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Busch: „Glaube ist riesengroß und ungebrochen“
Dass der 1. FC Heidenheim am Sonntag (17.30 Uhr, FC-Liveticker) beim 1. FC Köln zu Gast ist und noch eine realistische Chance auf den Relegationsplatz hat, hätten vor einigen Wochen nicht mehr viele für möglich gehalten. Doch mit neun Punkten aus den vergangenen sechs Spielen ließ der FCH das Licht im Tabellenkeller weiter brennen. Der langjährige FCH-Profi Marnon Busch spricht im Gegnerinterview über diese Situation, den Glauben im Team, Trainer Frank Schmidt und die Vorfreude auf das Spiel im RheinEnergieSTADION.
Marnon, zwei Spieltage sind noch zu absolvieren. Wie bewertest Du Eure Ausgangslage vor dem Saisonfinale?
Marnon Busch: Die Ausgangslage ist sehr klar: Wir müssen aus den letzten beiden Spielen sechs Punkte holen. Alles andere wird nicht reichen – auch wegen der besonderen Konstellation am letzten Spieltag, wenn St. Pauli und Wolfsburg direkt aufeinandertreffen.
Was hat Euch in den vergangenen Wochen ausgezeichnet, dass ihr euch vom von vielen abgeschriebenen Absteiger noch einmal in diese Situation gebracht habt?
Was uns in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hat, war vor allem der Glaube an uns selbst und an das große Ganze. Als Mannschaft haben wir gesagt: Das kann es nicht sein. Wir können mehr und wir wollen mehr. Das haben wir in den letzten Wochen aufgrund der Punkteausbeute, aber auch in jedem einzelnen Spiel bewiesen. Diesen Weg wollen wir weitergehen. Natürlich ist mit den letzten Spielen auch ein Stück weit das Selbstvertrauen zurückgekehrt. Diesen Schwung wollen wir mitnehmen und am Wochenende auf den Platz bringen.
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Frank Schmidt lebt diesen Glauben vor, hat schon in der Woche vor dem Bayern-Spiel offensiv davon gesprochen, etwas holen zu wollen. Wie groß ist der Glaube in der Mannschaft noch an das Wunder?
Der Glaube innerhalb der Mannschaft ist riesengroß und ungebrochen. Wir wissen um unsere mannschaftliche Geschlossenheit, dass jeder Einzelne dieses große Ziel hat und unter der Woche diesem Ziel alles unterordnet in jeder Trainingseinheit und dann natürlich auch ganz besonders am Wochenende, wenn es dann um entscheidende Punkte geht. Deshalb werden wir alles reinwerfen, um auswärts drei Punkte zu holen.

Frank Schmidt wurde nicht zuletzt von Vincent Kompany zuletzt öffentlich sehr gelobt. Was zeichnet ihn insgesamt, aber insbesondere in schwierigen Phasen aus?
Frank Schmidt zeichnet besonders aus, dass er es immer wieder schafft, die Mannschaft nach Niederlagen oder Rückschlägen aufzurichten und neu zu fokussieren. Ob in Einzelgesprächen, Mannschaftsansprachen oder Videoanalysen – er schafft es immer wieder, das Positive hervorzuheben, aber natürlich auch dort den Finger in die Wunde zu legen, wo es nötig ist.
Sind solche Spiele vor 50.000 Fans und in einer solchen Atmosphäre noch einmal ein besonderer Anreiz, alles für den Klassenerhalt zu tun?
Ich freue mich unglaublich auf dieses Spiel. Es ist Wahnsinn, wie zahlreich und mit welchem Aufwand uns unsere Fans uns begleiten. Sie standen die ganze Saison hinter uns. Natürlich haben sie uns auch deutlich gemacht, wenn Leistungen, wie nach der 0:6-Niederlage in Leverkusen, nicht akzeptabel waren. Aber sie haben sich nie von uns abgewendet. Deshalb sind wir es unseren Fans, dem Verein und auch uns selbst schuldig, am Wochenende wieder alles auf dem Platz zu lassen und um drei Punkte zu kämpfen. Natürlich kennt jeder Spieler die besondere Atmosphäre im Stadion in Köln. Darauf freut man sich! Ob das in unserer Situation aber ein zusätzlicher Motivationsschub ist, wage ich zu bezweifeln, da gibt es momentan größere Anreize. Trotzdem sorgt die Atmosphäre sicherlich für ein paar zusätzliche Prozentpunkte.
Wie schätzt Du den FC sportlich ein?
Eine sportliche Einschätzung des Gegners vor dem Spiel abzugeben, wäre vielleicht etwas vermessen. Aber der 1. FC Köln hat als Aufsteiger eine sehr gute Saison gespielt. Die Mannschaft war nie wirklich ernsthaft gefährdet und hat wichtige Spiele für sich entschieden. Deshalb kann man dort von einer erfolgreichen Saison sprechen. Für die Zukunft wünsche ich dem Verein alles Gute, auch wenn ich natürlich hoffe, dass die drei Punkte diesmal nicht in Köln bleiben.
Du bist inzwischen seit neun Jahren in Heidenheim. Was zeichnet den Verein aus, dass er für dich zur fußballerischen Heimat geworden ist?
Den 1. FC Heidenheim zeichnet vor allem das Familiäre und die Nähe aus. Im Vergleich zu vielen anderen Vereinen sind wir ein kleinerer Klub – klein, aber ambitioniert. Der Verein entwickelt sich Jahr für Jahr weiter und bleibt sich dabei trotzdem treu. Das ist eine besondere Mischung. Man arbeitet hier mit großartigen Menschen zusammen und begegnet sich täglich mit großer Bodenständigkeit. Außerdem kann man hier in Ruhe arbeiten, ohne ständig im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit zu stehen. Wir trainieren täglich oben auf dem Schlossberg und können dort konzentriert und akribisch arbeiten. Man lebt hier relativ ländlich, hat seine Ruhe und das ist etwas, was ich persönlich sehr mag. Deshalb fiel es mir nie schwer, mich hier mit meiner Frau und inzwischen auch mit meinem Sohn einzuleben. Wir fühlen uns hier sehr wohl!
