Club | 22.05.2020

FC-Idol gestorben

Trauer um Gerd Strack

Gerd Strack ist am Donnerstag, 21. Mai 2020, unerwartet im Alter von 64 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Der ehemalige FC-Abwehrspieler spielte ab 1972 für 13 Jahre beim FC zunächst in der Jugend und ab der Saison 1974/75 bei den Profis. Mit der A-Jugend wurde er Deutscher Vizemeister. Mit den Profis gewann er dreimal den DFB-Pokal und einmal die Deutsche Meisterschaft. Der 1. FC Köln wird Gerd Strack stets ein ehrendes Andenken bewahren.

In der Familie von Gerd Strack hatte der Fußball eine lange Tradition. Schon Vater Hermann Strack, der viele Jahre lang in Frechen bei Köln einen Friseursalon führte, war aktiver Spieler bei der SPVG. Frechen 1920 und später Geschäftsführer und Betreuer der Frechener Jugendabteilung sowie des Nachwuchses der Sportfreunde Habbelrath. Bis 1961 wohnte die Familie in Kerpen, zog dann in den Frechener Ortsteil Habbelrath. Gerd besuchte die Grund- und Hauptschule und wurde wenige Monate nach dem Umzug nach Frechen von den Sportfreunden Habbelrath aufgenommen.

Von Calmund trainiert

Als 12-jähriger wechselte Strack zu Frechen 20. Sein Trainer war hier der spätere Leverkusen-Manager Reiner Calmund. Strack spielte meist  als Libero. Durch Berufungen in die Kreis- und Mittelrheinauswahl wurde Jupp Röhrig auf den großgewachsenen, schlaksigen Abwehrspieler aufmerksam. Gemeinsam mit FC-Präsident Oskar Maaß sicherte sich Röhrig die Zusage des Talents, das ab Sommer 1972 das Trikot der FC-A1-Jugend trug. Deren Trainer Jupp Röhrig wusste den Neuzugang noch besser zu machen und schon ein Jahr später stand Strack im Aufgebot der DFB-Juniorennationalmannschaft. 1974 wurde Strack mit der FC-A-Jugend deutscher Vizemeister. Im Anschluss erhielt er einen Lizenzspielervertrag.

In der ersten Profisaison 1974/75 kam Strack regelmäßig, aber nicht permanent zum Einsatz. Trainer „Tschik“ Cajkovski setzte eher auf die etablierten Spieler als auf den Nachwuchs. Im Januar 1976 wurde Georg Stollenwerk neuer Trainer, Strack blieb im erweiterten Stamm, bestritt in seiner zweiten Saison schon 29 Pflichtspiele. Ein halbes Jahr später übernahm Hennes Weisweiler das Kommando. Für Strack ein Glücksfall, denn Weisweiler förderte vor allem die jungen Akteure. Er machte den Libero zum Vorstopper, der junge Roland Gerber übernahm die Liberoposition.

Kapitän beim Pokalsieg 1983

Gemeinsam bildeten Strack und Gerber ein erstklassiges Abwehrduo. Mit den 1977er-DFB-Pokalendspielen gegen Hertha BSC gewann Strack seinen ersten von insgesamt drei Pokalsiegen. 1978 folgte mit dem Double der ganz große Triumph. Als unumstrittene Stammkraft in der Abwehr war Strack eine der Säulen des Teams und mit dem FC Dauergast auf internationaler Bühne. Zweimal erreichte er mit dem FC das Halbfinale (Europapokal der Landesmeister 1978/79, UEFA-Pokal 1980/81) und zudem einmal das Viertelfinale im UEFA-Pokal 1984/85.Bemerkenswert auch seine Bilanz im DFB-Pokal: Vier Mal steht Strack mit dem FC im Finale und verlässt drei Mal als Sieger den Platz.

Beim Sieg 1983 über Fortuna Köln (1:0) führte Strack den FC als Kapitän auf den Rasen des Müngersdorfer Stadions. Die Mitspieler gaben ihm wegen seiner Statur den Spitznamen „der Lange“ Die Leistungen im Verein blieben auch Bundestrainer Jupp Derwall nicht verborgen. Am 13. Oktober 1982 bestritt Strack sein erstes A-Länderspiel beim 2:1-Sieg über England im Londoner Wembley-Stadion. Als Libero sicherte er mit seinem Tor zum 2:1 am 20. November 1983 in Saarbrücken gegen Albanien dem DFB-Team die Teilnahme an der Europameisterschaft 1984 in Frankreich. Es war sein letztes von insgesamt 10 A-Länderspielen.

Benthaus holte ihn nach Basel

Der frühere FC-Spieler Helmut Benthaus, später als Trainer tätig, holte ihn 1985 zum FC Basel. Zwei Jahre lang blieb Strack in der ersten Schweizer Liga, bevor er ins Rheinland zu zurückkam und bei Fortuna Düsseldorf anheuerte. Die Zeit am Flinger Broich endete nach nur einer Saison. Ein Bandscheibenvorfall verhinderte, weiter Profifußball zu spielen. Anschließend betätigte sich Strack, der zwischen 1980 und 1985 zeitweilig die später wieder von Leo Wilden übernommene Lotto-Annahmestelle auf der Luxemburger Straße in Köln führte, als freier Trainer bei diversen Jugendfußballschulen und war Repräsentant einer Immobilienfirma.

Seit 1976 war er mit Ehefrau Emmy verheiratet und lebte seitdem in Hürth-Hermülheim. Früher ein guter Tennisspieler, sah man Strack nahe täglich seine Runden auf dem Rad durch Hürth drehen. Den Kontakt zum FC hatte der Vater dreier Töchter nie abreißen lassen. Strack besuchte zahlreiche Spiele der FC-Nachwuchsmannschaften am Geißbockheim. Er war Dauerehrengast bei den Bundesligabegegnungen in Müngersdorf und hielt den Kontakt zu den ehemaligen Mitspielern durch seinen Stammplatz in der FC-Traditionsmannschaft aufrecht.

Am 21. Mai ist Gerd Strack an einem Herzinfarkt gestorben. FC-Präsident Dr. Werner Wolf sagt: „Der plötzliche Tod von Gerd Strack trifft uns tief. Der gesamte 1. FC Köln hat einen seiner unvergesslichen Helden verloren. Gerd Strack gewann als Stammspieler in der Abwehr den Meistertitel und dreimal den DFB-Pokal mit dem FC. Wir werden ihn nicht nur als Spieler, sondern vor allem als Menschen in Erinnerung halten, der dem FC immer verbunden geblieben ist. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, mit der wir gemeinsam trauern.“

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
10Hertha BSC35
111. FC Köln34
12FC Augsburg31