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Huseinbasic: „Wir sind eine Mentalitätsmannschaft“

28.11.2025

Zu Beginn der Saison nicht im Kader, zuletzt viermal in Folge in der Startelf: Die bisherige Saison von Denis Huseinbasic war ein Auf und Ab geprägt. Darüber, über die vergangenen Spiele und das Auswärtsspiel am Samstag in Bremen spricht der Mittelfeldspieler im Interview.

Denis, am Wochenende habt Ihr ein wildes Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt 3:4 verloren. Wie blickst du darauf zurück?

Denis Huseinbasic: Ich finde, wir sind eigentlich gut ins Spiel gekommen. Die Eintracht hatte in der ersten Hälfte nicht so viele Möglichkeiten. Wir müssen ein bisschen abgeklärter werden, die zwei Gegentore fallen zu schnell. Aber man hat auch gesehen, was wir von der Bank bringen können. Wenn wir das dritte Tor noch einen Tick früher machen – zum Beispiel, als Said den Pfosten trifft – geht das Spiel vielleicht sogar noch unentschieden aus.

Was fehlte zuletzt trotzdem ein bisschen, um die Punkte mitzunehmen?

Gute Frage. Wir lassen eigentlich nicht so viel zu und stehen hinten ganz gut. Manchmal müssen wir einfach abgeklärter und schlauer spielen, auch mal einen Ball mehr lang schlagen, dann passiert nichts. Und wenn wir ein, zwei Gegentore kassieren, müssen wir den Fokus behalten und nicht sofort mit allem versuchen, das Spiel zu drehen. Gegen Frankfurt waren noch 30 Minuten zu spielen. Da müssen wir im Kopf klarer sein, Ruhe behalten und einfach weiterspielen.

Wie geht Ihr als Mannschaft in der Aufarbeitung mit Spielen vor? Ändert sich das, je nachdem, ob Ihr gewinnt oder verliert?

Nein. Wir wissen, wo wir herkommen, wir sind Aufsteiger und die Bundesliga ist eine schwierige Liga. Wir schauen uns in der Videoanalyse an, was wir besser machen können. Dann ist das Spiel abgehakt und wir schauen auf das nächste. Das ist die richtige Richtung. Jetzt geht’s nach Bremen, da wollen wir gewinnen.

Wie war die Umstellung im Sommer wieder von der zweiten Liga auf die Bundesliga?

Die Umstellung ist schon größer. In der zweiten Liga hatten wir mehr den Ball, die Gegner haben sich eher hinten reingestellt. Jetzt ist es vielleicht eher umgekehrt. Aber wir spielen bis jetzt eine gute Saison. Wir wurden in keinem Spiel an die Wand gespielt – auch nicht gegen Bayern. Das liegt an unserer Arbeit gegen den Ball. Gegen Frankfurt sind wir 130 Kilometer gelaufen. Wir arbeiten alle. Bis jetzt sind wir zufrieden, aber wir wollen natürlich wieder gewinnen.

Im Sommer ist in der Mannschaft viel passiert. Wie würdest Du die neue Mannschaft charakterisieren?

Wir geben nicht auf. Jeder kämpft für jeden. Selbst wenn es mal nicht läuft, machen wir weiter. Gegen Frankfurt hätten wir nach dem 1:4 komplett auseinanderfallen können – sind wir aber nicht. Wir machen noch zwei Tore, bleiben dran. Ich würde sagen, wir sind eine Mentalitätsmannschaft.

Das passt ja auch zu Deiner Saison. Erst nicht im Kader, jetzt viermal in Folge in der Startelf. Wie fasst Du Deine Saison bisher zusammen?

Schon ein Wechselbad der Gefühle. Der Anfang war natürlich nicht einfach für mich. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich nicht aufgebe. Ich habe auf meine Chancen gewartet, im Training Gas gegeben. Empfehlen im Training, niemals aufgeben – das war immer mein Motto.

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Du bist nicht der einzige Spieler, der sich von der Bank oder Tribüne in die erste Elf gespielt hat. Der Trainer scheint viel Wert auf die Trainingsleistungen zu legen.

Auf jeden Fall. Auch Heintzi und Linton sind zum Beispiel so reingekommen. Es geht viel über Trainingsleistungen. Auch wenn du mal 90 Minuten auf der Bank sitzt, darfst du dich nicht hängen lassen. Es wird auch darauf geachtet, wie du damit umgehst. Den Kopf in den Sand zu stecken, bringt nichts. Du machst das ja auch für dich. Also: Gas geben.

Blicken wir auf Bremen. Viele erinnern sich noch an das 7:1 vor fast drei Jahren. Du hast damals auch getroffen. Welche Erinnerungen hast Du daran?

Dass einfach alles geklappt hat. Wir führten 5:1 zur Pause und Steffen Baumgart hat trotzdem in der Halbzeit gemeckert. Es war ein unfassbares Spiel. 7:1 – das war mein höchster Bundesligasieg und einfach schön.

Wie erinnerst Du Dich an Dein erstes Halbjahr beim FC allgemein?

Da war ich noch Neuling, habe offensiver gespielt. Vieles hat auf Anhieb geklappt. Die Chancen wurden mir auch leicht gemacht. Inzwischen spiele ich defensiver, bin mehr für den Spielaufbau verantwortlich, aber ich spiele auch das gern.

Inwieweit bist Du heute ein anderer Spieler, reifer und erfahrener?

Ich hatte am Anfang beim FC ein paar leichtsinnige Fehler. Da merkt man schnell: Es ist keine Regionalliga mehr, Fehler werden sofort bestraft. Dann spielst du lieber den sicheren Ball, statt im Mittelfeld den Ball zu verlieren – sonst geht die Luzi ab. Jetzt bin ich reifer. Die Spiele sind immer noch anstrengend, aber ich habe mich inzwischen an die Intensität gewöhnt.

Noch ein Blick aufs Wochenende: Wie siehst Du das Duell mit Werder?

Es ist ein Spiel auf Augenhöhe. Wir müssen gut reinkommen und unsere Dinge auf den Platz bringen. Dann wird’s für jeden Gegner schwer. Aber ich bin nicht der Typ, der vorher sagt, wie das Spiel ausgeht. Es kommt auf uns an und darauf, wie wir an dem Tag drauf sind.