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Lemperle: „Habe mir diese Entwicklung erhofft“
Mit einer einjährigen Unterbrechung durch seine Leihe nach Fürth, spielte Tim Lemperle im Nachwuchs und für die Profis insgesamt acht Jahre beim 1. FC Köln. Im Sommer wechselte er dann zur TSG Hoffenheim. Vor seiner möglichen Rückkehr ins RheinEnergieSTADION am Samstag um 15.30 Uhr spricht der Stürmer über seine FC-Zeit, den Hoffenheimer Positivlauf, die Unterschiede zwischen Köln und Hoffenheim und verrät, mit welchen FC-Spielern er noch Kontakt hat.
Tim, Du hast die beiden letzten Spiele angeschlagen verpasst. Wie geht es Dir?
Tim Lemperle: Mir geht es grundsätzlich gut. Ob ich am Wochenende spielen kann, steht aber noch nicht definitiv fest, das müssen wir noch abwarten.
Dann bleiben wir im Konjunktiv: Es wäre Dein erstes Mal als Gegner im RheinEnergieSTADION. Mit welchen Gefühlen wäre das verbunden?
Mit positiven Gefühlen. Es war einfach eine besondere Zeit für mich in Köln. Ich war mit 15, 16 Jahren schon als Zuschauer im Stadion und habe regelmäßig Bundesliga geguckt. Ich verbinde viel mit dem Stadion, habe dort mein erstes Bundesliga-Tor erzielt und bin mit dem FC aufgestiegen. Das sind viele gute Gefühle, die da hochkommen werden.

Blicken wir auf die sportliche Situation in Hoffenheim. Außer dem 1:5 gegen die Bayern habt Ihr im Jahr 2026 bislang alle Spiele gewonnen. Was macht Euch momentan so stark?
Wir sind eine junge und total fleißige Mannschaft, in der jeder persönlich große Ziele hat. Wenn das jeder reinbringt und konzentriert bei der Sache bleibt, dann kommst du ins Gewinnen. Wir bleiben aber bescheiden und wissen, dass wir in der täglichen Arbeit alles abrufen müssen, um am Wochenende diese Leistungen zu bringen.
Allgemein ist die Entwicklung enorm seit dem Hinspiel gegen den FC, damals stand der FC sogar noch vor Euch in der Tabelle. Wie ist diese Entwicklung zu erklären?
Wir hatten einen großen Umbruch, ich bin ja zum Beispiel auch neu zum Verein gekommen. Deshalb war uns klar, dass es ein paar Spiele dauern wird, vor allem als junge Mannschaft, wir haben uns dann aber relativ schnell gefunden. Jedem bei uns ist klar, was er zu tun hat, deshalb macht es sehr viel Spaß.
Welchen Anteil hat Christian Ilzer an dieser Entwicklung und was zeichnet ihn als Trainer aus?
In meinen Augen findet er immer gute Worte für die Situation. Es ist nicht einfach, so viele junge Spieler auf dem Boden und die Arbeitseinstellung hoch zu halten, wenn du fünf Spiele hintereinander gewinnst. Das bekommt er gut hin und schafft es, dass die Mannschaft am Spieltag immer extrem hungrig ist.
Auch für Dich persönlich läuft es richtig gut. Du bist Stammspieler und hast schon sechs Saisontore auf dem Konto. Wie schätzt Du Deine bisherige Saison ein?
Diese Entwicklung habe ich mir im Sommer natürlich erhofft, als ich mich nach guten Gesprächen für Hoffenheim entschieden habe. Die Verantwortlichen haben mir einen Plan aufgezeigt und ich war überzeugt, dass ihre Vorstellungen von Fußball gut zu mir passen. Dass es dann so ineinandergreift, ist natürlich super.

Mit 47 Toren stellt Ihr die zweitbeste Offensive der Liga. Warum harmoniert Ihr offensiv so gut?
Weil wir einerseits sehr unterschiedliche Spielertypen sind, die sich gut ergänzen, andererseits aber auch einfach eine enorme Qualität haben. Wir hatten im Sommer gefühlt 15 Stürmer im Kader. Das wurde ein bisschen dünner, aber wir sind nach wie vor top besetzt.
Hoffenheim ist sicher ein anderes Umfeld als Köln, alles etwas ruhiger und nicht so emotional. Wie würdest Du die Unterschiede beschreiben?
Das ist natürlich anders. Köln ist eine sehr emotionale, wenn nicht sogar die emotionalste Großstadt in Deutschland. Bei der TSG ist alles ein bisschen ruhiger und kleiner. Es ist auch ein bisschen typabhängig, ich persönlich mag beides. Mir macht es aktuell viel Spaß, hier tagtäglich mit den Jungs zu arbeiten und das tut mir im Moment extrem gut. Auch die Menschen sind super und ich fühle mich hier echt wohl.
Vermisst Du es manchmal, alle zwei Wochen vor 50.000 Fans zu spielen, zur Hymne auf den Platz zu laufen und nach Toren das Trömmelche zu hören?
Vor allem die letzte Saison war mit den Emotionen und dem Aufstieg natürlich extrem schön. Ich würde nicht sagen, dass ich es vermisse, aber ich blicke gerne auf meine Zeit in Köln zurück.
Der FC steht im Mittelfeld, der Vorsprung nach unten ist aber nicht allzu groß. Wie siehst Du die Kölner Lage aus der Ferne?
Ich schätze den FC sehr gut ein. Ich bin auch mit einigen Jungs wie Linton oder Jan noch in Kontakt. Ich glaube schon, dass die Mannschaft keine allzu großen Sorgen wegen des Abstiegs haben muss.

Wie sieht es nun in der Woche vor dem Spiel aus mit dem Kontakt zu den ehemaligen Mitspielern?
Ich habe mit Kainzi kurz telefoniert, mit Linton ein paar Nachrichten ausgetauscht. Auch mit ein, zwei weiteren Spielern schreibe ich noch regelmäßig.
Tickets für die FC-Heimspiele sind ein rares Gut. Musstest Du für Samstag viele Tickets für Freunde besorgen?
Ja, so sechs bis acht Tickets habe ich bestimmt besorgt.
Du warst – mit einer einjährigen Unterbrechung in Fürth – insgesamt acht Jahre beim FC. Wie hat Dich diese Zeit geprägt und was hast Du sportlich wie menschlich für Deinen weiteren Weg mitgenommen?
Acht Jahre sind eine extrem lange Zeit, deshalb ist es schwierig, das kurz zusammenzufassen. Ich hatte eine super Zeit in der Jugend, wo ich auch menschlich extrem viel gelernt habe, insbesondere unter Martin Heck und Stefan Ruthenbeck. Die ersten Schritte im Profibereich waren ebenfalls entscheidend und alles in allem hatte ich einfach eine sehr schöne Zeit.
