Fusion einigen. Auf ewig wird ein Name mit diesem historischen Ereignis in Verbindung stehen: Franz Kremer.

Franz Kremer wird daher als erster in die HALL OF FAME des 1. FC Köln berufen. Der erste FC-Präsident hat bis zu seinem plötzlichen Tod am 11. November 1967 den FC zu einem deutschen Spitzenclub geformt. Sein Credo zu Gründungszeiten war die Frage: „Wollt ihr mit mir Deutscher Meister werden?“ Dies ging 1962 erstmals in Erfüllung. An der Gründung der Bundesliga hatte Kremer maßgeblichen Anteil. Dass der FC der erste Bundesligameister 1964 werden würde, war hohem Maße Kremers Verdienst, der die Professionalisierung im deutschen Fußball vorangetrieben hatte. Die Anschrift der Geschäftsstelle sowie das Stadion am Geißbockheim tragen den Namen Franz Kremers.

Hans Schäfer ist der prägendste Spieler und die herausragende Persönlichkeit der FC-Geschichte. Der Weltmeister von 1954 und Meisterkapitän von 1962 und 1964 ist der erste Spieler, der in die HALL OF FAME aufgenommen wird. In 506 Pflichtspielen für den FC hat Hans Schäfer 306 Tore erzielt – ein Rekord für die Ewigkeit. „Seinen“ 1. FC Köln, dem er wenige Wochen nach der Gründung beigetreten war, verfolgte er bis zuletzt. Wenige Tage nach seinem 90. Geburtstag am 19. Oktober 2017 starb die FC-Ikone am 7. November im Kreise der Familie. Seit August 2018 trägt die FC-Fankurve den Namen „Hans Schäfer Südkurve“.

Hennes Weisweiler ist nicht nur Trainer der erfolgreichsten Ära mit dem Double 1978 als Höhepunkt, sondern auch als Namensgeber des FC-Wappentiers auf ewig mit dem 1. FC Köln verbunden. In drei Amtszeiten (1948-52, 1955-58 und 1976-80) trainierte Weisweiler den FC insgesamt rund elf Jahre lang. In der HALL OF FAME kann es keinen anderen ersten Trainer geben. Hennes Weisweiler gehörte der Mannschaft an, die am 15. Februar 1948 das erste Spiel unter dem Namen 1. FC Köln gegen Nippes 12 bestritt. Ab Sommer 1948 war der Mittelstürmer gleichzeitig Trainer der ersten Mannschaft. Weisweilers dritte Amtszeit als Cheftrainer war die bis heute erfolgreichste Zeit des FC.

Josef „Jupp“ Röhrig wird bei der Aufzählung der größten FC-Legenden leider oft vernachlässigt – nicht so in der HALL OF FAME des 1. FC KÖLN. Röhrig war am 22. November 1950 der erste Nationalspieler des FC und hätte sicher zum Aufgebot des WM-Kaders von 1954 gehört. Eine Verletzung beim DFB-Training in München verhinderte dies jedoch. Nicht nur Hans Schäfer nannte Röhrig seinen Lieblings-Mitspieler. Aufgrund seiner Technik und überragenden Spielübersicht galt er als einer der besten offensiven Mittelfeldspieler seiner Zeit. Zwischen 1950 und 1960 lief Jupp Röhrig in 282 Pflichtspielen für den FC auf. Nach einem Freundschaftsspiel gegen Real Madrid in Müngersdorf im August 1960 beendete Röhrig seine aktive Laufbahn. Anschließend scoutete er Talente in der Region und trainierte ab 1964 die A-Jugend. 17 Jahre lang formte er so junge Talente zu absoluten Top-Spielern. Höhepunkt war der Gewinn der Deutschen A-Jugendmeisterschaft 1971 mit Spielern, die später Teil der Double-Mannschaft sein sollten.

Heinz Flohe hat als Double-Kapitän 1978 Geschichte geschrieben. Der „Super-Techniker“, wie er von der Fachpresse genannt wurde, spielte ab 1966 insgesamt 13 Jahre für den FC und lief unter Trainer Weisweiler zur Höchstform auf. Viel zu früh verstarb „Flocke“ 2013 im Alter von nur 65 Jahren aufgrund schwerwiegender Herzprobleme und nach dreijährigem Koma. Eine Bronze-Statue des Kölner Künstlers Anton Fuchs vor der Südtribüne erinnert seit Oktober 2014 an den gebürtigen Kölner. Heinz Flohe war nach seiner aktiven Laufbahn auch als Co-Trainer der Amateure und Profis unter Cheftrainer und Freund Stephan Engels tätig.

Johannes „Hannes“ Löhr ist der erfolgreichste Bundesliga-Torschütze der FC-Geschichte. 166 Tore erzielte Löhr in 381 Bundesligapartien. Mehr als Löhrs insgesamt 235 Pflichtspieltore erzielte nur Hans Schäfer (306). Als erster FC-Profi gewann Löhr in der Saison 1967/68 die Torjäger-Kanone der Bundesliga mit 27 Saisontoren. Ab 1964 trug der Stürmer für rund 14 Jahre das FC-Trikot, gewann 1968 als Kapitän den DFB-Pokal und blieb auch nach seiner aktiven Karriere dem FC treu – zunächst als Co-Trainer (78-80), dann als Manager und ab August 1983 für rund zweieinhalb Jahre als Cheftrainer. Als DFB-Trainer gewann Löhr 1988 mit der Olympia-Auswahl die Bronzemedaille. Hannes Löhr ist am 29. Februar 2016 im Alter von 73 Jahren gestorben. In der HALL OF FAME wird auch er unvergessen bleiben.

Rolf Herings hat ab 1969 in über vier Jahrzehnten zahlreiche Positionen bekleidet: Co-Trainer, Konditionstrainer, Torwarttrainer, Interimstrainer. Zunächst als Assistenztrainer verpflichtet, galt Herings als erster Konditionstrainer der Bundesliga-Geschichte. 1972 und 1980 sprang Herings jeweils kurz als Interimstrainer der Profis ein. Ab 1973 fand der erfolgreiche Speerwerfer seine Bestimmung. Er widmete sich dem Spezialtraining der Torhüter und formte als einer der ersten Torwarttrainer überhaupt unter anderem FC-Legenden wie Toni Schumacher und Bodo Illgner. Allein hierdurch wäre die Berufung in die HALL OF FAME gerechtfertigt. Rolf Herings Verdienste für den FC gehen allerdings weit über den Profifußball hinaus. Im Nachwuchsbereich des FC, in den er 2009 gewechselt war, war er mit seiner Erfahrung und seinem Fachwissen bis zuletzt ein gefragter Ansprechpartner der FC-Talente. In der Nacht zum 29. September 2017 war Herings nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren gestorben.

Künftig wird der FC jährlich weitere Club-Legenden in die HALL OF FAME aufnehmen.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL. Verein Pkt.
1 Hamburger SV 34
2 1. FC Köln 33
3 1. FC Union Berlin 28

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