Frauen | 26.03.2021

FC-Offensivspielerin im Interview

Schaber: „Eine Ehre für mich“

Ricarda Schaber hat am vergangenen Wochenende ein gelungenes Pflichtspieldebüt für die FC-Frauen gefeiert. Beim 1:0-Erfolg gegen Würzburg bereitete sie den Siegtreffer vor. Im Interview spricht die 23-Jährige über ihren Einstand im FC-Trikot und erzählt, zu welcher Teamkollegin sie schon vor ihrem Wechsel eine enge Bindung hatte – und wieso sie sich einst zwischen Laufsteg und Fußballplatz entscheiden musste.

Ricarda, herzlichen Glückwunsch zu deinem Debüt und deiner Torvorlage. Wie hat es sich angefühlt, zum ersten Mal für den FC in einem Ligaspiel auf dem Platz zu stehen?
Erst einmal danke für die Glückwünsche. Ich war am Anfang schon ein bisschen nervös, weil es generell nach langer Zeit mein erstes Pflichtspiel war. Ich wollte niemanden enttäuschen und durch eine gute Leistung zeigen, dass ich zurecht hier bin. Der FC ist ein Traditionsverein, es ist eine Ehre für mich, hier spielen zu dürfen. Obwohl ich aufgeregt war, hat es auf dem Platz großen Spaß gemacht.

Wie lief das Zusammenspiel mit deinen neuen Teamkolleginnen?
Mit Sharon (Anm. d. Red.: Sharon Beck, FC-Spielerin) habe ich ja früher schon in Hoffenheim zusammengespielt. Ansonsten aber mit niemandem aus der Mannschaft. Deshalb müssen wir uns auf dem Platz noch ein bisschen aneinander gewöhnen, die Abläufe müssen sich erst einspielen. Aber das wird in den nächsten Wochen kommen.

Du hast gerade Sharon erwähnt, die im vergangenen Sommer zum FC gewechselt ist. Wer euch auf Instagram folgt, merkt schnell, dass ihr eng miteinander befreundet seid. In deiner Story hast du sie vor kurzem als große Schwester bezeichnet. Was macht eure Freundschaft aus und wie habt ihr euch kennengelernt?
Sharon ist für mich wie Familie. Wir haben schon in Hoffenheim zusammengespielt und dort auch zusammengewohnt. Wir haben privat beide auch schon schwere Zeiten durchgemacht, in denen ich ihr geholfen habe und sie mir. Für mich ist Sharon die engste Bezugsperson, die ich überhaupt habe. Dass wir beim FC jetzt wieder vereint sind, ist für uns beide perfekt. Wir wohnen in Köln wieder gemeinsam in einer WG. Es hätte gar nicht besser kommen können.

Kanntest du denn noch andere FC-Spielerinnen schon vor deinem Wechsel persönlich? Manchmal begegnet man sich ja durch Zufall auch abseits des Platzes.
Anja Pfluger kannte ich durch Freunde aus München schon vorher. Vom Sehen her hatte ich auch Mandy Islacker und Peggy Kuznik ganz gut in Erinnerung. Mit denen habe ich mich beim FC auch auf Anhieb gut verstanden.

Obwohl du für den SC Sand in der Bundesliga regelmäßig zum Einsatz gekommen bist, hast du dich im Frühjahr für einen Wechsel zum FC in die 2. Frauen Bundesliga-Süd entschieden. Was war ausschlaggebend für diese Entscheidung?
Ich habe mich in Sand nicht mehr wohlgefühlt. Und für mich ist der Wechsel auch kein Rückschritt. Der FC ist ein großer Verein und wir wollen aufsteigen. Ich wusste, wo ich hinkomme und kannte den Trainer schon. Sascha (Anm. d. Red.: Sascha Glass, Trainer der FC-Frauen) war ja auch schon in Sand mein Trainer. Für mich war der Wechsel das Beste, was passieren konnte.

Wie gut hast du dich denn schon beim FC und in der Stadt Köln eingelebt? Wegen der Corona-Pandemie kann man die vielen Vorzüge der Stadt ja im Moment leider gar nicht richtig auskosten.
Das stimmt. Aber ich fühle mich trotzdem total wohl in Köln. Die Menschen hier sind alle sehr offen und herzlich. Auch im Verein sind alle sehr freundlich. Die Mannschaft hat mich vom ersten Tag an super aufgenommen. Klar, von der Stadt habe ich wegen Corona leider noch nicht so viel sehen können. Aber ich bin froh, wenigstens schon am Dom gewesen zu sein (lacht). Meine ersten Eindrücke sagen mir, dass Köln eine richtig schöne Stadt ist mit vielen coolen Ecken. Es ist schade, dass die ganzen Restaurants nur ausliefern oder man das Essen nur abholen kann. Ich würde mich gerne irgendwo in ein Café setzen und einfach mal einen Kaffee trinken. Leider ist das aktuell nicht möglich. Aber ich war häufig schon im Mediapark unterwegs. Dort gefällt es mir echt gut. Und das Rheinufer ist auch sehr schön.

Nochmal zurück zum Sportlichen: Am Sonntag empfangt ihr die Zweitvertretung von Eintracht Frankfurt. Was erwartest du für einen Gegner?
Ich habe schon häufiger gegen Frankfurt gespielt. Wir treffen auf eine junge, eher unerfahrene Mannschaft, die technisch aber sehr gut ausgebildet ist. Generell ist für uns jedes Ligaspiel schwierig, weil es für jede Mannschaft in der 2. Bundesliga ein Highlight ist, gegen den FC zu spielen. Alle wissen, dass wir unbedingt aufsteigen wollen. Schon in meinem ersten Spiel für den FC gegen Würzburg habe ich gemerkt, dass die Gegenspielerinnen sehr beherzt in die Zweikämpfe gehen. Wir sind die Gejagten. Den Gegnern würde es bestimmt Spaß machen, uns ein Beinchen zu stellen. Deshalb können wir uns keinen Leichtsinn erlauben, wir müssen jedes Spiel mit hundert Prozent angehen. Und das machen wir auch. Wir unterschätzen niemanden. 

Du hast 2011 als Kandidatin an „Germany's next Topmodel“ teilgenommen. Ist das Modeln ein zweites Standbein von dir?
Ich wusste, dass die Frage kommt (lacht). Aber die Geschichte ist gar nicht so spannend. Ich war damals mit meiner Mutter und einer Freundin als Zuschauerin beim GNTM-Finale in Mannheim. Da hat mich ein Scout angesprochen und gesagt, dass ich mal zum Casting kommen soll. Das habe ich gemacht und bin dann auch relativ weit gekommen. Irgendwann ging es darum, für die Show ins Ausland zu reisen. Ich habe mich damals aber für den Fußball entschieden und bin in Deutschland geblieben. Eine Zeit lang habe ich nebenher trotzdem noch gemodelt, aber im Moment fokussiere ich mich auf den Fußball und mein Studium in Psychologie.

Die FC-Frauen empfangen in der 2. Frauen Bundesliga-Süd am Sonntag um 14 Uhr Eintracht Frankfurt II.  FC-Fans können das Heimspiel hier im Livestream verfolgen.

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PL.VereinPkt.
16DSC Arminia Bielefeld26
171. FC Köln23
18FC Schalke 0413

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