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Daniel Brosinski: „Es war eine Achterbahnfahrt“

26.2.2025

In Karlsruhe geboren, beim 1. FC Köln Profi geworden. Vor dem Aufeinandertreffen seiner beiden Ex-Clubs spricht Daniel Brosinski über seine Zeit nach der Profikarriere, über ein ganz besonderes Tor im FC-Trikot und Karnevaltipps für FC-Fans in Karlsruhe.

Hallo Daniel, Du hast im vergangenen Jahr Deine Profi-Karriere beendet, wie ging es Dir damit? 

Daniel Brosinski: Ab einem gewissen Alter macht man sich Gedanken, wie lange man noch spielt. Ich hatte eigentlich geplant, nochmal ins Ausland zu wechseln, aber die Optionen haben mich nicht hundertprozentig überzeugt, sodass ich dann zu meinem Heimatverein gewechselt bin. Im Sommer 2023 habe ich entschieden, dass die folgende Saison meine letzte als Profi sein wird. Am Ende war es eine leichte Entscheidung, weil ich mit 35 Jahren auch vom Kopf her bereit dafür war. Ich war fein damit und bin es heute immer noch, aber natürlich vermisst du die vollen Stadien und alles drumherum.

Du kickst selbst noch als Spielertrainer in der Landesliga. Was ist der größte Unterschied zum Profibereich? Was macht vielleicht sogar mehr Spaß? 

Der größte Unterschied ist die Professionalität. Es kann immer sein, dass die Jungs mal wegen eines Geburtstages oder einer Hochzeit nicht zum Training kommen. Wir trainieren nur zweimal die Woche und das ganze taktische Verhalten, was du schon im NLZ an die Hand bekommst, gibt es dort nicht. Für die Jungs ist es Neuland, wenn ich ab und zu mal ein paar taktische Dinge erkläre.

Am Wochenende treffen mit dem 1. FC Köln und dem Karlsruher SC zwei Deiner ehemaligen Vereine aufeinander – verfolgst Du die Clubs noch genauer? 

Ich verfolge alle Clubs, bei denen ich gespielt habe. Ich habe kein besonders intensives Augenmerk darauf, ich weiß aber trotzdem, wie die Clubs am Wochenende spielen. Beim KSC bin ich aufgrund der Nähe häufiger im Stadion. Das Hinspiel ist mir in Erinnerung geblieben, das war eine sehr torreiche Angelegenheit. Ich hoffe, dass im Rückspiel auch ein paar Treffer fallen werden.

Du hast beim FC Deine ersten Schritte als Profi gemacht – wie blickst Du auf Deine Zeit in Köln zurück? 

Die Zeit war eine Achterbahnfahrt für mich. Es ging schnell hoch, aber auch relativ schnell wieder runter. Es war aber trotzdem eine sehr lehrreiche Zeit – auch abseits des Fußballs. Ich bin mit 19 Jahren von zuhause weg, hab gelernt allein zu leben, das hat mich als Persönlichkeit sehr weit nach vorne gebracht. Ich durfte meine ersten Schritte im Profifußball machen, wofür ich dem FC sehr dankbar bin. Insgesamt bin ich einfach erwachsen geworden, was mir bei meinen folgenden Stationen sehr geholfen hat.

Viele FC-Fans assoziieren mit Dir Deinen Treffer bei Deinem Debüt 2009 in München, das Spiel wurde 2:1 gewonnen. Was geht Dir durch den Kopf, wenn Du an den Tag denkst? 

Das war ein unbeschreibliches Gefühl, den Tag wird mir keiner mehr nehmen können. Ich habe selbst nicht damit gerechnet, dass ich in München spiele und dann noch ein Tor schieße. Der FC hatte vorher sehr lange nicht in München gewonnen, dann war auch noch Karneval – das war herausragend. Natürlich hätte ich gehofft, dass es danach so weiter geht, trotzdem werde ich den Tag nicht vergessen.

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Du wurdest beim KSC ausgebildet und bist dann zum Ende Deiner Karriere nach Karlsruhe zurückgekehrt. Wie hat sich der Club Deiner Wahrnehmung nach in den letzten Jahren entwickelt? 

Krass verändert hat der Verein sich für mich nicht. Er ist immer noch familiär, auch wenn das neue Stadion jetzt nochmal einen Push gegeben hat. Die Infrastruktur hat sich deutlich verbessert, es wurde viel in den Nachwuchsbereich investiert. Ich hoffe, dass dieser Fakt in der Zukunft seine Früchte tragen wird. Wenn man Lars Stindl, Hakan Calhanoglu oder mich nimmt, sind wir alle relativ früh aus Karlsruhe weggegangen. Möglicherweise ändert sich das nun, damit der KSC auch länger auf die jungen Spieler zurückgreifen kann.

Du hast nach Deiner Rückkehr auch unter dem aktuellen KSC-Trainer Christian Eichner gespielt. Was macht ihn als Trainer aus? 

Bei „Eiche “ ist es ziemlich cool, da er selbst Profi war und viel erlebt hat. Das versucht er auch seinen Jungs zu vermitteln, hat dabei immer einen guten Draht zu den Spielern und geht mit jedem sehr fair um. Er verfügt zugleich über ein gutes Fingerspitzengefühl und wahrt die Distanz zur Mannschaft.

Der KSC hat eine starke Hinrunde gespielt, aber nach der Winterpause erst einen Sieg eingefahren. Woran liegt das aus Deiner Sicht? 

Wenn ich das nur immer wüsste (lacht). Da spielen mit Sicherheit mehrere Faktoren eine Rolle. Sie hatten viele Ausfälle, dann bekommst du mal ein schnelles Gegentor. Aber es ist schwer, die genauen Ursachen herauszustellen. Es gibt im Fußball einfach diese Flows– in der Hinrunde war er beim KSC positiv, jetzt ist er negativ. Du musst schauen, dass du da wieder herauskommst. Der Sieg gegen Magdeburg könnte jetzt der Brustlöser gewesen sein.

Es ist das Karnevalswochenende. Hast Du als gebürtiger Karlsruher lokale Tipps für die FC-Fans? 

Karlsruhe ist in der Hinsicht nicht gerade eine Hochburg, sage ich mal. Es gibt aber das eine oder andere Lokal in Durlach. Das ist mit der Bahn circa zehn Minuten vom Stadion entfernt. Da gibt es mehrere Lokalitäten, in denen man mit Sicherheit ein bisschen Spaß haben kann.

Ohne einen Ausblick auf die Partie können wir Dich nicht gehen lassen. Was erwartest Du für ein Spiel und was ist dein Tipp? 

Ich erwarte einiges vom Spiel, weil beide Mannschaften in der Offensive gefährlich sind und Tore schießen können. Ich erwarte ein sehr stimmungsvolles Spiel, die Arena wird sicher ausverkauft sein. Es wird sehr temporeich und ich tippe auf ein 2:2.