Frauen | 25.12.2021

Polnische Nationalspielerin beim FC

Zawistowska: Tore in rot und weiß

Weronika Zawistowska ist in der aktuellen Spielzeit vom FC Bayern München an die FC-Frauen ausgeliehen. Den Geißbock auf dem Trikot und die gleichen Farben wie in ihrer Nationalmannschaft zu tragen, empfahl ihr unter anderem ein ehemaliger polnischer FC-Profi.

Jubelnd läuft Weronika Zawistowska ihren Mitspielerinnen in die Arme. Kurz zuvor war sie nach einer schönen Kombination der polnischen Frauennationalmannschaft auf und davon. Ihren satten Schuss mit links kann Lena Andriasyan, die Torhüterin von Armenien, nicht erreichen. Polen führt in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft mit 1:0 gegen Armenien. Zawistowska ist ein wichtiger Pfeiler im Offensivspiel ihrer Nationalmannschaft. Polen hat noch Chancen, das Ergebnis auszubauen, aber an diesem Tag fällt kein weiterer Treffer mehr. Zawistowska, die in der Auswahl Polens mit der Nummer zehn aufläuft, beschert ihrer Mannschaft mit ihrem Tor den wichtigen Sieg in der Quali-Gruppe F. Aktuell steht Polen auf dem dritten Tabellenplatz, hinter Spitzenreiter Norwegen und Belgien „Es war nicht unser bestes Spiel gegen Armenien, aber ich bin sehr froh, dass wir die Partie gewonnen haben“, sagt Zawistowska. „Die Spiele für die Nationalmannschaft sind für mich immer etwas Besonderes. Es ist eine Ehre für Polen nominiert zu werden und ich bekomme regelmäßig Gänsehaut, wenn wir auf dem Platz stehen und unsere Nationalhymne mitsingen.“

Erfolgreiche Zeit in Polen

Den Traum für ihr Land aufzulaufen, hat sich die 22-jährige Offensivspielerin bereits erfüllt, und steht dabei eigentlich noch am Anfang einer großen Zukunft. Eine Karriere, die in der Hauptstadt Polens, in Warschau begann. Zawistowska wuchs dort auf und gelangte durch ihren Vater zum Fußball. „Ihm verdanke ich, wo ich jetzt bin“, sagt Zawistowska. „Wir sind früher oft spazieren gegangen und hatten einen Fußball dabei, um damit zu kicken. Er hat mich auch in meinem ersten Verein angemeldet. Einmal ist er bei einem Tor auf den Platz gelaufen, um mit mir zu jubeln, weil er so stolz war. Das werde ich nie vergessen.“ Zawistowska spielte bei UKS Brodno Warszawa und überflügelte als einziges Mädchen die Jungs in ihrem Alter. Danach lief sie acht Jahre für MUKS Praga Warszawa auf. „Ich hatte dort viele schöne Kindheitserinnerungen und irgendwann möchte ich wieder zu diesem Club in meiner Heimat zurückkehren, wenn das Abenteuer meiner Fußballkarriere zu Ende geht.“ Mit 15 Jahren zog Zawistowska schließlich erstmals von Zuhause aus und wechselte zu Gornik Leczna. Dort nahm ihre Fußballkarriere richtig Fahrt auf. Mit Leczna gewann sie den polnischen Pokal und zwei polnische Meisterschaften. Mit KKS Czarni Sosnowiec holte sie anschließend sogar zweimal das Double aus Pokal und Meisterschaft. 
 

„Auch wenn ich ein großer Familienmensch bin, wurde in den Jahren mein Wunsch immer größer, im Ausland zu spielen“, erzählt Zawistowska. Nicole Bender, Sportliche Leiterin der FC-Frauen, sagt: „Wir haben vor der vergangenen Saison unseren Scoutingbereich professionalisiert. Franziska Fiebig hat einen super Job gemacht und hat in der Phase, in der man coronabedingt nicht reisen durfte, Videos der polnischen Liga gesichtet. Sie ist auf Weronika aufmerksam geworden und dann waren wir relativ früh schon an ihr dran, um sie von einem direkten Wechsel zu uns zu überzeugen.“ Mit ihren herausragenden Leistungen in Polen spielte sie sich allerdings auch beim FC Bayern München in die Notizbücher. „Als Bundesligaaufsteiger war es letztlich schwierig mit dem Deutschen Meister zu konkurrieren“, erzählt Bender. Bayern verpflichtete die schnelle Offensivspielerin und der FC handelte einen Leihdeal mit den Münchenerinnen aus, sodass Zawistowska in der Saison 2021/22 für den FC aufläuft. Damit trägt sie jetzt auf dem Platz die gleichen Farben wie in der polnischen Nationalmannschaft: rot und weiß. „Ich bin beiden Clubs sehr dankbar, dass es geklappt hat, dass ich in dieser Spielzeit für den FC auflaufen darf. Ich hatte schon vorher bereits viel Positives über Köln und den FC gehört und meine Erwartungen hier wurden noch übertroffen. Ich spiele hier in einem familiären Club und in einer Mannschaft mit Charakter. Das gefällt mir sehr“, sagt Zawistowska.

Empfehlung eines ehemaligen FC-Profis

Einer, der den FC sehr empfohlen hatte, war ein ehemaliger polnischer FC-Profi. „Ich hatte mit SlawomirPeszko geschrieben“, erzählt Zawistowska. „Er hat den FC sehr gelobt und meinte, dass er sehr gespannt sei, wie es mir in Köln gefällt. Irgendwann möchte er sich ein Spiel von mir in Köln live anschauen, darüber habe ich mich sehr gefreut.“ Peszko lief von 2011 bis 2012 und später noch einmal von 2013 bis 2015 für den FC auf. Bei Zawistowska ist die Leihe zunächst beschränkt auf ein Jahr. Die Umstellung von der polnischen zur deutschen Liga schaffte sie in der Hinserie erfreulicherweise schnell. „Sie ist eine Bereicherung für unser Spiel“, lobt Trainer Sascha Glass. „Sie ist schnell, ist stark im Eins-gegen-Eins und gefährlich vor dem Tor. Darüber hinaus integriert sie sich toll und ist sehr selbstkritisch – manchmal sogar zu sehr. Ich glaube, sie weiß noch gar nicht, wie gut sie eigentlich ist.“ 
 

Mit ihrer polnischen Nationalmannschaftskollegin Adriana Achcinska fand sie nach ihrem Wechsel eine schöne Wohnung in Köln-Weiß, direkt am Rhein. Außerdem lernen beide fleißig die deutsche Sprache. „Deutsch ist wirklich nicht einfach, aber wir geben unser Bestes. Nicht nur um es gut zu beherrschen, sondern weil es auch ein Zeichen des Respekts an unsere Mitspielerinnen und den gesamten FC sein soll, wenn wir versuchen, uns auf Deutsch zu unterhalten,“ sagt Zawistowska. „Unsere Mitspielerinnen sind so geduldig mit uns, das tut uns sehr gut. Besonders Sabrina Horvat und Francesca Calo kümmern sich rührend um uns. Wir wissen, dass wir sie immer fragen dürfen und das wissen wir sehr zu schätzen. Auch wenn die ersten Lernschritte noch sehr klein sind, verstehen wir nach und nach immer mehr.“ Auch die Abläufe und das Verständnis auf dem Platz werden von Woche zu Woche immer besser – und falls es doch einmal an der Kommunikation hapert, lässt Zawistowska einfach Tore sprechen.

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PL.VereinPkt.
6Sport-Club Freiburg55
71. FC Köln52
81. FSV Mainz 0546

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