Profis | 07.05.2020

FC zurück im Mannschaftstraining

Höger: „Ich habe es vermisst“

Die Profis des 1. FC Köln haben am Donnerstag das Mannschaftstraining aufgenommen – in Absprache mit dem Gesundheitsamt Köln. Im Anschluss zog sich der FC für ein quarantäne-ähnliches Trainingslager zusammen, das erstmal bis zum Heimspiel gegen Mainz am 17. Mai geplant ist. Dass die FC-Profis im Hinblick auf die Infektionsschutzregeln eine große Verantwortung tragen, weiß Vizekapitän Marco Höger.

Nach rund zwei Monaten, in denen die FC-Profis erst nur individuell und danach nur in Kleingruppen und ohne Körperkontakt trainieren durften, bat Cheftrainer Markus Gisdol seine Spieler am Donnerstag zum ersten Mannschaftstraining auf den Platz. Möglich machte dies die Entscheidung von Bund und Ländern, der Bundesliga die Freigabe für den Spielbetrieb zu erteilen – wenn auch in leeren Stadien. Wie die Deutsche Fußball-Liga DFL bekannt gab, geht es für den 1. FC Köln am Sonntag, 17. Mai, mit dem Heimspiel gegen Mainz weiter. Bis dahin bleiben Mannschaft, Trainer- und Betreuerteam an einem geschützten Ort zusammen. Mit Genehmigung des Kölner Gesundheitsamts ist für alle Spieler, die negativ auf das Corona-Virus getestet sind, so wieder Mannschaftstraining mit Kontakt möglich.

Bei sonnigem Wetter stand am Donnerstag im Franz-Kremer-Stadion das gute Gefühl im Vordergrund, endlich wieder richtig Fußball spielen zu dürfen. „Ich habe es in den vergangenen Wochen sehr vermisst, in Wettkampfsituationen zu kommen, den Kontakt zum Gegenspieler zu suchen oder auch einfach mal einen Mitspieler auf dem Weg zum Platz kurz in den Arm zu nehmen und ein bisschen zu scherzen“, sagte Mittelfeldspieler Marco Höger. „Das war alles nicht möglich – und wird auf dem Weg zum Platz auch weiter nicht möglich sein. Aber wir können wenigstens wieder unsere Energie in Zweikämpfen rauslassen.“

Endlich wieder Zweikämpfe

Nach einigen Aufwärmübungen dribbelten die FC-Profis in einem abgesteckten Feld um Stangen und Hütchen, bevor sie in vier Teams unterteilt in Sprintwettkämpfen gegeneinander antraten – und ihre Mannschaftskollegen lautstark anfeuerten. In der Folge genossen es die Spieler, in verschiedenen Spielformen endlich wieder den Ball am Fuß zu haben, in Zweikämpfe zu gehen und Ballgewinne zu feiern.

Nach dem Training ging es nicht in die zwei getrennten Kabinen, sondern ins Hotel. Bis zum Spiel gegen Mainz wird dieser Ablauf beibehalten, um ein erhöhtes Ansteckungsrisiko von außen für die getestete Gruppe zu vermeiden. Die geltenden Vorgaben sollen unbedingt eingehalten werden. „Wir sind diejenigen, die mit unserem Verhalten beeinflussen, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann oder nicht. Für niemanden ist es angenehm, in einem Hotel unter quarantäne-ähnlichen Zuständen zusammen zu leben. Der Großteil des Tages wird auf dem Trainingsplatz oder alleine in Einzelzimmern stattfinden“, sagte Höger. „Dennoch ist es Meckern auf hohem Niveau. Das realisiere ich, wenn ich mit meinem Umfeld über die Sorgen spreche, die andere haben.“ Für Amateure und Hobbysportler ist Kontaktsport in NRW unter Auflagen ab dem 30. Mai wieder möglich, die FC-Profis wollen bis dahin mit gutem Beispiel vorangehen. „Niemand soll bereuen, uns spielen gelassen zu haben“, sagte Höger.

Dass die Saison, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, weitergeht, ist für die Mannschaft zugleich Erleichterung wie Verantwortung. „Es geht nicht nur um uns Spieler. Ich weiß, dass wir alle auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Aber hinter den Vereinen und der gesamten Liga stehen noch viel mehr Menschen“, sagte Höger. „Es gibt mehr als 50.000 Angestellte, deren Beschäftigung vom Profifußball abhängt. Um diese Menschen geht es, an sie müssen wir denken und für sie müssen wir die Zähne zusammenbeißen. Davon abgesehen halte ich es für wichtig, dass die Meisterschaft, der Auf- und Abstieg und die Europapokalplätze sportlich ausgespielt werden.“

Das nächste nichtöffentliche Training findet am Freitag statt.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
10FC Schalke 0437
111. FC Köln34
12Eintracht Frankfurt32