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Erst Klassenerhalt, dann WM? – Sebulonsen im Interview
Egal, ob als Innen- oder Außenverteidiger - wenn Sebastian Sebulonsen fit ist, spielt er auch. Der 26-Jährige hat sich in kürzester Zeit zum unumstrittenen Stammspieler entwickelt. Im Interview mit fc.de spricht er über seine erste Saison in Köln, den Kampf um den Klassenerhalt sowie seinen WM-Traum im Sommer.
Sebastian, gegen Leverkusen habt Ihr eines Eurer besten Spiele gemacht, hattet viele Chancen, habt auf der anderen Seite aber keinen Punkt geholt. Wie ging es Dir nach dem Spiel?
Sebastian Sebulonsen: Ich war natürlich enttäuscht. Ich finde aber, dass wir als Gruppe immer das Positive aus den Spielen mitnehmen müssen. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, auf das wir aufbauen können. Wenn wir das in die nächsten Partien mitnehmen und dann wieder effizienter vor dem Tor sind, werden wir auch wieder Siege einfahren.
War es spielerisch die beste Leistung, seit René als Cheftrainer übernommen hat?
Ich finde, dass man die Spiele nicht miteinander vergleichen kann. Auf dem Platz hat es sich aber sehr gut angefühlt. Wir haben uns viele Chancen herausgespielt und den Gegner gut unter Druck gesetzt. Ich hätte aber definitiv lieber etwas Zählbares mitgenommen.
Wie sieht ein Abend nach einer Niederlage bei Dir aus?
Ich kann ganz gut abschalten, wenn ich nach Hause komme. In den ersten Stunden bist du zwar enttäuscht, aber du kannst das Ergebnis dann nicht mehr ändern. Das musst du als Profi lernen. Stattdessen konzentrierst du dich darauf, deine Fehler zu analysieren und es beim nächsten Mal besser zu machen.

Deine erste Saison beim FC ist fast vorbei. Wie wohl fühlst Du Dich insgesamt in Köln?
Es ist eine tolle Stadt, im Sommer, wenn die Sonne rauskommt, nochmal deutlich schöner als im Winter. Ich genieße es gerade sehr. Ich habe einige gute Cafés in der Stadt gefunden und bin zurzeit viel mit dem Fahrrad unterwegs.
Hättest Du es hier so erwartet?
Ehrlicherweise wusste ich nicht genau, was ich erwarten soll. Ich war vorher nur einmal in Deutschland, in Berlin. Ein paar Freunden, die schon in ganz Deutschland waren, haben mir aber nur positive Dinge erzählt. Bislang kann ich diese Eindrücke nur bestätigen.
Von außen sah es so aus, als hättest Du Dich auch auf dem Platz schnell eingewöhnt. Wie bewertest Du Deine erste Saison in der Bundesliga?
Ich bewerte mich nicht gerne selbst, das überlasse ich lieber anderen. Ich bin einfach glücklich, dass ich der Mannschaft helfen kann und viel auf dem Platz stehe.

Du standest nicht nur viel, sondern auch auf verschiedenen Positionen auf dem Platz. Hast Du in Sachen Flexibilität einen Sprung gemacht?
Ich finde schon. Zuvor hatte ich noch nie in der Innenverteidigung gespielt, dort ist das Gefühl anfangs natürlich etwas anders als auf deiner gewohnten Position. Ich konnte dadurch aber viel lernen und es hat bis jetzt gut funktioniert, würde ich sagen.
Was sind die größten Unterschiede zwischen einem Außen- und Innenverteidiger?
Da gibt es einige. Als Innenverteidiger bist du häufiger am Ball und hast mehr Verantwortung im Aufbauspiel. Dazu verteidigst du nicht so viel nach vorne, sondern sicherst mehr nach hinten ab und organisierst das Team. Als dynamischer Spieler mag ich es, meine Geschwindigkeit zu nutzen und die Linie langzulaufen. Das vermisst du in der zentralen Rolle schon ein wenig, dafür bist du aber mehr ins Spiel eingebunden.
Gefühlt die halbe Liga braucht nur noch einen Sieg, um den Klassenerhalt klarzumachen. So richtig will es aber keinem gelingen. Warum ist es so schwierig, den letzten Sieg einzufahren?
Wir versuchen, uns nicht auf die Tabelle zu fokussieren. Selbstverständlich kennst du die Situation und weißt, wo du stehst, aber es geht mehr darum, deinen Plan umzusetzen. Wenn du gute Auftritte hinlegst, wirst du dafür auch belohnt.

Mit Union und Heidenheim stehen nun zwei sehr wichtige Spiele an. Worauf kommt es in diesen 50:50-Spielen an?
Hoffentlich zeigen wir zwei gute Leistungen und lassen es erst gar keine 50:50-Spiele werden. Unser Fokus liegt voll auf dem Spiel in Berlin. Wir wollen dort eine noch bessere Leistung als gegen Leverkusen auf den Platz bringen.
Zu Beginn der Rückrunde hast Du über Dein Ziel WM gesprochen. Das Turnier rückt immer näher. Hattest Du schon Kontakt zum Nationaltrainer?
Ich habe nicht persönlich mit ihm gesprochen, aber weiß, dass der Staff aktuell viele Spieler genau unter die Lupe nimmt. Es ist mein Ziel, der Fokus liegt gerade allerdings auf dem FC. Ich will mich mit guten Leistungen empfehlen – auch wenn das eine langweilige Antwort ist (lacht). Wenn ich gut spiele, bin ich am Ende hoffentlich dabei.
Wie sehr freut sich Norwegen auf die WM, nachdem man 28 Jahre nicht dabei war?
Fußball wird in Norwegen aktuell immer größer. Das liegt einmal an der WM, aber auch an den Leistungen von Bodö/Glimt in der Champions League. Die Euphorie bekomme ich in Deutschland nicht ganz so mit, die Menschen im Land freuen sich aber auf den Sommer. Die letzte Weltmeisterschaft, an der Norwegen teilgenommen hat, fand zwei Jahre vor meiner Geburt statt. Es war also wirklich mal wieder Zeit. Umso cooler ist es, dass wir eine sehr gute Mannschaft stellen werden.
