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Patrick Mainka: „Das sind immens wichtige Spiele“
Er ist fast acht Jahre in Heidenheim und der Mann, der immer spielt: Kapitän Patrick Mainka. Im Gegnerinterview spricht der Verteidiger über die bisherige Heidenheimer Saison, Trainer Frank Schmidt und der Bedeutung des Spiels gegen den 1. FC Köln.
Patrick, die Winterpause war sehr kurz. Wie hast Du sie genutzt, um den Kopf freizubekommen und die Akkus aufzuladen?
Patrick Mainka: Die Pause war kurz, aber trotzdem sehr wichtig. Zunächst einmal habe ich über Weihnachten viel Zeit mit der Familie verbracht und bin anschließend von Heidenheim aus für eine kurze Zeit in die nahegelegenen Berge gefahren. Das hat gutgetan, um ein bisschen zu entspannen, den Kopf freizubekommen, um mit neuer Energie ins neue Jahr und dann auch in die Restrunde starten zu können.
Während manche Clubs ins Trainingslager in den Süden geflogen sind, seid Ihr im kalten Deutschland geblieben. Wie sind die Bedingungen für die Vorbereitung?
Bei Temperaturen von minus fünf bis minus zehn Grad muss man sich natürlich anpassen. Der Platz ist dann nicht im optimalen Zustand, aber die Greenkeeper und alle Beteiligten haben hier wirklich einen sehr guten Job gemacht, sodass wir wirklich vernünftig trainieren konnten. Klar war es kalt und unangenehm, aber das wird jetzt in der Restrunde genauso sein. Von daher konnten wir gut an den Inhalten arbeiten, die wir uns vorgenommen haben und die der Trainer vorgegeben hat. Insgesamt war es also eine kurze, aber dennoch gute Vorbereitung.
Wenn Du die bisherige Saison analysierst: Woran hat es bei Euch ein Stück weit gehakt, dass Ihr nicht wie gewünscht punkten konntet?
Ich glaube, dass wir uns in allen Bereichen verbessern müssen. Wir haben insgesamt zu wenig Tore geschossen, gleichzeitig aber auch kein einziges Spiel zu Null gespielt. Unter diesen Voraussetzungen ist es natürlich schwer, Punkte zu holen. Daher müssen wir zusehen, dass wir sowohl offensiv als auch defensiv konsequenter auftreten, uns nicht selbst aus dem Spiel bringen und Spiele auch mehr in unsere Richtung drücken, zum Beispiel, indem wir vorne das erste Tor machen und hinten die Situationen, die auf uns zukommen, konsequent und aggressiv verteidigen. Das wird die zentrale Aufgabe für die Restrunde sein.

Mit zwischenzeitlich zwei Siegen in Berlin und gegen Freiburg habt Ihr den Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen gehalten. Wie wichtig waren diese Erfolge – für die Tabelle, aber auch für den Glauben an den Klassenerhalt?
Die beiden Siege waren immens wichtig. Vor allem auch durch ihr Zustandekommen als Last-Minute-Siege, die natürlich nochmal deutlich emotionaler sind und uns dadurch in der Tabelle in eine bessere Position gebracht haben. Wir haben Anschluss an die Nichtabstiegsplätze. Solche Momente schweißen zusammen und bringen eine Mannschaft voran. Die sechs Punkte waren deshalb extrem wichtig. Der Glaube an den Klassenerhalt war zwar immer schon da, aber diese Siege haben ihm noch einmal einen zusätzlichen Push gegeben.
Wie bewertest Du Eure Ausgangslage vor dem Start in 2026?
Durch die beiden Siege haben wir Anschluss an die Nichtabstiegsplätze hergestellt. Das war das Wichtigste, weil wir dadurch in Schlagdistanz sind und uns auf uns selbst konzentrieren können, ohne mehrere Spieltage hinterherrennen oder erstmal aufholen zu müssen. Es ist sicherlich keine optimale, aber eine vernünftige Ausgangslage, um im Kampf um den Klassenerhalt weiter ein Wort mitreden zu können.
Mit dem FC und Mainz 05 warten zum Jahresstart zwei Gegner auf Euch, die punktetechnisch nicht weit weg oder in der Tabelle sogar hinter Euch liegen. Wie wichtig wird dieser Start für Euch?
Der Start ins Jahr ist anspruchsvoll. Die Tabellenkonstellation macht die Spiele brisant, gleichzeitig aber auch sehr attraktiv. Das sind genau die Partien, auf die man sich freut: Fußball mit Druck, mit großer Emotionalität. Mit dem FC und Mainz treffen wir auf gestandene Bundesligisten. Umso wichtiger ist es für uns, da nicht den Anschluss zu verlieren und uns damit in einen guten Lauf zu bringen. Es geht darum, positive Momente zu erzeugen und sich eine gute Ausgangslage für die Rückrunde zu erarbeiten. Deshalb sind das immens wichtige Spiele.

