Profis | 09.12.2021

Interview im GeißbockEcho

Schwäbe: „Das Maximum als Ziel“

Als frisch gebackener dänischer Meister wechselte Marvin Schwäbe im Sommer zum 1. FC Köln. Nach drei Jahren als Stammtorhüter suchte der 26-Jährige eine neue Heraus­forderung, die zu seinen sportlichen Ansprüchen, aber auch privaten Lebensumständen passt. Dabei nahm er die Stellvertreterrolle an, wartete auf seine Chance und feierte ein besonderes Debüt.

Marvin, du pendelst jeden Tag aus Düren zum ­Geißbockheim. Wie kam es zu der Wahl des für FC-Profis eher unüblichen Wohnorts?
„Meine Frau und ich wussten im Sommer schon, dass wir Nachwuchs bekommen. Deswegen haben wir nach etwas Größerem Ausschau gehalten – ­außerdem haben wir schon seit Jahren einen Hund, da findet man in der Stadt noch schwieriger etwas. Wir haben in Düren ein schönes Häuschen mit Garten gefunden, haben dort unsere Ruhe und fühlen uns sehr wohl. Zudem ist die Fahrzeit zum Geißbockheim mit etwa 30 Minuten absolut im Rahmen.“

Anfang November sind deine Frau Michelle und du zum ersten Mal Eltern geworden. Ereignisreiche Wochen erlebt ihr gerade.
„Das stimmt. Vor vier Wochen kam unsere Tochter Zoe zur Welt und wir sind total happy. Die erste Zeit hat sie noch viel geschlafen, aber mittlerweile wird sie schon aktiver.“

Nur wenige Wochen nach der Geburt eurer ­Tochter hast du dein Bundesliga-Debüt gefeiert. Hast du schon alles realisieren können?
„(lacht) Ja, realisiert habe ich alles und ich bin überglücklich. Dass mein erstes Bundesligaspiel gleich ein Derby mit einem Sieg war, ist unbeschreiblich. Es war ein überragendes Spiel der gesamten Mannschaft.“

Nach dem Derbysieg folgte ein Unentschieden in Bielefeld. Wie bewertest du die Partie?
„Es lief in Bielefeld leider nicht so, wie wir es uns ­vorgenommen hatten. Es war kein guter Fußball von uns. Leider haben wir das vermissen lassen, was wir besonders im Derby gezeigt haben. Über den Punkt­gewinn sind wir nicht unglücklich, aber es wäre mit einer besseren Leistung sicher auch ein Sieg möglich gewesen.“

Du hast in deiner Karriere schon viele Erfahrungen gesammelt – in der 3. Liga, 2. Bundesliga und in der ersten dänischen Liga inklusive Meistertitel. ­Inwiefern war das erste Spiel in der Bundesliga ­dennoch etwas Besonderes?
„Natürlich war die Vorfreude groß, nachdem feststand, dass ich spielen würde. Aber so richtig darüber nachgedacht, dass mein erstes Bundesligaspiel direkt das Derby gegen Gladbach sein würde, habe ich erst ein, zwei Tage vor dem Spiel. Am meisten bemerkbar gemacht hat es sich durch die ganzen Nachrichten, die mich erreicht haben. Sehr viele Freunde, Verwandte und ehemalige Weggefährten haben sich gemeldet und mir viel Glück gewünscht. Jedenfalls ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen.“

Du hast lange in Hoffenheim unter Vertrag gestanden, dort aber kein Profispiel bestritten. Spielpraxis hast du während Leihen nach Osnabrück und Dresden gesammelt. Nach deinem Jahr in Osnabrück bist du sogar zu Niedersachsens Fußballer des Jahres ­gewählt worden. Hat dich das überrascht?
„Sehr – besonders, wenn man schaut, dass ich mich ­beispielsweise gegen Maxi Arnold durchgesetzt hatte und ein Jahr zuvor Kevin de Bruyne Titelträger war. Das war eine Überraschung und Ehre zugleich.“

Nach dem Jahr in Osnabrück folgten zwei weitere Jahre auf Leihbasis in Dresden und schließlich der fixe Wechsel zu Bröndby IF. War bei deinem Wechsel nach Dänemark klar, dass du dort Stammtorhüter wirst?
„Ich musste mich dort auch erst beweisen. Allerdings waren die Voraussetzungen etwas günstiger, da der vorherige Stammtorhüter, Frederik Rönnow, den Club verlassen und zu Eintracht Frankfurt gewechselt war. Somit war es von Beginn an ein offener Kampf um Platz eins, den ich zum Glück für mich entschieden habe.“

Du warst bei Bröndby Kopenhagen drei Jahre Stammtorhüter und ihr seid dänischer Meister ­geworden. Welche Faktoren haben dich im Sommer zum Wechsel nach Köln bewegt?
„Ich war schon immer der Typ, der eine gewisse Perspektive braucht, anstatt ewig lang auf eine Chance zu warten. Deshalb habe ich mich damals auch nach Osnabrück in die 3. Liga und Dresden in die 2. Bundesliga verleihen lassen, um Spielpraxis zu sammeln und jeweils den nächsten Schritt zu machen. Nach Kopenhagen bin ich gegangen, um Erstliga- und Auslands­erfahrung zu sammeln. Es waren drei sehr gute Jahre, vor allem mit der Meisterschaft zum Schluss. Dennoch wollte ich dann den Weg in die Bundesliga ­gehen und der FC hat sich sehr um mich bemüht.“

Das komplette Interview mit Marvin Schwäbe gibt es hier oder in der GeißbockEcho-App für Apple und Android.

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PL.VereinPkt.
6Sport-Club Freiburg55
71. FC Köln52
81. FSV Mainz 0546

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