Profis | 29.10.2019

Pokalgegner Saarbrücken

Lottner: „Wir wollen alles reinhauen"

Dirk Lottner hat ein besonderes Standing bei den FC-Fans. Der ehemalige Mittelfeldspieler mit dem feinen linken Fuß lief sechs Jahre für den FC auf und startete seine Trainerkarriere im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Köln. Mittlerweile trainiert er den Pokalgegner 1. FC Saarbrücken.

Dirk Lottner, die Auslosung hat dem 1. FC Saarbrücken ein Pokalheimspiel gegen den 1. FC Köln beschert. Wie hast du die Auslosung verfolgt?

Ich habe zu Hause auf der Couch gesessen und beim Los laut geschrien vor Freude. Es ist kein Geheimnis, dass der FC ein besonderer Club für mich ist. Ich bin Kölner, habe unheimlich gerne dort gespielt, bin als Spieler zweimal aufgestiegen und habe beim FC meine Trainerkarriere begonnen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass es zu diesem Pokallos kommt, aber es ist mein absolutes Traumlos. Ich habe in der Stunde nach der Auslosung so viele Nachrichten und Anrufe erhalten, dass ich das Handy erst einmal ausmachen musste. Ich hatte mich über die vielen Nachrichten sehr gefreut, aber es hat dann nur noch geklingelt. Allerdings ist die Partie nicht nur für mich ganz besonders, auch einige meiner Spieler haben beim FC gespielt oder haben eine Verbindung zum FC.

Gibt es einen FC-Moment, an den du dich besonders gerne zurückerinnerst?

Mein erster Aufstieg mit dem FC war ganz besonders emotional. Wir hatten viele kölsche Jungs in der Mannschaft und haben in Hannover mit 0:2 und 1:3 zurückgelegen und dann noch mit 5:3 gewonnen. Danach konnte die Party beginnen. Erst in der Kabine, dann dauert die Fahrt von Hannover nach Köln ja auch ein wenig und anschließend wurden wir am Geißbockheim von den Fans empfangen. Wir haben in den nächsten Tagen kaum geschlafen, trotzdem trainiert, haben viele Pittermännche am Geißbockheim gesammelt und viele Interviews gegeben. Das war eine intensive Woche. Aber daran erinnere ich mich sehr gerne zurück.

Welche Erinnerung war in deiner Zeit als FC-Trainer prägend?

Ich hatte Spaß daran, Talente zu formen und eine U17 zu übergeben, die dann mit Boris Schommers 2011 Deutscher Meister geworden ist – das war ein Highlight. Ich bin in dieser Zeit als Co-Trainer in den Profitrainerstab aufgerückt. Unvergessen bleibt auch unser 3:2-Sieg gegen den FC Bayern München, nach einem 0:2-Rückstand. Das war ein wahnsinniges Spiel. Meine ersten Erfahrungen im Profifußball waren insgesamt sehr herausfordernd. Es war nicht immer einfach, gerade zu dieser Zeit. Aber es waren viele wertvolle Erfahrungen, die ich für meine Trainerkarriere sammeln durfte.

Zu deiner aktuellen Mannschaft: Findet sich der Stil des Spielers Lottner in der Mannschaft des Trainers Lottner wieder?

Ich denke, ja. Wir möchten offensiven Fußball spielen, mit Fokus auf das Vertikalspiel, ohne große Umwege nach vorne – und damit haben wir aktuell Erfolg und acht Punkte Vorsprung vor dem Zweiten in der Regionalliga. Die Saison ist noch lang, aber wir sollten so selbstbewusst sein, um zu sagen: Wir wollen raus aus dieser Liga. Wir haben das wichtige Spiel gegen Offenbach mit 5:0 gewonnen und haben nächste Woche eine bedeutsame Partie gegen Elversberg, beides sind Konkurrenten. Das Spiel gegen den FC kommt also für uns zu einer ungünstigen Zeit. Aber natürlich wollen wir als Außenseiter alles reinhauen. Wir werden uns gegen den FC etwas einfallen lassen und möchten unabhängig vom Ergebnis ein schönes Spiel bieten. Und als Trainer von Saarbrücken ist es selbstverständlich, dass ich alles dafür gebe, dass wir eine Überraschung schaffen – auch wenn ich dem FC sonst in jedem anderen Spiel die Daumen drücke. Nach Abpfiff freue ich mich darauf, einige bekannte FC-Gesichter zu sehen, aber vorher liegt der Fokus auf dem Spiel.

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PL. Verein Pkt.
16 1. FSV Mainz 05 9
17 1. FC Köln 7
18 SC Paderborn 07 4

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