Vergangene Saison habt Ihr die Klasse über die Relegation gehalten. Was habt Ihr aus dieser Zeit mitgenommen und hilft Euch im Abstiegskampf diese Erfahrung, um ruhig zu bleiben und auf den Prozess zu vertrauen?
Es hilft natürlich, letztes Jahr in einer ähnlichen Situation gewesen zu sein, aber das ist keine Garantie, dass es wieder so funktioniert. Es war sehr schwierig, was natürlich auch an den Nerven gezehrt hat. Gleichzeitig haben wir gemerkt, auf was es ankommt: Die Basics im Abstiegskampf. Dazu gehört, nicht den Kopf zu verlieren, Ruhe zu bewahren und den Glauben an sich selbst hochzuhalten. Insofern hilft uns diese Erfahrung, aber wie gesagt, eine Garantie ist das nicht.
Die große Konstante in Heidenheim ist Trainer Frank Schmidt. Du spielst inzwischen Deine achte Saison unter ihm. Was zeichnet ihn aus? Wie agiert er in schwierigeren Phasen wie in dieser Saison?
Zunächst einmal zeichnet ihn eine absolute Siegermentalität aus. Anders wäre es auch nicht möglich gewesen, über so viele Jahre hinweg mit einem vergleichsweise kleinen Verein so erfolgreich zu sein. Er verliert nie den Kopf, er hält den Glauben hoch. Mit seiner Ansprache und seinen Worten bereitet er uns sehr gut auf die Spiele vor. Außerdem erfindet er sich immer wieder neu und lässt sich neue Dinge einfallen. Dadurch wird auch die Spannung immer wieder hochgehalten.

Wenn Dein aktueller Vertrag 2029 ausläuft, wirst Du über ein Jahrzehnt in Heidenheim sein. Was macht den Club, das Umfeld, die Stadt für Dich so besonders?
Ein Jahrzehnt hört sich natürlich Wahnsinn an. Als ich 2018 hierhergekommen bin, hätte ich das niemals gedacht. So etwas kann man nicht planen, das hat sich einfach so ergeben. Ich fühle mich hier unglaublich wohl, weil die Werte des Vereins genau die sind, für die ich auch stehe. Dazu kommt natürlich der sportliche Erfolg. Wir sind in der zweiten Liga gestartet, haben es gemeinsam in die Bundesliga geschafft und uns damit einen absoluten Traum erfüllt. Dass wir danach sogar noch international in der UEFA Conference League spielen durften, hätte ich damals wahrscheinlich gar nicht für möglich gehalten. Aber es ist nicht nur der Fußball. Wir haben uns hier ein Umfeld aufgebaut – in der Stadt und in der Region. Hier haben wir Freunde gefunden. Deshalb ist es für uns absolut lebenswert hier und wir fühlen uns rundum wohl.
Im letzten Aufeinandertreffen habt Ihr Euch für Europa qualifiziert, der FC musste den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten. Wie hast Du dieses Spiel und die beiden Gefühlswelten in Erinnerung?
Da sieht man einfach, wie nah Freud und Leid im Fußball beieinanderliegen. Auf der einen Seite der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, auf der anderen Seite einer der bittersten Momente, die man im Fußball erleben kann – ein Abstieg aus der Bundesliga beziehungsweise ein Abstieg allgemein. Es war ein extrem emotionales Spiel. Beim FC hatte sich in den Wochen zuvor schon angekündigt, dass es sehr schwierig werden würde. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es am Ende nur noch eine minimale Chance. Die Enttäuschung und die hängenden Köpfe der Spieler zu sehen, ist natürlich alles andere als schön. In so einem Moment will man seinen eigenen Emotionen auch nicht gerade unglaublich freien Lauf lassen. Aber genau das gehört leider auch zum Fußball dazu und es macht ihn aus, dass Freud und Leid so eng beieinanderliegen und die Emotionen in beide Extreme ausschlagen können.
Der FC ist nun wieder zurück in der Bundesliga. Wie schätzt Du den FC und die bisherige FC-Saison ein? Und was erwartest Du vom Spiel am kommenden Samstag?
Der FC ist unglaublich stark in die Saison gestartet und hat früh viele Punkte gesammelt. Zum Ende des Jahres gab es dann eine schwierige Phase, aber das ist als Aufsteiger gewissermaßen zu erwarten. Entsprechend erwarte ich ein sehr umkämpftes Spiel. Alles, was 2025 war, kann man beiseitelegen, weil es ein Neustart ist. Deshalb wird es ein emotionales Spiel, vielleicht kein besonders schönes, aber ein umkämpftes, gerade bei schwierigen Bedingungen. Beide Mannschaften wollen unbedingt gut in die Restrunde starten und ein Sieg zum Jahresauftakt würde natürlich enorm guttun. Entsprechend groß ist die Bedeutung dieses Spiels.
