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Aus der Waschstraße in den Mannschaftsbus

4.4.2025

Es lief bereits die 90. Spielminute der Zweitliga-Partie SC Paderborn gegen den 1. FC Köln, als ein weiteres Eigengewächs aus der FC-Akademie beim Spielstand von 2:1 unverhofft sein Debüt feierte. Denn eigentlich sollte Mikail Özkan in der parallel angesetzten Regionalliga-Partie für die FC-U21 beim KFC Uerdingen spielen, stattdessen wurde der Innenverteidiger kurz vor Ende für Max Finkgräfe überraschend reingeworfen in den großen Zirkus Profifußball. FC-Kapitän Timo Hübers war kurzfristig ausgefallen und Özkan rückte das erste Mal in den Kader auf.

Ein Tag zuvor: Das Abschlusstraining der U21 ist gerade vorbei, als Özkan einen Anruf bekommt. „Ich bin nach dem U21-Training direkt in die Waschstraße gefahren, als mich eine unbekannte Nummer angerufen hat. Marius Laux (Teammanager Lizenzfußball) hat eine Unterschrift für meine Spielberechtigung bei den Profis gebraucht und meinte, ich soll dringend ans Geißbockheim zurückkommen. Ich habe erst gar nicht verstanden, dass es um das Spiel gegen Paderborn geht und dachte, es sei eine reine Formalität. Lauxi hat darauf bestanden, dass ich vorbeikomme und ich bin dann sehr hektisch und schnell wieder zurück ans Geißbockheim gefahren. Erst dann habe ich erfahren, dass ich mit nach Paderborn fahren darf. Ich dachte auch, wir würden erst am Spieltag selbst fahren, aber es ging direkt in den Mannschaftsbus“, erzählt Mikail Özkan.

Somit war Özkan plötzlich Teil des Profi-Aufgebots in Paderborn.

Und der gelernte Innenverteidiger war sofort mittendrin. Erst wehrte er einen wuchtigen Distanzschuss mit dem Kopf ab. Dann reklamierten die Paderborner ein Handspiel, als Özkan bei einer Flanke im Sechzehner getroffen wurde. Die richtige Schiedsrichter-Entscheidung, hier keinen Elfmeter zu geben. Am Ende hätte sein Tag nicht besser laufen können. Die FC-Profis gewannen, übernahmen wieder die Tabellenführung und Özkan gab mit 22 Jahren an seinem Geburtstag sein Profidebüt.

Und damit war vor dieser Saison nicht zu rechnen. Im Alter von 15 Jahren wechselte Özkan vom FC Hennef 05 in die U16 der FC-Akademie. Er durchlief ab der Saison 2018/2019 alle Nachwuchsteams am Geißbockheim und rückte zum Sommer 2022 in die U21 auf. Seitdem absolvierte Özkan 36 Regionalliga-West-Spiele. In den ersten beiden Spielzeiten kam der Innenverteidiger allerdings nur auf 16 Spiele. Auch, weil Özkan sich während seiner U19-Zeit schwer verletzte und sich das Kreuzband riss. Vor der aktuellen Saison sprach der 1. FC Köln ihm aber nochmal das Vertrauen aus und verlängerte seinen Vertrag. Und dieses Vertrauen sollte sich auszahlen: In dieser Saison blühte er auf, kam in 20 von 25 Partien für die FC-U21 zum Einsatz und rückte immer wieder in den Trainingskader der Profis auf. Özkan blieb geduldig und nervenstark, erfuhr er schließlich erst wenige Stunden vor Abfahrt der FC-Profis und ohne Teil des Abschlusstrainings gewesen zu sein, von seiner Kaderpremiere gegen Paderborn. „Ich bin einfach unfassbar stolz, für meinen Heimatverein mein Debüt gegeben zu haben. Diesen Tag werde ich nie vergessen, da ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen“, freute sich Özkan über sein Profidebüt.

In dieser Woche hat Lukas Berg, Bereichsleiter Nachwuchsfußball, dem Innenverteidiger ein eingerahmtes Bild des FC-Profidebüts als Andenken überreicht. Traditionell wird ein Bild jedes Eigengewächses, das den Schritt zum Profi-Debüt für den FC gemeistert hat, auf den Fluren der FC-Akademie aufgehängt. Mikail Özkan ist nach Jonas Urbig, Julian Pauli, Elias Bakatukanda, Jaka Cuber Potocnik, Oliver Schmitt und Neo Telle bereits der siebte Debütant in dieser Saison. Mika nahm selbst Hammer und Nagel in die Hand und hängte sein Bild unter dem Applaus einer Vielzahl von Trainern und Wegbegleitern an die Wand der FC-Akademie.

Die FC-Akademie gratuliert ihrem Debütanten Mikail Özkan zu seinem Debüt.