Profis | 01.05.2021

FC-Profi im Interview

Timo Horn: „Die Unterstützung ist ungebrochen“

Die Bundesliga geht in den Endspurt. Vor den letzten drei Partien spricht FC-Torhüter Timo Horn im Interview über das Selbstvertrauen nach den beiden zurückliegenden Siegen, das Restprogramm bis zum Saisonende und über die Unterstützung der FC-Fans in Corona-Zeiten.

Timo, zwei Siege in Folge: Wie viel Selbstvertrauen haben euch die Spiele gegen Leipzig und Augsburg gegeben? 
Es hätte uns vermutlich keiner zugetraut, dass wir gegen Leipzig gewinnen. Das Spiel hat uns definitiv Rückenwind gegeben. Das hat man ja auch wenige Tage darauf direkt gesehen. Die erste Hälfte in Augsburg war das Beste, was wir in dieser Saison bislang auf den Platz gebracht haben. Fast hätten wir es aber in der zweiten Halbzeit noch aus der Hand gegeben. Das müssen wir einfach besser machen. Die beiden Siege haben uns allen insgesamt sehr gutgetan. Wir haben uns durch die Siege die Chance erarbeitet, die Klasse sogar direkt zu halten. Vor zwei Wochen hätte das vermutlich kaum einer für möglich gehalten. Aber das ist auch noch viel Arbeit. 

Dieses Wochenende ist spielfrei. Kommt die Pause gelegen, um nochmal Kraft zu tanken oder hättest du den Schwung aus den beiden vergangenen Spielen lieber mitgenommen? 
Ich persönlich hätte gerne direkt weitergespielt. Das geht aber sicher nicht allen so. Wir haben ja auch einige Spieler, die aus einer langen Verletzung zurückgekommen sind und gerade erst ihr Comeback gegeben haben. Ihnen tut die Pause bestimmt gut. Das Momentum war natürlich auf unserer Seite. Deswegen hätte ich den Schwung gerne direkt mitgenommen. Nichtsdestotrotz gehen wir mit zwei Siegen im Rücken angenehmer in so eine Pause. So können wir nochmal durchatmen, bevor es dann in den richtigen Endspurt und in die Quarantäne geht. 

Du sprichst die Quarantäne an. Wie schon im vergangenen Jahr geht es für die letzten beiden Wochen der Saison erneut in ein Quarantäne-Trainingslager. Wie blickst du auf diese Zeit?
Der Verein tut alles, dass wir die bestmöglichen Bedingungen haben und dass die Zeit so angenehm wie möglich wird. Wir müssen die Saison zu Ende spielen. Darum geht es. Deswegen nimmt man es als Spieler gerne in Kauf, auch wenn jeder lieber bei seiner Familie zu Hause wäre. Es gehört in der jetzigen Zeit aber einfach dazu und wir konnten uns ja auch bereits länger mental darauf vorbereiten. 

Eine Zeit lang wurdest du öffentlich sehr kritisiert. Inzwischen ist es ruhig um deine Person geworden. Wie erlebst du die Stimmung gerade? 
Auf jeden Fall positiv. Das ist schön und auch eine Bestätigung für die eigene Arbeit und die eigene Leistung. Ich weiß aber auch, wie schnell sich das Blatt wieder wenden kann – mal zum Positiven, mal zum Negativen. Ich versuche, einfach immer ruhig zu bleiben und weiter gut zu arbeiten. Im Training und in den Spielen versuche ich, der Mannschaft so gut es geht zu helfen. Man kann das Blatt durch gute Leistungen ja immer zu seinen eigenen Gunsten wenden. 

Vor dem Heimspiel gegen Leipzig standen auf dem Weg zum Stadion Fans mit Bannern am Wegesrand. In der Kabine hingen Unterstützungsnachrichten aus Social Media. Was bekommt ihr von der Unterstützung von außen mit? 
Man nimmt die Unterstützung auf jeden Fall wahr. Auch wenn es natürlich etwas anderes ist, als wenn uns im RheinEnergieSTADION 50.000 Fans anfeuern. Trotz Corona merkt man der Stadt aber an, dass hier alle mitfiebern und mitleiden. Die Fans tun das, was im Rahmen des Möglichen liegt, um uns zu supporten. Die Unterstützung ist ungebrochen. Das zeigen auch die Banner im Franz-Kremer-Stadion. Wir versuchen, für die Fans alles aus uns herauszuholen, um am Ende die Klasse zu halten. 

Hand aufs Herz: Wie häufig schaust du in diesen Zeiten auf die Tabelle und rechnest? Zumal die Hertha hinter dem FC immer noch drei Spiele mehr zu spielen hat. 
Für Hertha BSC ist es natürlich keine angenehme Situation. Aber man hat auch in der zweiten Liga gesehen, dass Mannschaften, die aus der Quarantäne kommen, direkt wieder gewinnen können. Wir tun gut daran, auf uns zu schauen. Wir wissen, dass wir noch nichts erreicht haben. Der Relegationsplatz ist das Minimum. Wir wollen es aber natürlich möglichst direkt schaffen, die Klasse zu halten. Gegen Freiburg wollen wir an unsere letzten Leistungen anknüpfen und zu Hause den nächsten Sieg holen. 

Freiburg, Hertha, Schalke: Wie blickst du auf das Restprogramm?
Wenn wir an unsere Leistungsgrenze gehen, können wir alle drei Spiele positiv gestalten. Wir haben gegen Leipzig und gegen Augsburg gezeigt, dass die Mannschaft intakt ist und dass wir unsere Leistung auch auf den Platz bringen können – egal wie der Gegner heißt oder wo er in der Tabelle steht. Auch gegen diese drei Gegner werden wir mit aller Macht versuchen, zu punkten. Aber es wird auf keinen Fall leicht. 

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
16DSC Arminia Bielefeld31
171. FC Köln29
18FC Schalke 0413

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